Was ist es und wofür wird es verwendet?
Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen enthalten den Wirkstoff Clonidinhydrochlorid. Durch seine Wirkung auf das Nervensystem werden die Blutgefäße entspannt, der Herzschlag verlangsamt und damit der Blutdruck gesenkt.
Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen werden angewendet
– zur Behandlung von Bluthochdruck und von Bluthochdruckkrisen, wenn eine Einnahme von Tabletten nicht möglich ist;
– zur Einleitung einer stationären Behandlung von schwer beeinflussbarem Bluthochdruck.
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
Catapresan darf nicht angewendet werden,
– wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Clonidinhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile von Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen sind;
– wenn Sie an schweren Störungen der Herzfunktion (sogenanntes Sick-Sinus-Syndrom, AV-Block 2. und 3. Grades) leiden, es sei denn, Ihnen wurde ein Herzschrittmacher eingesetzt; – wenn Ihr Pulsschlag erheblich zu niedrig ist (weniger als 50 Schläge pro Minute); – wenn Sie an Depressionen leiden;
– wenn Sie stillen.
Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Catapresan ist erforderlich,
– wenn Sie an einer der folgenden Beschwerden oder Krankheiten leiden:
- zu langsamer Herzschlag
- Durchblutungsstörungen in Armen, Beinen oder dem Gehirn
- Nervenerkrankungen (Polyneuropathie)
- Verstopfung
Die sichere Anwendung von Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen bei Kindern und Jugendlichen ist nicht ausreichend nachgewiesen. Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen sollen daher Kindern und Jugendlichen nicht verabreicht werden.
Keinesfalls dürfen Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gleichzeitig mit Methylphenidat und Clonidinhydrochlorid behandelt werden, da dies zu schwerwiegenden Nebenwirkungen bis hin zum Tod führen kann.
Bei Anwendung von Catapresan mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht
verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung Die durch Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen hervorgerufene Blutdrucksenkung kann durch Verabreichung anderer blutdrucksenkender Arzneimittel, wie z. B. bei Diuretika, Vasodilatatoren, β-Rezeptorenblockern, Calcium-Antagonisten und ACE-Hemmern (nicht aber bei
α-Rezeptorenblockern), weiter verstärkt werden.
Verminderung der blutdrucksenkenden Wirkung Arzneimittel, die den Blutdruck erhöhen oder eine Natrium bzw. Wasser zurückhaltende Wirkung haben, wie z. B. bestimmte Rheuma- und Schmerzmittel (sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika = NSAR) können die Wirkung von Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen herabsetzen.
Bestimmte Wirkstoffe (z. B. Phentolamin), die die sogenannten α-Rezeptoren hemmen, können die Wirkung von Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen je nach Dosierung aufheben.
Bei gleichzeitiger Verabreichung von bestimmten Arzneimitteln gegen Depressionen (trizyklische Antidepressiva) oder bestimmten Arzneimitteln gegen Psychosen und Schizophrenie (Neuroleptika) wird möglicherweise die blutdrucksenkende Wirkung von Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen verringert oder aufgehoben. Dadurch können lageabhängige Kreislaufbeschwerden (z. B. Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen) ausgelöst oder verstärkt werden.
Andere Wechselwirkungen auf das Herz-Kreislauf-System
Werden Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen zusammen mit Arzneimitteln verabreicht, die die Herzfrequenz oder die Reizleitungsfähigkeit des Herzens verringern (wie z. B. β-Rezeptorenblocker [gegen Bluthochdruck] oder Digitalisglykoside), können Herzrhythmusstörungen mit einem Abfall der Herzfrequenz (wie zu niedriger Puls, EKG-Veränderungen, Herzrhythmusstörungen) auftreten oder sich verstärken.
Es besteht die Möglichkeit, dass bei gleichzeitiger Verabreichung von β-Rezeptorenblockern Durchblutungsstörungen in den Gliedmaßen ausgelöst oder verstärkt werden.
