Cipralex®

 

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Cipralex ist ein Antidepressivum und gehört zur Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer. Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer tragen zur Normalisierung der Serotonin-Spiegel im Gehirn bei. Störungen des Serotoninsystems im Gehirn sind eine wichtige Ursache für die Entwicklung einer Depression und verwandter Erkrankungen.

Cipralex wird zur Behandlung von seelischen Erkrankungen (Depressionen) verwendet, die sich äussern durch andauernde Niedergeschlagenheit, Energielosigkeit, Traurigkeit, Minderwertigkeitsgefühle, Schlafstörungen, Zurückgezogenheit und Versagensangst.

Cipralex eignet sich auch zur Vorbeugung eines Wiederauftretens der Erkrankung.

Cipralex wird auch zur Behandlung von Angsterkrankungen eingesetzt, wie soziale Phobie (krankhafte Angst vor gesellschaftlichen Situationen), generalisierte Angststörungen, Panik-Erkrankungen und Zwangsstörungen.

Cipralex darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Wenn Sie allergisch sind gegenüber einem Inhaltsstoff von Cipralex, darf das Arzneimittel nicht eingenommen werden.

Cipralex sollte nicht gleichzeitig mit sogenannten MAO-Hemmern eingenommen werden. Dazu gehören unter anderem Selegilin (zur Behandlung der Parkinson-Krankheit), Moclobemid (zur Behandlung von Depression) und Linezolid (ein Antibiotikum).

Ein Wechsel zwischen Cipralex und MAO-Hemmern darf nur unter sorgfältiger, ärztlicher Kontrolle erfolgen und es müssen therapiefreie Tage eingeschaltet werden.

Bei einem Wechsel von Moclobemid zu Cipralex muss mindestens ein Tag gewartet werden zwischen der letzten Einnahme des Moclobemids und der ersten Einnahme der Cipralex Filmtabletten oder Tropflösung. Bei einem Wechsel von Cipralex zu Moclobemid muss ein Cipralex-freies Intervall von 7 Tagen abgewartet werden.

Cipralex darf nicht gleichzeitig mit Pimozid eingenommen werden.


Halten Sie sich an die Anweisungen Ihres Arztes resp. Ihrer Ärztin und setzen Sie das Arzneimittel nicht ohne deren Wissen ab.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Teilen Sie unbedingt Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mit, wenn Sie an einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung oder an Diabetes (Zuckerkrankheit) oder an Epilepsie leiden oder frühere Anfallserkrankungen hatten. Der Arzt oder die Ärztin wird gegebenenfalls die Dosierung Ihrer Arzneimittel anpassen.

Einige Patienten bzw. Patientinnen mit manisch-depressiver Erkrankung können in eine manische Phase geraten. Diese ist gekennzeichnet durch sich stark und rasch ändernde Ideen, übertriebene Fröhlichkeit und Überaktivität. In diesen Fällen ist es wichtig, dass Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren.

Es gibt Berichte über verlängerte Blutungszeit und/oder Blutungsstörungen (z.B. Haut- und Schleimhautblutungen sowie Blutungen im Magen-Darm-Trakt) bei Einnahme von Arzneimitteln wie Cipralex. Das Risiko ist erhöht, wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, die die Blutgerinnung beeinflussen (wie z.B. Acetylsalicylsäure, nichtsteroidale Entzündungshemmer oder trizyklische Antidepressiva).

Cipralex soll mit den folgenden Arzneimitteln nur mit Vorsicht angewendet werden:

– Lithium (ein Wirkstoff zur Behandlung manisch-depressiver Erkrankungen), Tryptophan (ein Wirkstoff zur Behandlung von Depressionen), Tramadol (ein starkes Schmerzmittel): Wenn Sie hohes Fieber bekommen oder plötzliche Muskelkontraktionen erleiden und wenn Sie sich aufgeregt oder durcheinander fühlen, sollten Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin aufsuchen.

– Imipramin und Desipramin (Wirkstoffe zur Behandlung von Depressionen) werden bei gleichzeitiger Einnahme von Cipralex langsamer aus dem Körper ausgeschieden, was zu erhöhten Konzentrationen im Körper führt. Wenn Sie gleichzeitig Cipralex und Imipramin oder Desipramin erhalten, sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren.

