Dibondrin - Ampullen

 

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Dieses Arzneimittel ist zur intravenösen und intramuskulären Injektion bei Erwachsenen und Kindern bestimmt.

Anwendung als Antihistaminikum und Antiallergikum
Diphenhydraminhydrochlorid, der Wirkstoff von Dibondrin – Ampullen, ist ein bewährtes Mittel zur Vorbeugung und Akutbehandlung eines durch Allergien hervorgerufenen Schockzustandes. In Verbindung mit Epinephrin (Adrenalin) ist Dibondrin ein wirksames Mittel zur Behandlung des anaphylaktischen Schocks.

Vorbeugung und Akutbehandlung von Histamin beeinflussten Allergien vom Soforttyp, wie Nesselausschlag, Juckreiz, Hautentzündung, angioneurotischem Ödem (großflächige Hautschwellungen), allergischem Schnupfen, Pollen-, Nahrungsmittel- und Arzneimittelallergien, Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut durch allergische Reaktionen und Schleimhautschwellungen.

Anwendung als Schlafmittel und Beruhigungsmittel Dibondrin ist ein Schlafmittel bei Ein- und Durchschlafstörungen (Unruhe, Nervosität, Erschöpfung). Es erleichtert das Einschlafen und verlängert die Durchschlafdauer bei Schlafstörungen, die von Juckreiz oder allergischen Symptomen begleitet sind.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Dibondrin – Ampullen dürfen nicht angewendet werden,

  • wenn Sie überempfindlich gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile von Dibondrin – Ampullen sind,
  • in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten,
  • in der Stillzeit,
  • bei Neugeborenen und Kindern unter 2 Jahren,
  • wenn Sie einen akuten Asthma-Anfall haben,
  • wenn Sie einen Nebennieren-Tumor (Phäochromozytom) haben,
  • wenn Sie an grünem Star (Engwinkel-Glaukom) leiden,
  • wenn Sie ein Anfallsleiden (z.B. Epilepsie) haben
  • wenn Sie gleichzeitig bestimmte Arzneimittel anwenden (z.B. gegen Herzrhythmusstörungen), die das QT - Intervall (bestimmte Abweichungen im EKG, die Ihr Arzt feststellt) verlängern.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Dibondrin – Ampullen ist erforderlich,

  • wenn Sie an chronischen Atembeschwerden und Asthma leiden,
  • wenn Sie Magen- oder Darmgeschwüre haben oder an Verengung des Magenausganges leiden,
  • wenn eine Prostatavergrößerung und Störung des Harnabflusses vorliegt,
  • wenn Sie eine Funktionsstörung des Herzens oder Herzrhythmusstörungen haben,
  • wenn Sie eine Schilddrüsenüberfunktion haben.
  • Falls eine eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion vorliegt sollte die Dosis eingeschränkt werden (siehe Abschnitt „Dosierung“).

Dibondrin – Ampullen enthalten Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle, d.h. es ist nahezu „natriumfrei“.

24 Stunden vor Durchführung von Allergietests ist Dibondrin abzusetzen.

Bei Anwendung von Dibondrin – Ampullen mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Dibondrin – Ampullen sollten nicht gleichzeitig mit Medikamenten angewendet werden, die

Diphenhydramin oder andere H-Antihistaminika (bestimmte Antiallergika) enthalten, da dies zu einer nicht vorhersehbaren gegenseitigen Verstärkung der Wirkungen führen kann.

Aufgrund möglicher verstärkender Effekte auf das Herz (Verlängerung des QT-Intervalles, das sind Abweichungen im EKG, die Ihr Arzt feststellt) muss die gleichzeitige Anwendung von Dibondrin mit Mitteln zur Behandlung von Herzrythmusstörungen vermieden werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von zentral dämpfenden Arzneimitteln (Psychopharmaka, Mittel gegen Depression, Schlaf-, Schmerz-, Narkosemittel) und Alkohol kann es zur Verstärkung der Wirkungen kommen.

