Was ist es und wofür wird es verwendet?
Amoxicillin ist ein Breitbandantibiotikum aus der Gruppe der Aminopenicilline. Die Wirksamkeit von Amoxicillin beruht auf der Hemmung des Zellwandaufbaues von Bakterien.
Aufgrund seines breiten Wirkungsfeldes kann Amoxicillin bei vielen Infektionskrankheiten eingesetzt werden. Amoxicillin ist säuerlich und wird daher vom Magensaft nicht angegriffen und aus dem Dünndarm gut in das Blut aufgenommen.
Amoxistad ist zur Behandlung folgender bakterieller Infektionen geeignet, die durch Amoxicillin-empfindliche Erreger verursacht werden:
- Infektionen der oberen und unteren Atemwege und des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs wie Mittelohrentzündung, Nebenhöhlenentzündung, Mandelentzündung verursacht durch bestimmte Bakterien (nachgewiesene beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A), eitrige Schübe der chronischen Bronchitis, Lungenentzündung
- Infektionen der Nieren und der ableitenden Harnwege
- Infektionen der Gallenblase und der Gallengänge
- gesicherte Helicobacter pylori-Infektion in Form einer Tripel-Therapie
- Infektionen der Haut und der Weichteile wie Wundrose (Erysipel)
- Lyme-Borelliose (Stadium I, Erythema migrans) und Listeriose
- Verhütung von bakterieller Streuung und daraus folgender Entzündung der Herzinnenhaut bei instrumentellen Untersuchungenbzw. Operationen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich oder bei zahnärztlichen Eingriffen bei bestimmten Risikopatienten
National und international anerkannte Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Amoxistad zu berücksichtigen.
Bei schweren Infektionen oder schwer erreichbaren Infektionsherden (z.B. Herz, Gehirn, Knochen) wird Ihnen Ihr Arzt Injektionen oder Infusionen verabreichen.
Amoxistad darf nur auf Verschreibung eines Arztes eingenommen werden.
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
Amoxistad darf nicht eingenommen werden,
- Wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Amoxicillin oder andere Penicilline oder einen der sonstigen Bestandteile von Amoxistad sind. Bei Überempfindlichkeit gegen andere ß-Lactam-Antibiotika oder Cephalosporine ist auch eine Überempfindlichkeit gegenüber Amoxicillin möglich. Informieren Sie daher den behandelnden Arzt, wenn bei Ihnen schon einmal eine Arzneimittelüberempfindlichkeit oder andere Allergien (wie Asthma bronchiale, Heuschnupfen) festgestellt wurden.
Besondere Vorsicht bei der Einnahme Amoxistad ist erforderlich,
Bei Pfeiffer´schem Drüsenfieber (infektiöser Mononukleose) und lymphatischer Leukämie sollte Amoxicillin aufgrund verstärkter Nebenwirkungen (masernähnlicher Ausschlag - morbilliformes Exanthem) nicht eingesetzt werden.
Bei Patienten mit Asthma bronchiale bzw. Heuschnupfen (allergischer Diathese) ist besondere Vorsicht geboten.
Ihr Arzt wird bei eingeschränkter Nierenfunktion die Dosierungsintervalle entsprechend dem Schweregrad der Funktionsstörung anpassen.
Bei schweren Magen-Darm-Störungen mit Erbrechen und Durchfall ist eine ausreichende Resorption von Amoxicillin nicht mehr gewährleistet. Es sollte dann die parenterale Anwendung eines Antibiotikums in Erwägung gezogen werden.
Wenn Sie an anderen Krankheiten oder Allergien leiden, informieren Sie unbedingt Ihren Arzt.
Bitte melden Sie erste Anzeichen von Nebenwirkungen, insbesondere schwere Durchfälle, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschläge, Pulsjagen, Atemnot oder eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes (z.B. verstärkte Halsschmerzen) unverzüglich Ihrem Arzt. Sollten während oder nach der Behandlung schwere wässrige Durchfälle auftreten, verständigen Sie sofort Ihren Arzt, der unverzüglich eine entsprechende Behandlung verordnen wird. Bei plötzlich auftretenden Kreislaufstörungen, Juckreiz, Blässe, Schweißausbruch, eventuell Lid-, Gesichtsödem (abnorme Ansammlung von Flüssigkeit) ist umgehend ärztliche Hilfe erforderlich.