– Sumatriptan und ähnliche Wirkstoffe zur Migränebehandlung (Triptane) können das Risiko von Nebenwirkun­gen erhöhen. Wenn Sie bei gleichzeitiger Einnahme von Cipralex und Migränemitteln wie Sumatriptan ungewöhnliche Symptome wie hohes Fieber, Erregung, Verwirrung, Zittern und kurze, ruckartige Zuckungen einzelner Muskeln (s. auch Serotonin-Syndrom unter «Welche Nebenwirkungen kann Cipralex haben?») feststellen, sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren.

– Cimetidin (ein Wirkstoff gegen Magenübersäuerung) kann die Blutspiegel von Cipralex erhöhen, weshalb Ihr Arzt oder Ihre Ärztin unter Umständen die Dosis von Cipralex herabsetzen wird.

– Falls Sie unter Parkinson leiden und den Wirkstoff Selegilin erhalten, muss Ihr Arzt oder Ihre Ärztin darüber informiert sein.

– Hypericum (Johanniskraut), ein pflanzliches Präparat gegen Stimmungsschwankungen, kann bei der gleichzeitigen Einnahme mit Cipralex zu vermehrten Nebenwirkun­gen führen.

– Orale Antikoagulantien (Arzneimittel wie z.B. Warfarin, die zur Blutverdünnung eingenommen werden) können durch Cipralex in ihrer Wirkung herabgesetzt werden. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird die Gerinnungszeit Ihres Blutes zu Beginn und während der Behandlung mit Cipralex deshalb vermehrt überprüfen.

– Während einer Behandlung mit Arzneimitteln sollte grundsätzlich auf die Einnahme von Alkohol verzichtet werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker resp. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Unter der Behandlung mit Cipralex können sich die Symptome der Depression verschlechtern. In diesem Fall sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin kontaktieren.

Ein Abbruch der Behandlung darf nicht plötzlich erfolgen und darf nur in Absprache mit Ihrem Arzt bzw. mit Ihrer Ärztin erfolgen, da es sonst zu Entzugssymptomen kommen kann.


Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen. Cipralex sollte, wenn nicht ausdrücklich von Ihrem Arzt bzw. von Ihrer Ärztin verordnet, während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.

Folgende Symptome können bei Neugeborenen, deren Mütter in den späten Stadien der Schwangerschaft Escitalopram erhalten hatten, sofort oder kurz nach der Geburt auftreten: Ess- und Schlafstörungen, Atmungsschwierigkeiten, Krampfanfälle, Schwierigkeiten bei der Regelung der Körpertemperatur, niedriger Blutzuckerspiegel, Zittern, angespannte oder übermässig entspannte Muskulatur, Erbrechen, Reizbarkeit und ständiges Weinen.

Darüber hinaus wurde in einer Studie eine so genannte persistente pulmonale Hypertonie bei Kleinkindern festgestellt, deren Mütter selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (zu dieser Klasse von Antidepressiva gehört auch Cipralex) nach den ersten 20 Wochen der Schwangerschaft erhalten hatten. Bei persistenter pulmonaler Hypertonie ist der Druck in den Blutgefässen zwischen dem Herz und den Lungen des Kleinkindes zu hoch.

Cipralex soll während der Stillzeit nicht eingenommen werden. Ist die Einnahme des Präparates unabdingbar, soll abgestillt werden.

Wie wird es angewendet?

Halten Sie sich in jedem Fall an die Dosierungsvorschriften Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin.

Cipralex wird täglich als Einzeldosis und unabhängig von Mahlzeiten eingenommen. Nehmen Sie die Filmtabletten unzerkaut ein und trinken Sie ein Glas Wasser nach.

Die Tropfen dürfen nur mit Wasser, Orangensaft oder Apfelsaft gemischt werden. Die Tropfen dürfen nicht mit anderen als den oben genannten Flüssigkeiten und auch nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

1 mg entspricht 2 Tropfen (5 mg = 10 Tropfen, 10 mg = 20

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme oder Anwendung von Cipralex auftreten:

In 15% der Fälle können Unwohlsein und Übelkeit auftreten.