Sonstige Wechselwirkungen Die Wirkung von Schlaf- und Beruhigungsmitteln kann durch Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen verstärkt werden.
Bei Anwendung von Catapresan zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Die Wirkung von Alkohol kann durch Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen verstärkt werden. Der blutdrucksenkende Effekt von Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen lässt sich durch kochsalzarme Kost sowie durch Gewichtsabnahme bei bestehendem Übergewicht wirkungsvoll unterstützen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Informieren Sie den Arzt, wenn Sie schwanger sind – er wird Ihnen Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen in der Schwangerschaft nicht verabreichen.
Informieren Sie den Arzt, wenn Sie stillen – er wird Ihnen Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen während der Stillzeit nicht verabreichen, da Clonidinhydrochlorid, der Wirkstoff von Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen, in die Muttermilch übergeht.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Achtung:
Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen! Dies gilt im verstärkten Maße im Zusammenwirken mit Alkohol. Catapresan 0,15 mg / 1 ml - Ampullen können auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol, Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Sie sollten insbesondere zu Behandlungsbeginn und bei Dosisänderungen keine Fahrzeuge lenken und keine gefährlichen Maschinen oder Werkzeuge bedienen.
Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Catapresan Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen enthalten in der empfohlenen Einzeldosis weniger als 1 mmol (= 23 mg) Natrium und sind damit im Wesentlichen natriumfrei.
Wie wird es angewendet?
Ihr Arzt wird jeweils die für Sie persönlich geeignete Dosierung in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung und dem bereits erzielten Ansprechen festsetzen.
Dabei wird Ihr Arzt eine Einzeldosis von 1 Ampulle (0,15 mg Clonidinhydrochlorid) pro Verabreichung nicht überschreiten. Wenn Ihr Arzt dies entsprechend Ihrem Blutdruck für erforderlich hält, kann er Ihnen bis zu 4 x täglich 1 Ampulle verabreichen.
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion Wenn Sie an einer eingeschränkten Nierenfunktion leiden, wird Ihr Arzt Ihre Nierenfunktion und Ihren Blutdruck häufiger überprüfen und gegebenenfalls die Dosis entsprechend vermindern oder den zeitlichen Abstand der Anwendungen verlängern. Da Clonidinhydrochlorid, der Wirkstoff von Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen, während der Blutwäsche kaum entfernt wird, ist eine zusätzliche Gabe nach der Blutwäsche nicht erforderlich.
Kinder und Jugendliche Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen werden aufgrund nicht ausreichender Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen (siehe „Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Catapresan ist erforderlich“).
Ältere Patienten (>65 Jahre) Wenn Sie über 65 Jahre alt sind, wird Ihr Arzt generell eine vorsichtige, langsame Blutdrucksenkung durchführen, das heißt, er wird die Behandlung mit niedrigeren Dosen beginnen.
Art der Anwendung Ihr Arzt wird die benötigte Dosis in die Muskeln (intramuskulär), unter die Haut (subkutan) oder langsam in die Venen (als sogenannte intravenöse Kurzinfusion) spritzen. Wenn Ihr Arzt sich für die Kurzinfusion entscheidet, wird er den Inhalt einer Ampulle zuvor in mindestens 10 ml physiologischer Kochsalzlösung verdünnen.
Ihr Arzt wird darauf achten, dass Sie vor Beginn der Anwendung liegen.
Wenn bei Ihnen eine größere Menge von Catapresan angewendet wurde als vorgesehen Eine Überdosierung kann zu folgenden Beschwerden führen: Pupillenverengung, Teilnahmslosigkeit, niedriger Puls, Blutdruckabfall (aber auch Blutdruckanstieg), Absinken der Körpertemperatur, Atemstörungen bis hin zum Atemstillstand, Schläfrigkeit, Bewusstlosigkeit.
Wenn eine Anwendung von Catapresan vergessen wurde
Ihr Arzt setzt die Anwendung zum nächsten Zeitpunkt fort.
