Epilan - D - Gerot - Tabletten

 

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Phenytoin, der Wirkstoff in Epilan-D-Gerot - Tabletten, hat einen krampfhemmenden Effekt und ist bei vielen Formen der Anfallskrankheit (Epilepsie) gut wirksam.

Epilan-D-Gerot - Tabletten werden zur Behandlung verschiedener Formen des Anfallsleidens (Epilepsie) angewendet.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Epilan-D darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Phenytoin oder andere Substanzen derselben Wirkstoffklasse (Hydantoine) oder einen der sonstigen Bestandteile von Epilan-D sind;
  • wenn Sie an bestimmten Reizleitungsstörungen des Herzens leiden (AV-Block II. und III. Grades mit Kammer-Ersatzrhythmus, SA-Block);
  • wenn eine Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) besteht;
  • wenn Sie an Leberversagen leiden.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Epilan-D ist erforderlich,

  • wenn Sie einen stark erniedrigten Blutdruck (systolischer Druck weniger als 90 mm Hg) haben,
  • wenn Sie an bestimmten Störungen der Herzfunktion (Herzschwäche, verlangsamter Puls (weniger als 50 Schläge pro Minute), Störungen der Reizleitung) leiden,
  • wenn Ihre Lungenfunktion stark eingeschränkt ist. In diesen Fällen darf Epilan-D nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Informieren Sie Ihren Arzt auch, wenn bei Ihnen ein Leber- oder Nierenschaden festgestellt wurde oder wenn Ihr Blutzuckerspiegel erhöht ist. Er wird in diesen Fällen entsprechende Kontrolluntersuchungen anordnen.

Während der Behandlung wird Ihr Arzt regelmäßig Kontrollen des Blutbilds, der Leberfunktion und bei Kindern auch der Schilddrüsenfunktion verordnen. Wenn Sie gleichzeitig Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen, kann auch eine regelmäßige Überprüfung Ihres Gerinnungs-status erforderlich sein.

Wenn Sie erste Anzeichen von Nebenwirkungen bemerken, besonders bei Hautausschlag, Fieber, Halsschmerzen, Lymphknotenschwellungen, Geschwüren im Rachen, Mund oder an anderen Stellen sowie bei Gelbsucht suchen Sie sofort den Arzt auf. Er wird über die weitere Behandlung entscheiden.

Falls schwere allergische Hautreaktionen und Blutbildveränderungen oder Schädigungen des Knochenaufbaus, Beeinträchtigungen der Funktion von Knochenmark oder Leber auftreten, muss die Einnahme von Epilan-D-Gerot - Tabletten unter ärztlicher Aufsicht beendet werden.

Um Zahnfleischwucherungen zu vermeiden, ist während der Behandlung auf besonders sorgfältige Mundhygiene zu achten.

Während einer Behandlung mit Epilan-D-Gerot sollten Sie keine Schlafmittel einnehmen.

Selten können schwere Hautreaktionen während der Therapie mit Epilan-D-Gerot - Tabletten auftreten. Das Risiko dafür kann mit einer genetischen Abweichung bei Personen han-chinesischer oder thailändischer Abstammung zusammenhängen. Wenn Sie dieser Abstammung sind und bei Ihnen bereits früher diese genetische Abweichung (HLA-B*1502) festgestellt wurde, sprechen Sie vor der Einnahme von Epilan-D-Gerot – Tabletten mit Ihrem Arzt.

Eine geringe Anzahl an Patienten, die mit Antiepileptika wie Epilan-D behandelt wurden, hatten Gedanken, sich das Leben zu nehmen oder sich selbst zu verletzen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt derartige Gedanken haben, kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt.

Die Wirksamkeit empfängnisverhütender Hormonpräparate („Pille“, Hormonpflaster u.ä.) kann durch Phenytoin vermindert werden. Es sollten daher andere Maßnahmen zur Empfängnis-verhütung getroffen werden.

Bei Einnahme von Epilan-D mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Medikamente und andere Mittel können sich gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen.

Dies gilt unter anderem für Alkohol sowie für Medikamente zur Blutverdünnung, für Beruhigungs- und Schlafmittel, verschiedene Antibiotika, Kortisonpräparate, Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und anderen seelischen Erkrankungen, Entwässerungsmittel, andere Medikamente gegen Epilepsie, Mittel gegen Schmerzen oder Entzündungen, Methotrexat (zur Behandlung von Tumorerkrankungen), Magensafthemmer, bestimmte Medikamente gegen Magengeschwüre, gegen Pilzinfektionen, Arzneimittel zur Hemmung des Immunsystems, Arzneimittel gegen Tuberkulose, Asthma und Bronchitis.

Die Wirksamkeit empfängnisverhütender Hormonpräparate („Pille“, Hormonpflaster u.ä.) kann durch Phenytoin vermindert werden.

Der Wirkstoff in Epilan-D-Gerot - Tabletten kann Einfluss auf bestimmte Labortestergebnisse haben, z.B. Blutzucker, Kalzium, alkalische Phosphatase, Gamma-GT.

Die Verwertung von Vitamin B, Vitamin D und Folsäure kann während einer Behandlung mit Epilan-D-Gerot - Tabletten beeinträchtigt sein. Ihr Arzt wird Ihnen gegebenenfalls entsprechende Vitaminpräparate verordnen.

Bei Einnahme von Epilan-D zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken Während der Behandlung ist auf Alkohol zu verzichten.