In 1–10% der Fälle können Schnupfen (verstopfte oder laufende Nase), verminderter Appetit, Einschlafstörungen, Schläfrigkeit, Schwindel, Gähnen, Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, vermehrtes Schwitzen, sexuelle Störungen (verzögerte Ejakulation, Erektionsstörungen, verminderter sexueller Trieb, Orgasmusschwierigkeiten bei Frauen), Müdigkeit oder Fieber auftreten.

In weniger als 1% der Fälle treten Schlafstörungen oder Veränderungen des Geschmacksempfindens auf.

Selten wurden ausserdem folgende Nebenwirkungen beobachtet, die bei Arzneimitteln mit ähnlicher Wirkungsweise wie Cipralex ebenfalls vorkommen:

Schwindel beim Aufstehen aufgrund niedrigen Blutdrucks, erhöhte Natriumwerte im Blut (die Symptome sind Übelkeit und Unwohlsein mit schwachen Muskeln oder Verwirrung), Sehstörungen, Erbrechen, Mundtrockenheit, Leberfunktionsstörungen (erhöhte Menge von Leberenzymen im Blut), Muskel- und Gelenkschmerzen, Anfälle, Zittern, Bewegungsstörungen (unwillkürliche Muskelbewegungen), Halluzinationen, Manien, Verwirrung, Erregung, Angst, Störung in der Selbstwahrnehmung (Depersonalisation), Panik-Attacken und Nervosität, Schwierigkeiten beim Harnlassen, Milchfluss bei nichtstillenden Frauen, Ausschlag, vermehrte Neigung zu Quetschungen, Blutungs­störungen einschliesslich Haut- und Schleimhautblutungen, Magen-Darm-Blutungen, Juckreiz, Schwellungen und Tinnitus.

Hohes Fieber, Erregung, Verwirrung, Zittern und kurze, ruckartige Zuckungen einzelner Muskeln können Anzeichen des selten auftretenden so genannten «Serotonin-Syndroms» sein. Falls dies auftreten sollte, müssen Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren.

Unter Behandlung mit Cipralex können sich die Symptome der Depression insbesondere suizidales Verhalten verschlechtern. Besonders gefährdet sind junge Erwachsene unter 25 Jahren. Wenn Sie eine Verschlechterung der Depression verspüren oder vermehrt unter quälenden Gedanken leiden, sollten Sie umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin kontaktieren.

Bei Kindern und Jugendlichen wurde während der Behandlung mit Arzneimitteln gegen Depressionen über ein vermehrtes Auftreten von Verhaltensstörungen sowie ein erhöhtes Risiko für Suizidversuche, Suizidgedanken und feindseliges Verhalten (hauptsächlich Aggression, oppositionelles Verhalten und Wut) berichtet.

Es wurde ein erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen bei Patienten und Patientinnen im Alter über 50 Jahren, welche diese Art von Arzneimittel einnehmen, beobachtet.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Wie bei allen anderen Antidepressiva tritt die Wirkung von Cipralex nicht sofort ein. Erwarten Sie deshalb erst nach einer gewissen Zeit eine Besserung.

Nehmen Sie nur jene Arzneimittel gleichzeitig mit Cipralex ein, die Ihnen der Arzt oder die Ärztin verschrieben hat.

Cipralex darf nur bis zu dem auf der Packung mit «verwendbar bis» (bei den Filmtabletten) bzw. mit «EXP» (bei den Tropfen) bezeichneten Datum verwendet werden. Bringen Sie angefangene Packungen Ihrem Arzt oder Apotheker resp. Ihrer Ärztin oder Apothekerin zur fachgerechten Entsorgung zurück.

Die Filmtabletten sollen in der Originalpackung bei Raumtemperatur (15 °C – 25 °C) aufbewahrt werden.

Nach dem ersten Öffnen der Tropfflasche soll die Tropflösung innert 16 Wochen aufgebraucht werden. Die Tropfflasche soll in der Originalpackung bei Raumtemperatur (15

Zusätzliche Informationen

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Cipralex Filmtabletten 10 mg: 14, 28 und 98 Filmtabletten.

Cipralex Filmtabletten 20 mg: 98 Filmtabletten.

Zur Zeit in der Schweiz nicht im Handel: Filmtabletten zu 5