Dibondrin darf nicht gleichzeitig mit Monoaminooxidasehemmern (bestimmte Arzneimittel gegen Parkinson und gegen Depressionen) angewendet werden, da diese die Wirkung verstärken können. Dies gilt auch für die gleichzeitige Gabe von anderen Substanzen mit anticholinergen Wirkungen, wie Atropin, Biperidin und trizyklischen Antidepressiva.

Dibondrin verstärkt die Wirkung von Adrenalin, Noradrenalin und anderen Sympathomimetika.

Die Wirkung von Adrenalin, Noradrenalin und anderen Sympathomimetika sowie Substanzen mit anticholinerger Wirkung (z.B. Atropin, Biperidin, trizyklische Antidepressiva) wird durch den Wirkstoff von Dibondrin – Ampullen, Diphenhydraminhydrochlorid verstärkt.

Die Anwendung von Arzneimitteln gegen hohen Blutdruck, die auf das ZNS wirken (wie Guanabenz, Clonidin, Methyldopa) kann zusammen mit Dibondrin zu verstärkter Müdigkeit führen.

Bei Anwendung von Dibondrin – Ampullen zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Bei gleichzeitiger Einnahme von Alkohol kann es zu einer unvorhersehbaren Verstärkung der Wirkung kommen.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Dibondrin – Ampullen dürfen in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da ein erhöhtes Risiko zur Bildung von Gaumenspalten besteht. In der restlichen Schwangerschaft sollten Dibondrin – Ampullen nur nach sorgfältiger Nutzen/Risiko-Abwägung durch den Arzt und nach Festlegung der individuellen Dosis eingesetzt werden. Wiederholte Anwendung während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.

Während der Stillzeit dürfen Dibondrin – Ampullen nicht angewendet werden.

Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder glauben, schwanger zu sein, sollten ihren Arzt darüber informieren.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

! Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeuges setzen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen, weil Dibondrin Schläfrigkeit verursacht und das Reaktionsvermögen herabsetzt.
Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Bei Verabreichung nach Mitternacht ist mit eingeschränktem Reaktionsvermögen (Hang-over) am nächsten Morgen zu rechnen.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Dibondrin – Ampullen Dibondrin – Ampullen enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle, d.h., es ist nahezu „natriumfrei“.

Wie wird es angewendet?

Die Anwendung erfolgt ausschließlich durch einen Arzt oder medizinisch geschultes Pflegepersonal.

Langsame intravenöse oder tiefe intramuskuläre Injektion (i.v.: maximal 25 mg/min), nicht mit anderen Injektionslösungen in derselben Spritze mischen.

Dosierung
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: Antihistaminikum, Antiallergikum:
Schlafmittel und Beruhigungsmittel:

1 – 2 Ampullen 3 mal täglich.
1 – 2 Ampullen als Einzeldosis vor dem Schlafengehen.

Die Tageshöchstdosis beträgt für:
Erwachsene: 400 mg
Kinder: 300 mg.

Bei alten oder geschwächten Patienten sowie Patienten mit schwerer Leber – oder Nierenschädigung sollte die Dosierung sorgfältig auf das klinische Krankheitsbild abgestimmt werden (siehe unten).

Dosierung bei älteren Patienten: Eventuell niedrigere Ausgangsdosis verwenden, da Nebenwirkungen (Schwindel, Sedierung, Blutdruckabfall) verstärkt auftreten können.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion: Es wird eine Erhöhung der Dosisintervalle auf 6-12 Std (GFR 10-50 ml/min) bzw. 12-18 Std (GFR <10 ml/min) empfohlen. Über Mehrfachgaben liegen keine klinischen Studien vor.</p>

Dibondrin – Ampullen werden vorwiegend für die Akutbehandlung eingesetzt, Ergebnisse über intervallfreie Langzeitbehandlung mit Diphenhydramin parenteral liegen nicht vor.

