ASS Hexal 100 mg - Tabletten

 

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Acetylsalicylsäure (ASS) hemmt das Zusammenhaften und Verklumpen von Blutplättchen (Thrombozytenaggregation) und vermindert dadurch das Auftreten von Blutgerinnseln.

ASS Hexal wird angewendet

  • zur Vorbeugung von Schlaganfällen, nachdem Vorläuferstadien aufgetreten sind
  • zur Verminderung des Herzinfarktrisikos bei Patienten mit Angina pectoris
  • zur Verminderung der Gefahr weiterer Thrombosen der Herzkranzgefäße nach überstandenem Herzinfarkt (Reinfarktprophylaxe)
  • bei Verdacht auf akuten Herzinfarkt
  • zur Vorbeugung von Thrombosen nach Herzoperationen (aortokoronarer Bypass, PTCA)

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

ASS Hexal darf nicht eingenommen werden

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Acetylsalicylsäure oder einen der sonstigen Bestandteile von ASS Hexal sind
  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen andere Salicylate, verwandte Stoffe oder andere Allergene sind (bestimmte sogenannte „nicht-steroidale Antirheumatika“, NSAR)
  • bei Magen- und/oder Darmgeschwüren
  • bei Blutungsneigung
  • bei schwerer Störung der Leber- und Nierenfunktion
  • bei schwerer, nicht ausreichend behandelter Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • bei gleichzeitiger Behandlung mit Methotrexat (einem bestimmten Chemotherapeutikum) in einer Dosierung von 15 mg und mehr pro Woche
  • in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von ASS Hexal ist erforderlich

  • wenn bei Ihnen eine Überempfindlichkeit gegen andere Schmerzmittel und Medikamente zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen bekannt ist
  • wenn bei Ihnen eine Allergie, Asthma bronchiale, Heuschnupfen, Nasenschleimhautschwellung oder chronische Atemwegserkrankung vorliegen
  • wenn Sie gleichzeitig mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln (z.B. Cumarin-Derivaten) oder Heparin – mit Ausnahme niedrig dosierter Heparintherapie – behandelt werden
  • wenn Sie eine bestimmte vererbte Form der Blutarmut haben (Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel mit hämolytischer Anämie)
  • wenn Sie bereits Magen- oder Darmgeschwüre oder Magen-/Darmblutungen hatten
  • wenn Ihre Leber- und/oder Nierenfunktion beeinträchtigt ist
  • im Falle einer Mangelernährung oder Austrocknung
  • und vor Operationen

Vor einer geplanten Operation (auch bei kleineren Eingriffen wie z.B. Zahnextraktion) informieren Sie Ihren Arzt oder Zahnarzt. ASS Hexal kann die Blutungszeit verlängern.

Des weiteren kann es zu unregelmäßigen und verstärkten Menstruationsblutungen kommen.

Acetylsalicylsäure vermindert in niedriger Dosierung die Harnsäureausscheidung. Bei entsprechend gefährdeten Patienten kann diese unter Umständen einen Gichtanfall auslösen.

Bei Anwendung von Acetylsalicylsäure in großen Mengen über mehrere Jahre können Nierenschäden auftreten. In einem solchen Fall ist die Nierenfunktion zu überprüfen.

Bei einer häufigen Einnahme von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die zu erneuter Einnahme und damit zu einem Weiterbestehen der Kopfschmerzen führen können.

Durch die gleichzeitige Einnahme mit Alkohol kann es zu einer Verstärkung der Nebenwirkungen des Magen-Darmtraktes und des Nervensystems kommen.

Acetylsalicylsäure sollte ohne Anweisung eines Arztes nicht über einen längeren Zeitraum oder in höheren Dosen eingenommen werden.

Bei Kindern und Jugendlichen wurden in Einzelfällen lebensbedrohliche Komplikationen (Reye-Syndrom) beobachtet. Bei lang andauerndem Erbrechen, Austrocknung, Bewusstseinstrübung und Krämpfen müssen Sie sofort den Arzt verständigen. Acetylsalicylsäure soll bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkrankungen nur auf ärztliche Anweisung und nur dann angewendet werden, wenn andere Maßnahmen nicht wirken.

Bei Einnahme von ASS Hexal mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Die gleichzeitige Einnahme von Acetylsalicylsäure mit anderen Arzneimitteln kann zur Verstärkung oder Abschwächung ihrer Wirkung (und auch von Nebenwirkungen) führen.

