Aktiferrin compositum - Kapseln

 

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Aktiferrin compositum-Kapseln sind geeignet zur Abdeckung des erhöhten Eisen- und Folsäurebedarfs in der Schwangerschaft, in der der Eisenbedarf von etwa 2 mg täglich bis ungefähr 5 mg täglich sowie der Folsäurebedarf von etwa 150 µg auf etwa 300 µg täglich ansteigt.

Das in Aktiferrin compositum-Kapseln enthaltene Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement des Organismus.
Als Bestandteil des Blutfarbstoffs und vieler wichtiger Enzyme ist Eisen an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt.
Der Tagesbedarf liegt für Männer, Frauen nach dem Wechsel und Kinder bei 0,5 – 1 mg Eisen, für Frauen vor dem Wechsel und Jugendliche bei etwa 1 – 2 mg, für Schwangere bei 2 – 5 mg und für Säuglinge bei 0,5 – 1,5 mg. Bei einer durchschnittlichen Aufnahmequote von 10% ist mindestens die 10-fache Menge einzunehmen, um diesen Bedarf zu decken.

Folsäureerfüllt zahlreiche Aufgaben im Eiweißstoffwechsel des Organismus und ist unentbehrlich für den Aufbau von biologischem Material wie Erbträgern (Genen), Botenstoffen im Gehirn, aber auch Blutzellen wie roten Blutkörperchen. Der direkte Angriff am Aufbau bzw. Stoffwechsel der Gene erklärt auch eine gewisse Schutzfunktion der Folsäure gegenüber schädigenden Einflüssen auf die

Keimzellen oder den Embryo. Bei schwangeren Frauen mit ausreichender Folsäurezufuhr wurde eine deutlich verminderte Häufigkeit kindlicher Missbildungen festgestellt.
Der Tagesbedarf für Erwachsene liegt bei 0,15 - 0,2 mg Folsäure, bei schwangeren Frauen steigt er auf ca. das Doppelte an.
Bei Mangel, z.B. infolge Fehlernährung oder erhöhtem Bedarf in der Schwangerschaft, muss Folsäure zusätzlich zugeführt werden.

Aktiferrin compositum– Kapseln eignen sich zur Behandlung von Eisenmangelzuständen mit nachgewiesenem Folsäuremangel, insbesondere in der Schwangerschaft.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Aktiferrin compositum – Kapselndürfen nicht eingenommen werden

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Aktiferrin compositum – Kapseln ist erforderlich

Ihr Arzt wird gegebenenfalls Ihr Ansprechen auf die Behandlung und die Notwendigkeit zur Fortführung der Eisen-Gabe durch eine Bestimmung verschiedener Laborwerte überprüfen.

Eine dunkle bis schwarze Verfärbung des Stuhls ist durch die Einnahme von Aktiferrin compositum – Kapseln bedingt und völlig harmlos.

Die Gabe von Folsäure in Tagesdosen von 1 mg und darüber kann bei perniziöser Anämie (Blutarmut aufgrund von Vitamin B- Mangel) zur Normalisierung des Blutbildes führen, während die neurologischen Beschwerden fortschreiten. Deshalb wird der Arzt vor Behandlungsbeginn einen Vitamin-B-Mangel als Ursache der Blutarmut ausschließen.

Bei Einnahme von Aktiferrin compositum – Kapseln mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht
verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Werden Aktiferrin compositum – Kapselngleichzeitig mit anderen Arzneimitteln eingenommen, so können sich diese in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen.

Norfloxacin, Ofloxacin), Penicillamin und Arzneimittel zur Behandlung von Schüttellähmung (Parkinson-Krankheit), wie Levodopa, Carbidopa und Methydopa.

Bei Patienten, die mit Schilddrüsenhormonen behandelt werden, vermindern Eisensalze die Aufnahme von Schilddrüsenhormonen (Thyroxin). Eisensalze vermindern die Aufnahme von Zink.

Gleichzeitige Einnahme von Vitamin E kann bei Kindern das Ansprechen auf Eisen vermindern.

Die Aufnahme von Eisen wird durch die gleichzeitige Anwendung von Colestyramin (blutfettsenkendes Arzneimittel), Arzneimitteln zur Verminderung der Magensäure (Aluminium-, Magnesium-, Kalzium-, Wismuthältig) sowie Kalzium- und Magnesium-Ergänzungspräparaten herabgesetzt. Vitamin C oder Zitronensäure fördern die Eisenaufnahme.