Während der Behandlung mit Amoxistadsollten Sie viel Flüssigkeit trinken, um eine ausreichende Harnmenge zu gewährleisten.
Eine Verlängerung der Prothrombinzeit wurde in seltenen Fällen bei Patienten, die Amoxicillin erhielten berichtet. Bei gleichzeitiger Verordnung von Antikoagulantien (Blutgerinnungs-Hemmer) muss eine entsprechende Überwachung erfolgen.
Die gleichzeitige Einnahme von Amoxicillin und Gichtmitteln (Allopurinol) erhöht das Risiko des Auftretens von Hautausschlägen.
Bei Langzeittherapien werden Blutbild-, Leber und Nierenfunktionskontrollen empfohlen. Halten Sie daher bitte die vom Arzt angeordneten Untersuchungstermine unbedingt ein.
Bei Nichtansprechen der Behandlung bzw. Langzeittherapie kann es zu Überwucherung nicht-empfindlicher Keime kommen.
Auch wenn eine Besserung der Krankheitssymptome oder eine Beschwerdefreiheit eintritt, darf die Behandlung mit Amoxistadkeinesfalls ohne ärztliche Anweisung geändert oder abgebrochen werden, um eine erneute Verschlechterung bzw. das Wiederauftreten der Krankheit zu vermeiden.
Ein Aufbewahren der Restmenge für spätere Erkrankungen ist nicht zu empfehlen.
Bei Einnahme von Amoxistad mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Die Wirkungen mancher Arzneimittel können durch gleichzeitige Anwendung anderer Arzneimittel oder Nahrungs- bzw. Genussmittel beeinflusst werden. Man spricht dann von Wechselwirkungen. Wechselwirkungen können auftreten mit:
- Allopurinol, Probenecid (Mittel zur Behandlung von Gicht),
- anderen Antibiotika, die das Bakterienwachstum hemmen (wie z.B. Tetracycline, Erythromycin, Sulfonamide, Chloramphenicol),
- Cumarinen (blutgerinnungshemmenden Arzneimittel),
- entzündungshemmenden Schmerzmitteln (Acetylsalicylsäure, Indometacin, Phenylbutazon),
- Digoxin (herzstärkendes Mittel).
- Diuretika (Arzneimittel zur gesteigerten Wasserausscheidung)
- Methotrexat (ein Arzneimittel zur Behandlung von Krebs)
Wie bei anderen Antibiotika kann während der Verabreichung von Amoxicillin möglicherweise die Sicherheit von oralen Empfängnisverhütungsmitteln (,,Pille") beeinträchtigt werden.
Amoxicillin kann die Ergebnisse bestimmter Laboruntersuchungen beeinflussen: Nichtenzymatische Methoden zur Harnzuckerbestimmung, Urobilinogen-Nachweis, Urin- und Blut-
Gesamteiweissbestimmungen mittels Farbreaktion (Ninhydrin-Reaktion nach Ehrlich), Glykosuriebestimmung mittels Farbreaktion, Östriolbestimmung bei Schwangeren, direkter Coombs-Test, Aminosäure-Chromatographie des Urins, Cooper-Chelat-Methode zur Bestimmung der Harnsäurekonzentration im Blut
Aufgrund der genannten möglichen Wechselwirkungen dürfen andere Arzneimittel neben Amoxistad nur mit Einverständnis des behandelnden Arztes eingenommen werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Schwangerschaft Sie müssen Ihren Arzt informieren, wenn Sie schwanger sind, wenn Sie glauben, schwanger zu sein, oder eine Schwangerschaft planen. Ihr Arzt wird dann entscheiden, ob Sie Amoxistad einnehmen dürfen.