Verstärkt werden

  • die Wirkung gerinnungshemmender Arzneimittel (z.B. Cumarin-Derivate, Heparin)
  • die Wirkung von anderen Arzneimitteln, die das Zusammenhaften und Verklumpen von Blutplättchen hemmen (sogenannten „Thrombozytenaggregationshemmern“, z.B. Ticlopidin, Clopidogrel)
  • das Risiko einer Magen-/Darm-Blutung bei gleichzeitiger Behandlung mit Glucocorticoiden (bestimmten Hormonen der Nebennierenrinde), Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI, das sind bestimmte Antidepressiva) oder bei Alkoholkonsum
  • die Wirkung von blutzuckersenkenden Arzneimitteln (Sulfonylharnstoffen, Insulin)
  • die Plasmaspiegel von Digoxin (bestimmtes Mittel gegen Herzschwäche), Barbituraten (bestimmte Schlafmittel) und Lithium (bestimmtes Mittel gegen Depressionen)
  • die Wirkung von antibiotisch wirksamen Sulfonamiden inklusive Cotrimoxazol
  • Trijodthyronin (Schilddrüsenhormon)
  • Valproinsäure (bestimmtes Mittel gegen Epilepsie)

Abgeschwächt wird

  • die Wirkung von entwässernden Medikamenten (Aldosteronantagonisten wie z.B. Spironolacton und Canrenoat)
  • die Wirkung von harntreibenden Medikamenten (Schleifendiuretika wie z.B. Furosemid)
  • die Wirkung von Medikamenten, die die Harnsäureausscheidung beeinflussen (Urikosurika wie z.B. Probenecid, Sulfinpyrazon)

Der Behandlungserfolg kann beeinflusst werden, wenn Acetylsalicylsäure (ASS) gleichzeitig mit einigen anderen Präparaten angewendet wird gegen:

  • Blutgerinnsel (z.B. Warfarin)
  • Abstoßung von Organen nach einer Transplantation (Ciclosporin, Tacrolimus)
  • Hohen Blutdruck (z.B. Diuretika und ACE Hemmer)
  • Schmerzen und Entzündungen (z.B. Steroide oder entzündungshemmende Präparate)
  • Gicht (Probenecid)
  • Krebs oder rheumatoider Artritis (Methotrexat)

Die gleichzeitige Einnahme von Ibuprofen (einem bestimmten NSAR) kann die blutplättchenhemmende Wirkung von Acetylsalicylsäure beeinträchtigen.

Wenn gleichzeitig bestimmte Mittel gegen Infektionskrankheiten (Tetracycline) eingenommen werden, muss ein Einnahmeabstand von 1 - 3 Stunden eingehalten werden.

Die gleichzeitige Einnahme von Pentoxifyllin (zur Behandlung von Durchblutungsstörungen) kann das Blutungsrisiko erhöhen.

ASS Hexal sollte, ohne die ausdrückliche Anweisung eines Arztes, nicht gleichzeitig mit einem der oben angeführten Arzneimittel angewendet werden.

Bei Einnahme von ASS Hexal zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Die Tabletten sollen mit der Mahlzeit mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Bei Verdacht auf Herzinfarkt empfiehlt es sich, die Tablette in einem Teelöffel Wasser zerfallen zu lassen.

Schwangerschaft und Stillzeit
Es gibt Hinweise darauf, dass nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure während der ersten 3 Schwangerschaftsmonate ein erhöhtes Risiko für Missbildungen beim Kind besteht. Allerdings scheint dieses Risiko bei normaler Dosierung (Tagesdosen zwischen 50 und 150 mg) gering zu sein.
Erfahrungen bei Schwangeren, die während der letzten 6 Schwangerschaftsmonate Dosierungen von 50 bis 150 mg ASS täglich eingenommen haben, geben keine Hinweise auf eine mögliche schädliche Wirkung für Mutter und Kind. Höhere Dosierungen, wie in der Schmerzbehandlung üblich, können bei Einnahme in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft zu einer Wehenhemmung, zu bestimmten Gefäßveränderungen beim Ungeborenen (vorzeitiger Verschluss des Ductus arteriosus Botalli) sowie erhöhter Blutungsneigung bei Mutter und Kind führen.

In den ersten 6 Monaten der Schwangerschaft soll Acetylsalicylsäure nur nach strenger Indikationsstellung und nur in Tagesdosen bis 150 mg Acetylsalicylsäure eingenommen werden.
In den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft darf Acetylsalicylsäure nicht eingenommen werden.

In der Stillzeit ist die Einnahme von Tagesdosen bis 150 mg über kurze Zeiträume möglich. Vor der Einnahme von höheren Dosen oder bei längerer Anwendung sollte abgestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
ASS Hexal 100 mg – Tabletten haben keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie ASS Hexal immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind. Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis 1 x täglich 1 Tablette (100 mg).

Folgende Dosierungen werden empfohlen:

Erwachsene Vorbeugung von Schlaganfällen
50 - 150 mg Acetylsalicylsäure (entsprechend ½ bis 1 ½ Tabletten ASS Hexal)

Verminderung des Herzinfarktrisikos
75* - 150 mg Acetylsalicylsäure (entsprechend 1 bis 1 ½ Tabletten ASS Hexal) * Für diese Dosierung stehen andere Präparate zur Verfügung.