Die gleichzeitige Anwendung von Eisensalzen mit bestimmten entzündungshemmenden Schmerzmitteln (nichtsteroidale Antirheumatika) kann die Reizwirkung des Eisens auf die Schleimhaut des Magen-Darmtrakts verstärken.

Der Wirkeintritt von Eisen kann bei gleichzeitiger intravenöser Gabe (Verabreichung in die Vene) von Chloramphenicol (bestimmtes Antibiotikum) verzögert sein.

Aktiferrin compositum-Kapselnsollten nicht innerhalb von 2-3 Stunden nach Verabreichung eines der o.g. Arzneimittel eingenommen werden. Gegebenenfalls wird der Arzt die Wirksamkeit des gleichzeitig gegebenen Arzneimittels medizinisch bzw. labordiagnostisch überwachen. Halten Sie daher bitte die vom Arzt angeordneten Kontrollen ein.

Die Aufnahme von Eisen kann ferner durch Nahrungsbestandteile vegetarischer Kost (Eisenkomplexbildner wie z. B. Phosphate, Phytate, Oxalate), schwarzen Tee, Kaffee, Eier und Milch gehemmt werden.

Orale Mittel zur Empfängnisverhütung („Antibabypille“) und Mittel zur Behandlung von Krampfanfällen (wie Phenytoin, Primidon, Barbiturate) und Pyrimethamin (Mittel gegen Malaria) führen zu einer Senkung des Folsäurespiegels im Blut.

Chloramphenicol (Antibiotikum) kann das Ansprechen auf die Behandlung mit Folsäure behindern.

Bei Einnahme von Aktiferrin compositum-Kapseln zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Die Einnahme von Aktiferrin compositum-Kapseln eine halbe Stunde vor oder zwischen den Mahlzeiten oder mit Vitamin C-haltigen Fruchtsäften verbessert die Aufnahme, bei Einnahme zu den Mahlzeiten ist allerdings die Magen-Darmverträglichkeit besser (siehe Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).
Schwarzer Tee, Kaffee und Milch hemmen die Eisenaufnahme und sind daher als Einnahmeflüssigkeit nicht geeignet.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Studien zur Anwendung von Aktiferrin compositum-Kapselnin der Schwangerschaft ergaben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko von Missbildungen beim Ungeborenen. Unerwünschte Wirkungen nach Einnahme oraler Eisenpräparate in therapeutischen Dosierungen zur Behandlung von Blutarmut in der Schwangerschaft wurden bisher nicht berichtet. Schädigungen des Ungeborenen und

Fehlgeburten wurden allerdings bei Eisenvergiftungen beobachtet. Aktiferrin compositum-Kapselnsollten daher in der Schwangerschaft nur dann angewendet werden, wenn dies eindeutig angezeigt ist.

Aktiferrin compositum-Kapselnsollten in der Stillzeit nur dann angewendet werden, wenn dies eindeutig angezeigt ist.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Aktiferrin compositum-Kapselnhaben keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Aktiferrin compositum – Kapseln

Dieses Arzneimittel enthält Sorbitol. Bitte nehmen Sie Aktiferrin compositum – Kapseln daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Aktiferrin compositum – Kapseln immer genau nach Anweisung Ihres Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis 1mal täglich 1 Kapsel.

Art der Anwendung
Die Kapseln mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) unzerkaut einnehmen (siehe auch Abschnitt 2 unter „Bei Einnahme von Aktiferrin compositum-Kapseln zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken“).

Dauer der Anwendung
Zur Korrektur eines Eisenmangels ist eine Eisengabe über einen Zeitraum von mindestens 8 Wochen erforderlich. Nach Normalisierung der Eisenwerte im Blut sollte die Behandlung mit Aktiferrin compositum-Kapseln für einige Wochen fortgeführt werden, um die Eisenspeicher im Körper aufzufüllen. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie lange Sie Aktiferrin compositum-Kapseln einnehmen sollen.

Wenn Sie eine größere Menge von Aktiferrin compositum – Kapseln eingenommen haben, als Sie sollten

Bei Kleinkindern ist das Risiko einer akuten Eisenvergiftung besonders hoch; bereits ab einer Dosis von 1g Eisensulfat sind lebensbedrohliche Vergiftungen möglich.
Deshalb sollen Eisenpräparate stets außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Bei versehentlicher Einnahme großer Mengen von Aktiferrin compositum-Kapseln treten zunächst Übelkeit, starke Magenschmerzen, Durchfall und blutiges Erbrechen auf; in schweren Fällen kann es zu Blaufärbung der Haut und Schleimhäute, Verwirrtheit, übermäßiger Steigerung der Atmung (Hyperventilation) infolge Übersäuerung und Kreislaufversagen kommen. Nach ca. 4 - 6 Stunden tritt oft eine scheinbare Verbesserung des Zustandes ein. Schließlich kann es nach 12 - 48 Stunden zu einem tiefen Schock mit schwerer Atemfunktionsstörung (Cheyne-Stokes Atmung), verminderter Harnausscheidung, Gelbsucht infolge toxischer Leberentzündung, Leberversagen und Blutgerinnungsstörung kommen.