Stillzeit Da Amoxicillin in die Muttermilch übertreten kann, sollte für die Dauer der Behandlung nicht gestillt werden oder die Milch abgepumpt und verworfen werden.
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Nach bisherigen Erfahrungen hat Amoxicillin im Allgemeinen keinen Einfluss auf die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit. Durch das Auftreten von Nebenwirkungen kann jedoch ggf. das Reaktionsvermögen verändert und die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol (s. a. Abschnitt 4 Welche Nebenwirkungen sind möglich?).
Wie wird es angewendet?
Nehmen Sie Amoxistad immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Die Dosierung wird von Ihrem Arzt sorgfältig individuell bestimmt, je nach Empfindlichkeit des Erregers sowie nach Schwere, Art und Ort der Infektion sowie vom Alter, vom Gewicht und von der Nierenfunktion des Patienten. Halten Sie sich unbedingt an die vom Arzt verordnete Dosierung, um den Behandlungserfolg zu sichern. In der Regel wird die empfohlene Tagesdosis auf 2 - 4 Einzelgaben aufgeteilt. Im Allgemeinen gelten folgende Dosierungsempfehlungen:
Erwachsene, Jugendliche und Kinder mit einem Körpergewicht (= KG) über 40 kg (i.d.R. über 12
Jahre):1000- 3000 mg Amoxicillin/Tag aufgeteilt auf 3 - 4 Einzelgaben.
Eine Aufteilung der gesamten Tagesdosis in 2 Einzelgaben (Dosierungsintervall alle 12 Stunden) ist ebenfalls möglich. Hierbei sollte jedoch die Tagesdosis im höheren Bereich liegen, um einen ausreichenden Wirkstoffspiegel von Amoxicillin kontinuierlich zu gewährleisten. Bei schweren Fällen bzw. minderempfindlichen Erregern ist eine Steigerung der Tagesdosis auf 4000-6000 mg Amoxicillin möglich.
Kinder mit einem Körpergewicht bis 40 kg (i.d.R. unter 12 Jahre):
Durchschnittliche Dosierung: 30 - 50 mg Amoxicillin /kg KG/Tag aufgeteilt auf 2-4 Einzeldosen. Die Maximaldosis für Kinder unter 40 kg KG (unter 12 Jahren) ist 2000 mg Amoxicillin/Tag.
Feste Arzneizubereitungen, die unzerkaut geschluckt werden müssen, wie z. B. Tabletten, sind für Kinder unter 6 Jahren ungeeignet. Hierfür sind andere geeignetere Darreichungsformen anzuwenden. Für die Dosierung ist grundsätzlich das Körpergewicht des Patienten maßgebend, auch wenn dieses im Einzelfall nicht mit dem angegebenen Lebensalter übereinstimmt.
Für Kinder und geringere Dosierungen steht auch Amoxistad 250 mg/5 ml-Trockensaft zur Verfügung.
Tonsillitis und Pharyngitis durch beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A Erwachsene, Jugendliche und Kinder mit einem Körpergewicht über 40 kg (i.d.R. über 12 Jahre)
1000 mg zweimal täglich. Die Behandlung sollte mindestens 10 Tage dauern.
Akute Exazerbation einer chronischen Bronchitis
Erwachsene, Jugendliche und Kinder mit einem Körpergewicht über 40 kg (i.d.R. über 12 Jahre)
1000 mg zweimal täglich.
Borreliose: Erwachsene, Jugendliche und Kinder mit einem Körpergewicht über 40 kg (i.d.R. über 12 Jahre)
500 – 1000 mg 3x täglich über 14 – 21 Tage
Kinder unter 40 kg Körpergewicht: 50 mg Amoxicillin/kg Körpergewicht/Tag verteilt auf Einzelgaben.
Bei unkomplizierten, akuten Harnwegsinfektionen bei Frauen ist die einmalige Einnahme von 3 g Amoxicillin möglich.
