Was ist es und wofür wird es verwendet?
Amlodibene gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Kalziumantagonisten bezeichnet werden. Amlodibene wird angewendet zur Behandlung von:
- Bluthochdruck
- Brustschmerzen aufgrund einer Verengung der Koronararterien des Herzmuskels (Angina pectoris) oder der selteneren Form von Brustschmerzen, die auf einer Verkrampfung der Koronararterien des Herzmuskels beruhen (vasospastische Angina).
Wenn Sie an Bluthochdruck leiden, bewirkt Amlodibene eine Entspannung der Blutgefäße, so dass das Blut leichter durch diese hindurchfließen kann.
Wenn Sie an einer Angina leiden, bewirkt Amlodibene eine Verbesserung der Durchblutung des Herzmuskels, der dann mehr Sauerstoff erhält mit dem Ergebnis, dass die Brustschmerzen verhindert werden. Amlodibene bewirkt keine sofortige Linderung der durch Angina bedingten Brustschmerzen.
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
Amlodibene darf nicht eingenommen werden,
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Amlodipin oder ähnliche Kalziumkanalblocker (sogenannte Dihydropyridinderivate) oder gegen einen der sonstigen Bestandteile von Amlodibene sind (die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6)
- wenn Sie einen sehr niedrigen Blutdruck haben
- wenn Sie an einer unzureichenden Durchblutung Ihrer Gewebe leiden mit Symptomen wie z.B. niedriger Blutdruck, langsamer Puls, schneller Herzschlag (Schock, einschließlich kardiogener Schock). Kardiogener Schock bedeutet Schock aufgrund schwerer Herzprobleme.
- wenn Sie nach einem Herzinfarkt innerhalb der letzten vier Wochen an einer Herzinsuffizienz leiden
- wenn Sie an einer Verengung der Aorta (Aortenstenose) leiden
- wenn Sie auch in Ruhe oder bei geringster Anstrengung herzbedingte Brustschmerzen bekommen (instabile Angina pectoris)
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Amlodibene ist erforderlich
Informieren Sie Ihren Arzt vor Beginn der Behandlung:
- wenn Sie eine Herzinsuffizienz haben
- wenn Sie eine eingeschränkte Leberfunktion haben
- wenn Sie eine eingeschränkte Nierenfunktion haben
Ältere Patienten
Bei Dosiserhöhungen ist Vorsicht geboten.
Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren)
Amlodibene sollte bei Kindern wegen unzureichender Erfahrung nicht angewendet werden.
Bei Einnahme/Anwendung von Amlodibene mit anderen Arzneimitteln
Einige Arzneimittel (einschließlich Arzneimittel, die Sie ohne Rezept erhalten, pflanzliche Arzneimittel und Naturheilmittel) können mit Amlodibene in Wechselwirkung treten. Dies bedeutet, dass die Wirkung beider Arzneimittel verändert werden kann. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihren Arzt informieren, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:
- Arzneimittel, die den Blutdruck senken können, z. B. Betablocker, ACE-Hemmer, Alpha-1-Blocker und Diuretika. Amlodipin kann die blutdrucksenkende Wirkung dieser Arzneimittel verstärken.
- Diltiazem (Herzmittel) kann die Wirkung von Amlodibene verstärken.
- Ketoconazol und Itraconazol (Pilzmittel) können die Wirkung von Amlodibene verstärken.
- HIV-Proteasehemmer (antivirale Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen, z.B. Ritonavir) können die Wirkung von Amlodibene verstärken.
- Clarithromycin, Erythromycin und Telithromycin (Antibiotika) können die Wirkung von Amlodibene verstärken.
- Nefazodon (Arzneimittel zur Behandlung der Depression) kann die Wirkung von Amlodibene verstärken.
- Rifampicin und Rifabutin (Antibiotika) können die Wirkung von Amlodibene vermindern.
- Johanniskraut (
Hypericum perforatum
; pflanzliches Arzneimittel gegen Depression) kann die Wirkung von Amlodibene vermindern. - Dexamethason (Kortison) kann die Wirkung von Amlodibene vermindern.
- Phenobarbital, Phenytoin und Carbamazepin (Arzneimittel gegen Epilepsie) können die Wirkung von Amlodibene vermindern.
- Nevirapin (antivirales Arzneimittel) kann die Wirkung von Amlodibene vermindern.