Unter Umständen sind Störungen seitens des zentralen Nervensystems wie Lähmungen, Krämpfe, tiefe Bewusstlosigkeit (Koma) vorherrschend; selten Blutgerinnungsstörungen. Tödlicher Ausgang meistens in der Phase des Schocks (Kreislaufversagen). In der Phase der Genesung (Rekonvaleszenz) selten Verengungen im Magen-Darmbereich mit Beschwerden ähnlich denen bei Darmverschluss (wie Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, heftige kolikartige Bauchschmerzen, Stuhlverhalten).

Wenn Sie zu viele Kapseln eingenommen haben oder ein Kind einige Kapseln geschluckt hat, wenden Sie sich unverzüglich an einen Arzt/Notarzt. Dieser kann entsprechend der Schwere der Überdosierung über die erforderlichen Maßnahmen entscheiden. Halten Sie eine Packung des Arzneimittels bereit, damit sich der Arzt über den aufgenommenen Wirkstoff informieren kann.

Für den Arzt:

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GEBRAUCHSINFORMATION!

Wenn Sie die Einnahme von Aktiferrin compositum – Kapseln vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Nehmen Sie statt dessen einfach die übliche folgende Dosis zur gewohnten Zeit ein.

Wenn Sie die Einnahme von Aktiferrin compositum – Kapseln abbrechen

Setzen Sie bitte das Arzneimittel nicht plötzlich und ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab. Bei Auftreten von Nebenwirkungen wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, welche Gegenmaßnahmen es hierfür gibt und ob andere Arzneimittel für die Behandlung in Frage kommen. Siehe auch Abschnitt 3 unter „Dauer der Anwendung“.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel können Aktiferrin compositum – Kapseln Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Die folgende Einteilung wurde für die Häufigkeitsbeschreibungen der Nebenwirkungen verwendet:

Folgende Nebenwirkungen können während der Behandlung mit Aktiferrin compositum – Kapseln auftreten:

Erkrankungen des Nervensystems Sehr selten: Nach Dosen von über 15 mg Folsäure kann es zu Irritiertheit, Erregung, Schlafstörungen mit Albträumen kommen. Bei Epileptikern können vermehrt Anfälle auftreten.

Erkrankungen des Magen-Darmtrakts Häufig: Insbesondere bei hoher Dosierung können leichte Magen-Darmbeschwerden wie Magendrücken, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall auftreten. Die Einnahme mit den Mahlzeiten kann die Häufigkeit dieser Nebenwirkungen vermindern (siehe auch Abschnitt 2 unter „Bei Einnahme von Aktiferrin compositum-Kapseln zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken“). Sehr selten: Folsäure kann zu Appetitlosigkeit, Bauchbeschwerden, Blähungen und bitterem Geschmack im Mund führen.

Erkrankungen des Immunsystems Selten: Eisenkann allergische Hautreaktionen hervorrufen.
Sehr selten: Folsäure kann allergische Reaktionen hervorrufen (Hautrötung, Juckreiz, Krampf der Bronchialmuskulatur, Übelkeit).

HinweisEine dunkle bis schwarze Färbung des Stuhls ist durch die Einnahme von Aktiferrin compositum-Kapselnbedingt und völlig harmlos.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 25 °C lagern.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „Verwendbar bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.

Name

Aktiferrin compositum - Kapseln

Zusammensetzung

104,27 - 109,12 mg 1 Kapsel enthält EisenII-sulfat, getrocknet entsprechend 34,5 mg zweiwertigem Eisen D,L-Serin Folsäure 129,00 mg 0,61 0,66

Sonstige Bestandteile:
10,59 – 10,86 mg Sojabohnenöl hydriert, 42,35 – 43,44 mg Sojabohnenöl partiell hydriert, 10,64 mg Sojalecithin, 26,95 mg Trockensubstanz aus Sorbitollösung 70% nicht kristallisierend.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

Darreichungsform

Weichkapsel

Braune/dunkelbraune, längliche Weichgelatinekapseln, Größe 6, mit Aufdruck „Aktiferrin F“ und grau-gelber, öliger Paste als Inhalt

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