Endocarditis-Prophylaxe
Erwachsene und Jugendliche und Kinder über 40 kg KG1 mal 2000 mg (unter 70 kg KG) bzw. 3000 mg (über 70kg KG) Amoxicillin eine Stunde vor dem Eingriff
Kinder mit einem Körpergewicht) bis 40 kg (i.d.R. unter 12 Jahre)
50 mg/kg KG eine Stunde vor dem Eingriff
Bei Hochrisikopatienten soll die Dosis nach 8 - 12 Stunden wiederholt werden.
Dosierung zur Therapie von gesicherten Helicobacter pylori-Infektionen
Erwachsene, Jugendliche und Kinder über 40 kg Körpergewicht (ab ca. 12 Jahre)2-mal 1000 mg Amoxicillin/Tag für 7 Tage in Form einer Tripel-Therapie
Kinder mit einem Körpergewicht bis 40 kg Körpergewicht (bis ca. 12 Jahre)50 mg Amoxicillin/kg Körpergewicht/Tag (Tageshöchstdosis 2000 mg Amoxicillin) aufgeteilt in 2 Einzelgaben (alle 12 Stunden) für einen Zeitraum von 7 Tagen.
Die Behandlung ist in Kombination mit einem weiteren Antibiotikum (in der Regel Clarithromycin, oder Metronidazol) und einem Protonenpumpenhemmer (wie beispielsweise Omeprazol) als Tripel-Therapie durchzuführen.
Die erfolgreiche Eradikation von Helicobacter pylori ist 4 – 6 Wochen nach Beendigung der Therapie durch geeignete Untersuchungen zu sichern.
Bei erfolgloser Eradikation ist vor einem weiteren Behandlungszyklus die Gewinnung einer Magenschleimhautbiopsie zur Bestimmung der Resistenzlage erforderlich.
Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion:Bei eingeschränkter Nierenfunktion wird Ihnen Ihr Arzt andere Dosierungsrichtlinien geben.
Dosierung bei Hämodialyse:Bei Patienten mit Blutwäsche wird der Arzt eine Dosisanpassung vorgenommen. Patienten, die einer Hämodialyse unterzogen werden, erhalten eine weitere Normaldosierung am Ende der Hämodialyse.
Dosierung bei Peritonealdialyse:Amoxicillin wird durch Peritonealdialyse nicht aus dem Blutkreislauf entfernt. Für Patienten unter Peritonealdialyse wird Ihnen ihr Arzt eine auf sie angepasste Dosierungsempfehlung geben.
Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion:
Bei Patienten mit Zeichen einer Leberschädigung sind die Leberfunktionswerte in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren. Halten Sie daher bitte die vom Arzt angeordneten Kontrollen unbedingt ein. Falls sich die Werte während der Behandlung verschlechtern, wird Ihr Arzt unter Umständen die Behandlung abbrechen.
Dosierung bei älteren Patienten: Es werden die üblichen Erwachsenendosierungen empfohlen. Es gilt jedoch zu beachten, dass bei älteren Patienten die Leber- und Nierenfunktion eingeschränkt sein kann und der Arzt daher gegebenenfalls die Dosierung entsprechend anpassen muss.
Art der Anwendung
Amoxistad soll unzerkaut vor, während oder nach den Mahlzeiten mit reichlich Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) eingenommen werden. Die Einnahme während der Mahlzeiten hat keinen Einfluss auf die Aufnahme des Wirkstoffes in die Blutbahn.
Bei magenempfindlichen Patienten wird die Einnahme nach dem Essen empfohlen.
Dauer der Anwendung
Um eine erneute Verschlechterung beziehungsweise das Wiederauftreten der Krankheit zu vermeiden, ist die Behandlungsdauer - entsprechend den Empfehlungen Ihres Arztes - auch nach Abklingen der Krankheitserscheinungen, d.h. auch wenn eine Besserung der Krankheitssymptome oder Beschwerdefreiheit eintritt, einzuhalten. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie lange die Behandlung mit Amoxistaddauert. Ändern Sie keinesfalls die Behandlung ohne ärztliche Anweisung, hören Sie ohne ärztliche Anweisung keinesfalls vorzeitig mit der Behandlung auf, weil die Wirkung sonst nicht ausreicht. Falls vom Arzt nicht anders festgelegt, richtet sich die Behandlungsdauer nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung.
