Was ist es und wofür wird es verwendet?
Der in ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten enthaltene Wirkstoff Acetylsalicylsäure wirkt schmerz-stillend, entzündungshemmend und fiebersenkend. Bei Erkältungskrankheiten oder grippalen Infekten senkt Acetylsalicylsäure das Fieber und bekämpft die Schmerzen.
Die Wirkung setzt nach etwa 20 Minuten ein und hält bis zu 4 Stunden an.
ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten helfen bei der Behandlung von leichten bis mittelstarken Schmerzen (z.B. Kopf-, Zahnschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen) und/oder von Fieber.
Diese Arzneiform darf nur bei Erwachsenen und Kindern mit einem Körpergewicht über 30 kg angewendet werden.
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten dürfen nicht eingenommen werden,
- wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Acetylsalicylsäure oder einen der sonstigen Bestandteile von ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten sind
- bei aus der Vorgeschichte bekanntem Asthma, das auf die Anwendung von Acetylsalicyl-säure oder ähnlich wirkenden Medikamenten zurückzuführen ist
- von Kindern unter 6 Jahren
- in der Schwangerschaft ab dem 6. Monat
- bei bestehendem Magen- oder Darmgeschwür
- bei gesteigerter Blutungsneigung, Blutungsrisiko
- bei schwerer Leber-, Nieren- oder Herzschwäche
- bei gleichzeitiger Anwendung bestimmter Medikamente, die das Wachstum von Tumoren hemmen (Methotrexat-hältigen Mitteln in Dosierungen ab 15 mg/Woche)
- bei gleichzeitiger Anwendung von bestimmten gerinnungshemmenden Mitteln, vor allem bei der Behandlung von rheumatischen Erkrankungen bei hohen Dosen von ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten
Dieses Arzneimittel darf Kindern mit weniger als 30 kg Körpergewicht nicht verabreicht werden.
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten ist erforderlich Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn bei Ihnen folgende Krankheiten oder Umstände vorliegen:
- Bei einer Langzeitbehandlung mit hohen Dosen von schmerzstillenden Arzneimitteln können Kopfschmerzen auftreten, die nicht mit höheren Dosierungen behandelt werden dürfen und die durch Abhängigkeit zu dauerhaften Nierenschäden führen können.
- Bei Kindern mit Virusinfektionen (insbesondere Windpocken und grippeähnliche Beschwer-den) wurden im Zusammenhang mit Acetylsalicylsäure Fälle des seltenen Reye-Syndroms (lebensbedrohliche Komplikationen, das Gehirn und die Leber betreffend) beobachtet. Ace-tylsalicylsäure-hältige Arzneimittel dürfen daher an Kinder unter 12 Jahren nur auf ärztliche Verordnung – und nur, wenn andere Maßnahmen keine Wirkung zeigen - verabreicht werden. Bei langandauerndem Erbrechen, Bewusstseinseintrübung oder abnormalem Verhalten ist die Therapie zu stoppen und sofort ein Arzt zu verständigen.
- Die 500 mg Tabletten sind für Kinder mit einem Körpergewicht unter 30 kg nicht anzuwen-den, da diese bei Kindern mit weniger als 30 kg Körpergewicht versehentlich in die Luftröhre gelangen können (siehe Abschnitt „Gegenanzeigen“). Für diese Kinder gibt es besser geeigne-te Arzneiformen.
- Bei Fortbestand der Beschwerden oder wenn der erwartete Erfolg durch die Behandlung nicht eintritt, ist ehestens ärztliche Behandlung erforderlich.
- Wenn bei Ihnen Ohrensausen, Hörstörungen, Schwindel oder Blutungen auftreten, ist sofort ein Arzt aufzusuchen.
Bei Einnahme von ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten mit anderen Arzneimitteln Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um andere nicht verschrei-bungspflichtige Arzneimittel handelt.
Die Wirkungen mancher Arzneimittel können durch gleichzeitige Anwendung anderer Arzneimittel oder Genussmittel beeinflusst werden. Man spricht dann von Wechselwirkungen.
Wechselwirkungen können auftreten mit:
– Mitteln, die das Wachstum von Tumoren hemmen (Methotrexat)
– verschiedenen gerinnungshemmenden Mitteln (zum Einnehmen mit Salicylaten in niedrigen Dosierungen, Heparinen, Ticlopidin, Clopidogrel)
– anderen bestimmten entzündungshemmenden Medikamenten
– bestimmten Substanzen, die die Harnsäureausscheidung beeinflussen (Urikosurika) – blutzuckersenkenden Mitteln wie Insulin, Glibenclamid, Chlorpropamid
– Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Blutzuckerspiegel selbst häufig kontrollieren! – harntreibenden Mitteln
– Kortisonpräparaten
– bestimmten Mitteln zur Behandlung von Bluthochdruck (ACE-Hemmern)
– bestimmten Mitteln zur Behandlung von Herzschwäche (Digoxin)
– bestimmten Narkosemitteln (Barbiturate)
– bestimmten Miteln gegen depressive Erkrankungen (Lithium)
– Mittel, das eine Blutgefäßerweiterung bewirkt (Pentoxifyllin)
– Intrauterinpessar (zur Schwangerschaftsverhütung)
– lokal wirksamen Magen-Darm-Präparaten (Magnesium-, Aluminium- und Kalziumsalzen, oxiden und –hydroxiden)
Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Schwangerschaft während der ersten 6 Monate:
In den ersten 6 Monaten der Schwangerschaft dürfen ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten nur nach strenger Indikationsstellung vom Arzt verschrieben werden.