Verdacht auf akuten Herzinfarkt
initial 150 - 300 mg Acetylsalicylsäure (entsprechend 1 ½ bis 3 Tabletten ASS Hexal)

Vorbeugung nach Herzoperationen
100 - 300 mg Acetylsalicylsäure (entsprechend 1 bis 3 Tabletten ASS Hexal)

Kinder und Jugendliche Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen ist aufgrund der Indikationen nicht vorgesehen.

Über die Dauer der Behandlung entscheidet Ihr Arzt.

Die Tabletten sollen mit der Mahlzeit mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Bei Verdacht auf Herzinfarkt empfiehlt es sich, die Tablette in einem Teelöffel Wasser zerfallen zu lassen.

Hinweis:
ASS Hexal 100 mg - Tabletten eignen sich auf Grund des niedrigen Wirkstoffgehaltes nicht zur Behandlung von Schmerzzuständen.

Wenn Sie eine größere Menge von ASS Hexal eingenommen haben als Sie sollten Überdosierungs- und Vergiftungszeichen sind verbunden mit Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen sowie Schwindel, Ohrensausen, Beeinträchtigung von Sehen und Hören, Kopfschmerzen, Verwirrtheit und übermäßiger Steigerung der Atmung. Es kann zu Störungen des Salzhaushalts, einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie), Hautausschlägen sowie Blutungen im Magen-/Darm-Trakt kommen. Wenn diese Anzeichen auftreten, setzen Sie sich sofort mit dem Arzt in Verbindung.

Bei schweren Vergiftungen können psychische Störungen (Bewusstseinstrübung, Desorientierung), Muskelzuckungen und –zittern, Atemnot, Schweißausbrüche, Austrocknung, Überwärmung des Körpers und Koma auftreten.

Wenn Sie die Einnahme von ASS Hexal vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von ASS Hexal abbrechen
Der Behandlungserfolg wird in Frage gestellt, wenn Sie die Einnahme von ASS Hexal abbrechen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann ASS Hexal Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Folgende Nebenwirkungen können auftreten:

Es können Blutungen, wie z.B. Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder Hautblutungen mit einer möglichen Verlängerung der Blutungszeit auftreten. Diese Wirkung kann über 4 - 8 Tage nach der Einnahme anhalten.

Häufig
Magen-/Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfälle sowie geringfügige Blutverluste aus dem Magen-/Darm Bereich (Mikroblutungen)

Gelegentlich
Magen- oder Darmblutungen sowie Magen- oder Darmgeschwüre; als Zeichen einer schweren Magen-/Darmblutung können schwarzer Stuhl oder blutiges Erbrechen auftreten (es sollte umgehend ein Arzt informiert werden).
Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautreaktionen

Selten
Überempfindlichkeitsreaktionen wie schwere Hautreaktionen („Erythema exsudativum multiforme“), evtl. mit Blutdruckabfall, Anfälle von Atemnot, anaphylaktische (Überempfindlichkeits-) Reaktion oder Gesichtsschwellung („Quincke-Ödem“), vor allem bei Asthmatikern

Selten bis sehr selten sind schwerwiegende Blutungen, wie z.B. Hirnblutungen. Sie treten besonders bei Patienten mit nicht eingestelltem Blutdruck auf oder bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten, die die Blutgerinnung hemmen.

Sehr selten
Nierenfunktionsstörungen bei Einnahme von hohen Dosen über längere Zeit, niedriger Blutzucker, Gichtanfall, Erhöhung der Leberwerte

Nicht bekannt Entzündungen der Magenschleimhaut, Leberfunktionsstörungen die jedoch reversibel sind

Nach längerer Einnahme von ASS Hexal kann ein Eisenmangel durch verborgene Blutverluste aus dem Magen- oder Darmbereich entstehen.
Bei Auftreten von schwarzem Stuhl oder blutigem Erbrechen müssen Sie sofort Ihren Arzt

benachrichtigen!

Kopfschmerzen, Schwindel, Verwirrtheit, gestörtes Hörvermögen oder Ohrensausen können, insbesondere bei Kindern und älteren Patienten, Anzeichen einer Überdosierung sein (siehe auch Wenn Sie eine größere Menge von ASS Hexal eingenommen haben als Sie sollten).

Wie soll es aufbewahrt werden?

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Außenkarton und Blister nach ‚verw.bis’ angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.

Name

ASS Hexal 100 mg - Tabletten

Zusammensetzung

1 Tablette enthält 100 mg Acetylsalicylsäure (ASS).

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

Darreichungsform

Weiße, runde Tabletten, auf einer Seite konvex und mit Bruchkerbe auf der anderen Seite. Die Tablette ist in zwei gleiche Teile teilbar.

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