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Bei Einnahme von Amlodibene mit Nahrungsmitteln und Getränken
Amlodibene sollten mit einem Glas Flüssigkeit (z.B. ein Glas Wasser) mit oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind oder während der Behandlung schwanger werden, dürfen Sie Amlodibene nicht einnehmen, außer wenn Ihr Arzt das Arzneimittel ausdrücklich verordnet. Die vorliegenden Daten reichen nicht aus, um das Risiko für das Kind zu beurteilen, wenn Sie Amlodipin während der Schwangerschaft einnehmen. Wenn Sie stillen, dürfen Sie Amlodibene nicht einnehmen. Wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt. Fragen Sie vor der Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen 
Seien Sie vorsichtig, wenn Sie ein Fahrzeug lenken oder Maschinen bedienen, wenn Sie dieses Arzneimittel einnehmen. Amlodibene führt nicht zu einer direkten Beeinträchtigung Ihrer Verkehrstüchtigkeit oder Ihrer Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Bei einigen Patienten treten jedoch Nebenwirkungen wie Schwindel und Schläfrigkeit auf, die mit einem Blutdruckabfall verbunden sind (siehe Abschnitt 4 dieser Gebrauchsinformation). Diese Nebenwirkungen treten am wahrscheinlichsten zu Beginn der Einnahme von Amlodibene und nach Dosissteigerung auf. Wenn derartige Wirkungen bei Ihnen auftreten, sollten Sie kein Fahrzeug lenken oder andere Tätigkeiten ausführen, die Aufmerksamkeit erfordern.
Wie wird es angewendet?
Nehmen Sie Amlodibene immer genau nach Anweisung Ihres Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Dosierung
Erwachsene
Die übliche Anfangsdosis ist ½ Tablette (entsprechend 5 mg Amlodipin) einmal täglich. Sofern erforderlich, kann Ihr Arzt die Dosierung gegebenenfalls auf 1 Tablette (entsprechend 10 mg Amlodipin) einmal täglich erhöhen.
Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren)
Amlodipin sollte bei Kindern und Jugendlichen nicht verabreicht werden.
Ältere Patienten
Es gibt keine besondere Dosierung für ältere Patienten, jedoch ist bei Dosiserhöhungen Vorsicht geboten.
Wenn Sie Nierenprobleme haben
Es wird die normale Dosis empfohlen. Amlodipin lässt sich nicht mittels Dialyse (künstliche Niere) aus dem Blut entfernen. Amlodibene sollte bei Patienten, die dialysiert werden, mit besonderer Vorsicht eingenommen werden.
Wenn Sie Leberprobleme haben
Die genaue Dosis, die für Patienten mit Leberproblemen erforderlich ist, wurde nicht bestimmt. Wenn Sie Leberprobleme haben, ist Amlodibene sehr vorsichtig anzuwenden (siehe auch den Abschnitt „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Amlodibene ist erforderlich“).
Wie Sie Ihr Medikament einnehmen sollen
Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit einem Glas Wasser ein. Sie können die Tabletten mit oder unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen.
Wenn Sie eine größere Menge von Amlodibene eingenommen haben, als Sie sollten Wenn Sie oder jemand anders zu viel Amlodibene eingenommen haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt, einer Notfallabteilung oder einer Vergiftungszentrale in Verbindung. Die betroffene Person sollte sich hinlegen und ihre Arme und Beine hochlagern (z.B. auf mehreren Kissen). Symptome einer Überdosierung sind: extremer Schwindel und/oder starkes Gefühl von Benommenheit, Probleme beim Atmen, sehr häufiger Harndrang.
Wenn Sie die Einnahme von Amlodibene vergessen haben
Wenn Sie eine Tablette vergessen haben, können Sie die Einnahme bis 12 Stunden nach dem gewohnten Einnahmezeitpunkt nachholen. Wenn mehr als 12 Stunden nach dem normalen Einnahmezeitpunkt verstrichen sind, holen Sie die versäumte Dosis nicht mehr nach, sondern nehmen Sie die nächste Tablette zum nächsten gewohnten Zeitpunkt ein. Nehmen Sie nie die doppelte Dosis Amlodibene ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.