Wenn die Anwendung von Catapresan angebrochen wird
Über die erforderliche Anwendungsdauer entscheidet Ihr Arzt. Ist ein Absetzen nötig, wird er schrittweise die Dosierung verringern, da ein plötzliches, ersatzloses Abbrechen der Behandlung mit Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen zu einer raschen Erhöhung des Blutdrucks, Unruhe, Nervosität, Zittern, Kopfschmerzen, Herzklopfen oder Übelkeit führen kann. Falls Sie zugleich ein blutdrucksenkendes Arzneimittel aus der Gruppe der β-Rezeptorenblocker erhalten, wird Ihr Arzt zuerst den β-Rezeptorenblocker und erst danach Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen jeweils schrittweise absetzen.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Wie alle Arzneimittel können Catapresan 0,15 mg/ml - Ampullen Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Die folgende Einteilung wurde für die Häufigkeitsbeschreibungen der Nebenwirkungen verwendet: Sehr häufig: betrifft mehr als 1 Behandelten von 10
In Studien mit Catapresan wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet:
Herzerkrankungen Gelegentlich: EKG-Veränderungen (AV-Block)
Selten: zu niedriger Puls (Sinus-Bradykardie)
Nicht bekannt: Veränderungen der Herzschlagfolge (Bradyarrhythmie), Verstärkung bestehender Herzrhythmusstörungen
Erkrankungen des Nervensystems Sehr häufig: Benommenheit, Schwindel
Häufig: Kopfschmerzen
Gelegentlich: Missempfindungen (z. B. Kribbeln) der Haut
Augenerkrankungen Selten: trockene Augen (verminderter Tränenfluss)
Nicht bekannt: Störungen der Anpassungsfähigkeit der Augen an bestimmte Entfernungen
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths Nicht bekannt: Ohrensausen (Tinnitus)
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mittelfells Selten: trockene Nasenschleimhaut
Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes Sehr häufig Mundtrockenheit
Häufig: Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen der Ohrspeicheldrüse Selten: darmverschlussähnliche Beschwerden des Dickdarms mit Ausbleiben des Stuhlganges
Nicht bekannt: Geschmacksstörungen
Erkrankungen der Nieren und Harnwege Nicht bekannt: Blasenentleerungsstörungen
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes Gelegentlich: Rötung, Nesselausschlag, Juckreiz
Selten: Haarausfall
Nicht bekannt: Kontaktdermatitis (Hautentzündung nach Hautkontakt)
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen Nicht bekannt: Glieder- und Muskelschmerzen
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen Nicht bekannt: Appetitlosigkeit
Gefäßerkrankungen Sehr häufig: Blutdruckabfall beim schnellen Aufsetzen oder Aufstehen, auch mit Schwindel oder Schwarzwerden vor den Augen verbunden (orthostatische Hypotension) Gelegentlich: Durchblutungsstörungen der Finger (Raynaud-Syndrom)
Nicht bekannt: Kältegefühl, Rebound-Phänomen (der Bluthochdruck, der zur Behandlung geführt haben, tritt nach Absetzen des Arzneimittels in gesteigerter Form wieder auf, siehe „Wenn die Anwendung von Catapresan abgebrochen wird“)
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Häufig: Müdigkeit
Gelegentlich: Abgeschlagenheit
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse Häufig: Erektionsstörungen
Selten: Größenzunahme der männlichen Brust
Psychiatrische Erkrankungen Häufig: Depressionen, Schlafstörungen
Gelegentlich: Albträume, Wahrnehmungsstörungen, Sinnestäuschungen
Nicht bekannt: Verwirrung, Abschwächung des Sexualtriebes, Angst
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser
Gebrauchsinformation angegeben sind.
Wie soll es aufbewahrt werden?
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.
Name
Catapresan® 0,15 mg/ml - Ampullen
Zusammensetzung
1 Ampulle (= 1 ml) enthält 0,15 mg Clonidinhydrochlorid.
Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
Darreichungsform
Injektionslösung
Klare, farblose Lösung, frei von Schwebeteilchen, pH-Wert: 4-6