Auch nach Abklingen der Symptome (Fieber, Husten etc.) sollte die Behandlung noch zwei bis drei Tage fortgesetzt werden. In den meisten Fällen ist bei akuten Infektionen eine Behandlungsdauer von 7 bis 10 Tagen ausreichend.
Falls Infektionen durch beta-hämolysierende Streptokokken behandelt werden, muss die Behandlung mindestens 10 Tage lang erfolgen, um Spätschäden, wie z.B. rheumatisches Fieber, zu vermeiden.
Bei Borreliose wird eine Behandlungsdauer von 12 Tagen empfohlen. Über die Anwendungsdauer entscheidet in jedem Fall der behandelnde Arzt.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Amoxistadzu stark oder zu schwach wirkt, ändern Sie nicht von sich aus die Anwendung, sondern fragen Sie Ihren Arzt oder Ihren Apotheker.
Wenn Sie eine größere Menge von Amoxistad eingenommen haben, als Sie sollten
Die Symptome bei Überdosierung entsprechen im Wesentlichen dem Nebenwirkungsprofil (siehe 4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?). Insbesondere können Sie eine Überdosierung anhand von Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfällen, schlimmstenfalls von Krämpfen erkennen. Bei jedem Verdacht einer Überdosierung oder Unsicherheit Ihrerseits, vor allem, wenn Sie unter eingeschränkter Nierenfunktion, Epilepsie oder Hirnhautentzündung leiden, informieren Sie unbedingt einen Arzt, damit dieser über das weitere Vorgehen entscheiden kann.
Wenn Sie die Einnahme von Amoxistad vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Eine versäumte Anwendung von Amoxistadsollten Sie unverzüglich nachholen. Nehmen Sie jedoch bei der nächsten Gabe nicht mehr als die übliche empfohlene Menge ein. Beachten Sie bitte, dass Amoxistadnur dann sicher und ausreichend wirken kann, wenn es regelmäßig eingenommen wird.
Wenn Sie die Einnahme von Amoxistad abbrechen
Um eine erneute Verschlechterung beziehungsweise das Wiederauftreten der Krankheit zu vermeiden, ist die Behandlungsdauer - entsprechend den Empfehlungen Ihres Arztes - auch nach Abklingen der Krankheitserscheinungen, d.h. auch wenn eine Besserung der Krankheitssymptome oder Beschwerdefreiheit eintritt, einzuhalten. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie lange die Behandlung mit Amoxistad dauert. Ändern Sie keinesfalls die Behandlung ohne ärztliche Anweisung, hören Sie ohne ärztliche Anweisung keinesfalls vorzeitig mit der Behandlung auf, weil die Wirkung sonst nicht ausreicht.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Wie alle Arzneimittel kann Amoxistad Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden üblicherweise folgende Häufigkeitsangaben zu Grunde gelegt:
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
Selten: Blutbildveränderungen (Eosinophilie, hämolytische Anämie)
Sehr selten: Blutbildveränderungen (Agranulozytose, Leukopenie, Granulozytopenie, Thrombopenie, Panzytopenie, Neutropenie oder Myelosuppression sowie Verlängerung der Blutungs- und Prothrombinzeit). Diese Erscheinungen klingen nach Beenden der Therapie mit Amoxistad wieder ab.