Wenn Sie die Einnahme von Amlodibene abbrechen
Ihr Arzt hat Ihnen gesagt, wie lange Sie Amlodibene einnehmen sollen. Wenn Sie die Behandlung plötzlich abbrechen, können Ihre Symptome zurückkehren. Brechen Sie die Behandlung nie vor dem vereinbarten Zeitpunkt ab, ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt zu nehmen. Amlodibene wird üblicherweise zur Langzeitbehandlung verwendet. Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Wie alle Arzneimittel kann Amlodibene Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind. Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zu Grunde gelegt: 
Folgende Nebenwirkungen wurden während der Behandlung mit Amlodibene beobachtet:
Blut und Lymphe
Sehr selten:
- verminderte Zahl weißer Blutkörperchen, die zu Fieber ungeklärter Ursache, Halsschmerzen und grippeähnlichen Symptomen führen kann (Leukopenie)
- verminderte Zahl von Blutplättchen, die zu blauen Flecken oder Nasenbluten führen kann (Thrombozytopenie)
Hormonsystem
Gelegentlich: Vergrößerung der Brustdrüsen bei Männern
Stoffwechselstörungen
Sehr selten: Anstieg des Blutzuckers
Psychiatrisch
Gelegentlich: Schlafstörungen, Reizbarkeit, Depression
Selten: Verwirrtheit, Stimmungsveränderungen einschließlich Angst
Nervensystem
Häufig: Kopfschmerzen (insbesondere bei Behandlungsbeginn), Schläfrigkeit, Schwindel, Schwächegefühl
Gelegentlich: Unwohlsein, trockener Mund, unkontrolliertes Zittern (Tremor), Prickeln (Parästhesien), vermehrtes Schwitzen
Selten: Veränderungen der Geschmackswahrnehmung
Sehr selten: Schmerzen oder Taubheitsgefühl von Händen und Füßen (periphere Neuropathie)
Augen
Gelegentlich: Probleme beim Sehen (Sehstörungen)
Ohren
Gelegentlich: Klingeln oder Brummen (Tinnitus)
Herz
Häufig: beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen)
Gelegentlich: Ohnmacht, beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Brustschmerzen und Verstärkung einer Angina können bei Behandlungsbeginn auftreten
Bei vereinzelten Fällen wurden die folgenden Nebenwirkungen berichtet; es konnte aber nicht nachgewiesen werden, dass die Behandlung mit Amlodipin die Ursache war: Herzinfarkt (Myokardinfarkt), unregelmäßiger Herzschlag und Brustschmerzen (Angina pectoris)
Kreislauf
Gelegentlich: niedriger Blutdruck, Entzündung von Blutgefäßen
Lungen, Atmung und Brustkorb
Gelegentlich: Atemschwierigkeiten, Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis), Husten
Magen und Darm
Häufig: Übelkeit, Verdauungsstörungen, Magenschmerzen
Gelegentlich: Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Schwellung des Zahnfleisches (Gingivahyperplasie) Sehr selten: Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)
Leber und Galle
Selten: Anstieg bestimmter Leberenzyme; Gelbverfärbung der Haut und des Weißen des Auges; dies könnte Folge einer veränderten Leberfunktion oder einer Entzündung der Leber sein
Haut
Sehr häufig: Knöchelschwellungen
Häufig: Rötung des Gesichts und Hitzegefühl (vor allem bei Behandlungsbeginn)
Gelegentlich: Kribbeln und Prickeln der Haut (Exanthem), Juckreiz, Nesselausschlag, Haarausfall, Verfärbung der Haut
Sehr selten: allergische Reaktion mit Schwellung der Haut im Bereich von Gesicht oder Gliedmaßen, Schwellung der Lippen und der Zunge, Schwellung der Schleimhäute im Mund und Rachen, die zu Kurzatmigkeit und Schluckschwierigkeiten führen (Angioödem). Setzen Sie sich unverzüglich mit einer Notfallabteilung oder mit einem Arzt in Verbindung, wenn diese Symptome auftreten. In vereinzelten Fällen wurden allergischer Hautausschlag mit unregelmäßigen roten Flecken, der durch Medikamente verursacht wurde (Erytheme exsudativum multiforme) oder schwere allergische Reaktionen mit bläschenförmigen Ausschlag von Haut und Schleimhäuten (exfoliative dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom) beobachtet.
Muskeln und Knochen
Gelegentlich: Muskelkrämpfe, Rückenschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen
Nieren
Gelegentlich: Verstärkter Harndrang (erhöhte Miktionsfrequenz)
Geschlechtsorgane und Brustdrüsen
Gelegentlich: Impotenz
Allgemeine Erkrankungen
Gelegentlich: Gewichtszu- oder abnahme
Wie soll es aufbewahrt werden?
In der Originalpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren. Sie dürfen Amlodibene nach dem auf der Schachtel angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats. Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.
Name
Amlodibene 5 mg - Tabletten
Amlodibene 10 mg - Tabletten
Zusammensetzung
Amlodibene 5 mg - Tabletten
Jede Tablette enthält 5 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat).
Amlodibene 10 mg - Tabletten
Jede Tablette enthält 10 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat).
Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
Darreichungsform
Tablette
Amlodibene 5 mg - Tabletten
Weiße bis naturweiße, runde, einseitig konvexe Tabletten mit der Gravur „A“ und „5“ auf der Seite mit der Bruchkerbe.
Amlodibene 10 mg - Tabletten
Weiße bis naturweiße, runde, einseitig konvexe Tabletten mit der Gravur „A“ und „10“ auf der Seite mit der Bruchkerbe.
Die Tablette kann in gleiche Hälften geteilt werden.