Schwangerschaft nach dem 6. Monat: ASS kann, wie auch andere Substanzen, die die Bildung von Prostaglandinen (bestimmten Gewebs-hormonen) hemmen, in einer Dosis von 500 mg/Tag beim Ungeborenen (Foetus) zu
- Schädigung von Herz und Lunge mit vorzeitigem Verschluss des Ductus Arteriosus Botalli (Verbin- dung zwischen Körper- und Lungenschlagader im vorgeburtlichen Kreislauf) und Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie)
- Nierenfunktionsstörungen, eventuell bis zum Nierenversagen mit Verminderung des Fruchtwassers (Oligohydramnie) führen. Am Ende der Schwangerschaft kann es bei Mutter und Kind zu verlängerten Blutungen kommen. Dieser Effekt kann auch bei Gabe von sehr niedrigen Dosen auftreten Daher dürfen ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.
Stillzeit: Da ASS in die Muttermilch übergeht, wird von einer Anwendung dieses Medikaments während der Stillzeit abgeraten.
Informieren Sie daher unbedingt Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind, wenn Sie glauben, dass Sie schwanger sind, wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden oder wenn Sie stillen.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten haben keinen oder vernachlässigbaren Einfluss auf die Verkehrs-tüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Wie wird es angewendet?
Nehmen Sie ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten immer genau nach der in der
Gebrauchsinformation angegebenen Anweisung ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
Arzneimittel, die Acetylsalicylsäure enthalten, dürfen Kindern unter 12 Jahren nur auf ärztliche Verordnung gegeben werden (siehe Abschnitt 2 „Besondere Vorsicht bei der Einnahme von ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten ist erforderlich“).
Folgende Dosierungsrichtlinien sind zu beachten:
Nur bei Erwachsenen und Kindern mit einem Körpergewicht über 30 kg anwenden (etwa mit 9 bis 15 Jahren).
Bei Kindern mit einem Körpergewicht von 30 bis 50 kg (etwa von 9 bis 15 Jahren) Bei Kindern müssen die dem Körpergewicht entsprechenden Dosierungen unbedingt eingehalten und daher eine geeignete Darreichungsform gewählt werden. Das ungefähre Lebensalter für die jeweilige Dosierung ist angegeben.
Die empfohlene Tagesdosis Acetylsalicylsäure beträgt ungefähr 60 mg/kg, verteilt auf 4 bis 6 Ein-nahmen, das sind ungefähr 15 mg/kg alle 6 Stunden oder 10 mg/kg alle 4 Stunden.
Zeitraum zwischen den Einnahmen
Durch Einnahme in regelmäßigen Abständen lassen sich Schwankungen von Schmerzen oder Fieber vermeiden.
Erwachsene: Die Einnahme muss im Abstand von mindestens 4 Stunden erfolgen. Kinder (zwischen 30 und 50 kg): Die Einnahme muss regelmäßig, auch nachts, entsprechend der oben angegebenen Dosierung erfolgen.
Art und Dauer der Anwendung
Die Tabletten können unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit eingenommen oder vor der Einnahme in Wasser aufgelöst werden. Die Einnahme sollte möglichst vor oder während einer Mahlzeit erfolgen.
Acetylsalicylsäure sollte nicht länger als 3 – 5 Tage ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat ange-wendet werden.
Falls Blutungen auftreten, brechen Sie die Einnahme sofort ab und sprechen Sie dann mit dem nächs-ten Arzt.
Wenn Sie eine größere Menge ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten eingenommen haben, als Sie sollten
Eine Vergiftung ist bei älteren Patienten, und besonders bei Kleinkindern (therapeutische oder häufig versehentliche Überdosierung) zu befürchten, sie kann bei diesen Patienten tödlich verlaufen.
Bei etwaiger Überdosierung können folgende Beschwerden auftreten:
- geringfügige Vergiftung: Kaliummangel, Blutzuckersenkung Ohrensausen, Übelkeit, Erbrechen, Schwerhörigkeit, Sehstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel und Verwirrtheit.
