Entwicklung neuer Krebstherapien
Die Veterinärmedizinische Universität in Wien forscht im „Christian Doppler-Labor für Innovative Immuntherapie“ an Therapien für die Krebserkrankungen Melanom und Gliablastom. Da dazu das Tiermodell Maus nicht geeignet ist, werden neue Wege beschritten.

Melanom (Hautkrebs) und Gliablastom (Hirntumor) sind zwei Arten von Krebserkrankungen, denen sich das Forschungsprojekt widmen wird.
Normalerweise wird zur Entwicklung eines neuen Medikaments an Tiermodellen geforscht. Bei jener Krebserkrankung stößt die Forschung jedoch an ihre Grenzen, da eine Maus nicht an dieser erkranken kann.
Daher werden menschliche Tumorzellen und Antikörper benötigt. Diese menschlichen Stammzellen sollen der Maus bei der Geburt injiziert werden, sie bilden durch natürliche Mutation keine B- und T-Zellen in ihrem Immunsystem. Die Tiere bauen somit ein menschliches Immunsystem auf, das auf die zu Melanomen wachsenden menschlichen Tumorzellen reagieren kann, welche später zugeführt werden.
Getestet werden auf künstlichem Wege entstandene bispezifische Antikörper, die im vorliegenden Versuch an Tumorzellen und T-Zellen binden sollen. Dies stellt einen weiteren Vorteil dar, da natürliche Antikörper immer nur an einen Rezeptor anbinden.
Zur Herstellung dieser speziellen Antikörper werden transgene und klonierte Rinder verwendet, aus deren Blutplasma sie gewonnen werden. In Zukunft soll versucht werden, diese aus der Milch zu gewinnen, was die Rentabilität steigern würde.
Jedenfalls ist mit interessanten und aufschlussreichen Forschungsergebnissen zu rechnen.