Wenn Sie eine größere Menge von Dibondrin – Ampullen angewendet haben, als Sie sollten. Die Anwendung erfolgt durch den Arzt oder medizinisch geschultes Pflegepersonal, weswegen eine Überdosierung unwahrscheinlich ist.
Es wurde bisher kein Fall einer Überdosierung mit Dibondrin - Ampullen berichtet.

Sollte es jedoch trotzdem zu einer Überdosierung mit Dibondrin kommen, ist diese gekennzeichnet durch zentralbedingte Symptome wie Unruhe, gesteigerte Muskelreflexe, Bewusstlosigkeit, Atemnot, bis hin zum Herz-Kreislaufstillstand.
Weitere Anzeichen sind Pupillenerweiterung, Herzrasen, Fieber, heiße und rote Haut und trockene Schleimhäute und Symptome, die einer Atropinvergiftung ähneln.

In diesem Fall wenden Sie sich bitte unverzüglich an einen Arzt!

Wenn Sie die Anwendung von Dibondrin – Ampullen vergessen haben.
Wenden Sie nicht die doppelte Dosis an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben.

Wenn Sie die Anwendung von Dibondrin – Ampullen abbrechen.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel können Dibondrin – Ampullen Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem aufteten müssen.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Nebenwirkungen können in folgenden Häufigkeiten auftreten:
Sehr häufig (≥1/10)
Häufig(≥1/100, <1/10) <br />Gelegentlich (≥1/1.000, <1/100) <br />Selten (≥1/10.000, <1/1.000) <br />Sehr selten (<1/10.000)</p>

Herz- und Gefässerkrankungen Gelegentlich: Kreislaufprobleme
Selten: Herzrasen

Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems
Sehr selten: Blutbildveränderungen (Mangel an bestimmten Blutzellen)

Erkrankungen des Nervensystems
Sehr häufig (≥1/10) tritt Müdigkeit auf. Dies ist im Fall der Anwendung als Schlafmittel beabsichtigt; bei Anwendung als Antihistaminikum und Antiallergikum handelt es sich um eine Nebenwirkung.
Gelegentlich: Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerz, Konzentrations- und Koordinationsstörungen, Muskelschwäche. Bei Verabreichung während der Nacht ist in Abhängigkeit vom Zeitpunkt und der Dosierung mit einem morgendlichen Hang-over (eingeschränktem Reaktionsvermögen) zu rechnen.
Sehr selten, besonders bei Kindern: zentrale Erregung wie Unruhe, Reizbarkeit, Angst und Zittern.

Augenerkrankungen
Gelegentlich: Sehstörungen, Erhöhung des Augeninnendruckes

Erkrankungen der Atemwege und des Brustraumes Gelegentlich: Eindickung des Bronchialsekretes, Spannungsgefühl in der Brust

Erkrankungen des Magendarmtraktes, der Nieren- und Harnwege
Gelegentlich: Magen- Darmbeschwerden und Störung der Blasenentleerung

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Gelegentlich: Trockenheit von Mund, Nase und Rachen.
Selten: allergische Hautreaktionen, Hautreizungen und Lichtempfindlichkeit der Haut (direkte Sonneneinstrahlung meiden!).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort Gelegentlich: verstärkte Durchblutung und erhöhte Empfindlichkeit an der Injektionsstelle.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht einfrieren. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Behältnis nach <<i>verwendbar bis> angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.

Name

Dibondrin – Ampullen

Zusammensetzung

1 Ampulle zu 2 ml enthält: 30 mg Diphenhydraminhydrochlorid in isotoner wässriger Lösung.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

Darreichungsform

Farblose, klare Injektionslösung; pH=5,7.

Gehören Sie einem medizinischem Fachkreis an? Erhalten Sie Fachinformationen auf Diagnosia.com!

   Kostenlos, aktuell und mehrsprachig