- schwere Vergiftung: Bei Kindern kann bereits eine geringfügige Überdosierung tödlich sein. Die Beschwerden sind: Bewusstseinsstörung (Delir), Atemnot, Fieber, Schwitzen, Austrocknung, Erhöhung der Körpertemperatur (Hyperthermie), Beschleunigung der Atmung, Störungen des Säu-re-Basen-Haushaltes, Bewusstseinsverlust, Zittern, Herz-Kreislauf-Kollaps, Atemversagen, starke Blutzuckersenkung, Krämpfe.
Bitte verständigen Sie beim geringsten Verdacht einer Überdosierung sofort einen Arzt.
Für den Arzt:
Zur Therapie bei Überdosierung finden Sie Hinweise am Ende dieser Gebrauchsinformation!
Wenn Sie die Einnahme von ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten vergessen haben Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Nehmen Sie statt dessen einfach die übliche folgende Dosis zur gewohnten Zeit ein.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apothe-ker.
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Wie alle Arzneimittel können ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Die folgende Einteilung wurde für die Häufigkeitsbeschreibungen der Nebenwirkungen verwendet:
Folgende Nebenwirkungen können während der Behandlung mit ASS „ratiopharm“ 500 mg-Tabletten auftreten:
Magen- und Darmtrakt:
- Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Durchfall
- sichtbare (Bluterbrechen, Blutstuhl) oder versteckte Blutungen im Verdauungstrakt, die zu ei-ner Blutarmut führen können. Diese Blutungen sind um so häufiger, je höher die Dosierung ist.
- Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür und Durchbruch
Nervensystem:
- Kopfschmerzen, Schwindel, Verwirrtheit
- Schwerhörigkeit
- Ohrensausen Diese Wirkungen sind gewöhnlich ein Hinweis auf eine Überdosierung.
Blut:
- Blutungen (Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Haut- und Schleimhautblutungen) mit Verlänge-rung der Blutungszeit. Diese Wirkung hält nach dem Absetzen von Acetylsalicylsäure noch 4 bis 8 Tage lang an. Sie kann bei einem chirurgischen Eingriff ein erhöhtes Blutungsrisiko dar-stellen.
- Blutplättchenmangel
- Verminderung der weißen Blutzellen, starke Verminderung aller Blutzellen, oder Blutarmut infolge verminderter Bildung roter Blutzellen (aplastische Anämie) wurden sehr selten beo-bachtet.
Erkrankungen der Leber- und Gallenwege: – Erhöhte Leberwerte
– akute, vorübergehende Leberschädigungen wurden berichtet, insbesondere bei Patienten mit bestimmter Form der Gelenksentzündung (juvenile Arthritis), rheumatischem Fieber, be-stimmter Immunsystemerkrankung (systemischer Lupus erythematodes) und Leberschädigung in der Vorgeschichte.
Überempfindlichkeitsreaktionen: – Nesselsucht, Hautreaktionen bis Stevens-Johnson-Syndrom (schwerwiegende Form mit Bla-senbildung der Haut), durch Überempfindlichkeitsreaktionen ausgelöster Schock, Asthma, im Gesicht auftretende Schwellung.
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: – Blutzuckermangel
Erkrankungen der Nieren und Harnwege: – Nierenfunktionsstörungen
Reye-Syndrom (= lebensbedrohlicher Zustand bei Kindern mit Virusinfektion)
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformati-on angegeben sind.
Wie soll es aufbewahrt werden?
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Nicht über 25°C lagern.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „Verwendbar bis:“ angegebenen Ver-falldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnah-me hilft, die Umwelt zu schützen.
Name
- Bei gelegentlicher Behandlung mit Acetylsalicylsäure zeigten epidemiologische Studienergebnisse, dass keine besonderen missbildenden Effekte auftraten.
- Bei chronischer Anwendung von Acetylsalicylsäure von mehr als 150 mg/Tag waren di
Zusammensetzung
1 Tablette enthält 500 mg Acetylsalicylsäure.
Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
Darreichungsform
ASS kann, wie andere Prostaglandinsynthese-Hemmer auch, in einer Dosis von 500 mg/Tag beim Foetus zu
- Herz-Lungen-Toxizität(mit vorzeitigem Verschluss des Ductus Arteriosus und pulmonaler Hypertonie)
- Nierenfunktionsstörungen, eventuell bis zu einem Nierenversagen mit Oligohydramnie führen.
- Am Ende der Schwangerschaft kann es bei Mutter und Kind zu verlängerten Blutungen kommen. Dieser Effekt kann auch bei Gabe von sehr niedrigen Dosen auftreten. Daher sind Arzneimittel, die Acetylsalicylsäure enthalten, im letzten Trimenon kontraindiziert.
Stillzeit Da Acetylsalicylsäure in die Muttermilch übergeht, sollte dieses Medikament während der Stillzeit nicht angewendet werden.