Nicht bekannt: punktförmiger Ausschlag auf Grund von Blutbildveränderungen (thrombozytopenische Purpura)
Erkrankungen des Nervensystems: Selten: Erregbarkeit oder Lethargie, Ängstlichkeit, Schlaflosigkeit, Verwirrtheit, Krämpfe Sehr selten: Hyperkinesie (Extrabewegungen), Schwindelgefühl
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Häufig: Störungen des Magen-Darm-Trakts in Form von Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blähungen, weichen Stühlen oder Durchfall, die meist leichter Natur sind und häufig während, sonst nach Absetzen der Therapie abklingen. Mundtrockenheit, Geschmacksstörungen
Selten: reversible Zahnverfärbungen
Sehr selten: Ausbildung einer schwarzen Haarzunge, pseudomembranöse Kolitis (schwere Darmentzündung)
Erkrankungen der Niere und Harnwege Selten: Nierenentzündung (akute und interstitielle Nephritis), Nierenfunktionsstörungen mit Veränderung bestimmter Enzymwerte (Erhöhung der BUN- und
Kreatininkonzentrationen im Serum), akutes Nierenversagen mit Harnsteinen, Kristallurie (Kristalle im Urin).
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Häufig: Hautreaktionen, die durch entzündliche Ausschläge und Juckreiz gekennzeichnet sind. Das sofortige Auftreten einer Nesselsucht deutet meist auf eine echte Penicillinallergie hin und zwingt zum Therapieabbruch.
Gelegentlich : Entzündliche Hautausschläge und Schleimhautentzündungen, besonders im Bereich des Mundes.
Selten: Haut- und Schleimhautschwellungen (Angioneurotisches Ödem, Quincke-Ödem), verschieden schwere Hautausschläge (Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, akute generalisierte Pustulosis, toxische epidermale Nekrolyse, Dermatitis bullosa und Dermatitis exfoliativa).
Infektionen und parasitaere Erkrankungen
Gelegentlich: Überwucherung mit resistenten Bakterien oder Sprosspilzen bei langfristiger und wiederholter Anwendung
Erkrankungen des Immunsystems Selten: schwerwiegendere allergische Reaktionen bei Penicillin Allergie, z.B. in Form von Arzneimittelfieber, Blutbildveränderung (Eosinophilie, hämolytischer Anämie), Schwellungen im Bereich des Gesichts, der Zunge und/oder des Kehlkopfes ( angioneurotischem Ödem, Larynxödem), Serumkrankheit, allergische Gefäßentzündung oder Nierenentzündung (Vaskulitis oder Nephritis) Anaphylaktischer Schock
In seltenen Fällen ist im zeitlichen Zusammenhang mit einer Amoxicillin- Therapie über schwere Hauterscheinungen mit lebensbedrohlichen Allgemeinreaktionen (wie z.B. exfoliative Dermatitis (schuppige Abschälung der Haut), Lyell-Syndrom (schwerwiegende Blasenbildung der Haut)) berichtet worden. Amoxicillin als Ursache hierfür ist bisher nicht bewiesen.
Es ist möglich, dass das Immunsystem Hautpilze und Penicillin als gleich erkennt. Dadurch können bei Personen, die an einer Hautpilzinfektion erkrankt sind oder waren, auch bei erstmaliger Penicillingabe, Reaktionen wie nach dem zweitem Kontakt auftreten, die meist schwerwiegender sind.
Leber- und Gallenerkrankungen Gelegentlich: vorübergehende Erhöhung von Transaminasen (bestimmte Leberenzyme) im Serum. Selten: Gelbsucht (Cholestatischer Ikterus) oder Hepatitis (Leberentzündung). In den meisten Fällen heilen diese jedoch spontan ab.
Nicht bekannt: eingeschränkte Nierenfunktion
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Selten: Arzneimittelfieber
Wie soll es aufbewahrt werden?
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem dem Umkarton nach Verw. bis angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Nicht über 30 °C lagern!
Den Blister im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.
Name
Amoxistad 500 mg Filmtabletten
Zusammensetzung
1 Filmtablette enthält 573,90 mg Amoxicillin-Trihydrat, entsprechend
500 mg Amoxicillin.
Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
Darreichungsform
Weiße, runde Filmtablette mit einseitiger Bruchrille.
Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Tablette für ein erleichtertes Schlucken und nicht zum Aufteilen in gleiche Dosen.