Schwangerschaft und Stillzeit
Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Über die Anwendung während der Schwangerschaft entscheidet der behandelnde Arzt. Bei Eintritt einer Schwangerschaft informieren Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt.

Da Phenytoin in die Muttermilch übergeht, sollte abgestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Durch Epilan-D-Gerot wird vor allem zu Behandlungsbeginn oder bei höherer Dosierung das Reaktionsvermögen herabgesetzt. Dies wirkt sich besonders gefährlich beim Lenken von Kraftfahrzeugen oder beim Bedienen von Maschinen aus.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Epilan-D1 Tablette enthält 53,2 mg Lactose (Milchzucker). Wenn bei Ihnen eine Unverträglichkeit gegen bestimmte Zuckerarten festgestellt wurde, befragen Sie vor der Einnahme Ihren Arzt.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Epilan-D-Gerot immer genau nach Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Wie bei allen Medikamenten zur Epilepsiebehandlung ist es wichtig, dass Sie Epilan-D-Gerot - Tabletten regelmäßig einnehmen. Dosisänderungen dürfen nur schrittweise erfolgen. Ändern Sie

Dosierungs- oder Anwendungsdauer daher nicht ohne ärztliche Anweisung.
Auch bei Anfallsfreiheit darf die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt beendet werden.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis wie folgt:

Erwachsene:

  • Behandlungsbeginn: Man beginnt in der 1. Woche mit täglich 1 Tablette und steigert in der 2. Woche auf 2 Tabletten täglich. Danach wird Ihr Arzt die Dosis so lange steigern, bis Sie anfallsfrei sind. Dann kann der Arzt die Dosierung erforderlichenfalls vermindern.
  • Dauerbehandlung: üblicherweise 3 Tabletten in 3 Gaben über den Tag verteilt. Tageshöchstdosis: 5 Tabletten.
  • Umstellung auf Epilan-D-Gerot - Tabletten: Bei entsprechender Verringerung des bisher verabreichten Medikamentes in der 1. Woche 1 Tablette täglich, in der 2. Woche 2 Tabletten pro Tag usw., bis nach etwa 3 bis 5 Wochen das frühere Präparat voll durch Epilan-D-Gerot - Tabletten ersetzt ist. Eine plötzliche Umstellung der Behandlung ist zu unterlassen, da sonst gehäuft Anfälle auftreten können.

Kinder: 4 bis 7 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag, aufgeteilt auf 2 bis 3 Gaben. Tageshöchstdosis 300 mg.

Bei einer Störung der Nierenfunktion kann der Arzt eine niedrigere Dosis verordnen.

Anwendung:
Nehmen Sie die Tabletten während oder nach dem Essen unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit ein.

Wenn Sie eine größere Menge von Epilan-D eingenommen haben als Sie sollten Bei akuter Überdosierung kann es zu Augenzittern, Störungen der Bewegungskoordination, verwaschener Sprache, Zittern, Blutdruckveränderungen, Übelkeit und Erbrechen, Abflachung der Atmung bis Atemlähmung, Bewusstseinstrübung und Bewusstlosigkeit kommen. Sofortige ärztliche Hilfe ist unbedingt erforderlich. (Hinweise für den Arzt zur Behandlung einer Überdosierung finden sich am Ende dieser Gebrauchsinformation).

Wenn Sie die Einnahme von Epilan-D vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Nehmen Sie stattdessen die folgende Dosis zur gewohnten Zeit ein.

Wenn Sie die Einnahme von Epilan-D abbrechen
Brechen Sie die Einnahme von Epilan-D-Gerot - Tabletten nicht aus eigenem Ermessen ab, da das einen epileptischen Anfall auslösen kann.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann Epilan-D Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

In der folgenden Liste sind die für Phenytoin berichteten Nebenwirkungen nach Körpersystemen geordnet. Hinsichtlich der Häufigkeit ihres Auftretens liegen keine vollständigen Angaben vor; diesbezügliche Aussagen sind daher nicht möglich.

Dosisabhängige unerwünschte Wirkungen werden bei etwa einem Drittel aller behandelten Patienten beobachtet. Diese treten vor allem zu Behandlungsbeginn auf. Nach Anpassung der Dosis unter ärztlicher Kontrolle verschwinden sie im Allgemeinen wieder. Ein Abbruch der Behandlung ist selten notwendig.

Untersuchungen: Anstieg bestimmter Laborwerte (Blutzucker, Gamma-GT, alkalische Phosphatase)

Blut und Lymphsystem: Blutbildveränderungen. Besonders nach langfristiger Einnahme bei hoher Dosierung können zum Teil schwerwiegende Veränderungen des Blutbildes auftreten (mögliche Symptome: Blässe, Müdigkeit, Abwehrschwäche und Blutungsneigung). Vergrößerung der Lymphknoten, Erkrankungen des Lymphsystems.

Nervensystem: Die häufigsten Nebenwirkungen von Phenytoin betreffen das Zentralnerven-system und sind meist dosisabhängig. Es kommt unter anderem zu: Bewegungsstörungen, zunehmender Erregbarkeit, Schlaflosigkeit, übermäßigem Bewegungsdrang, Zittern, Schwindel, Sprachstörungen, Abgeschlagenheit, Konzentrations- und Koordinationsschwierigkeiten, Verwirrtheit. Weiters wurden vorübergehende Nervosität, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit sowie Empfindungsstörungen in Form von Kribbeln oder Brennen berichtet.
Nach langjähriger Einnahme kann eine nichtentzündliche Nervenerkrankung auftreten, die sich z.B. in Sensibilitätsstörungen äußern kann.
Bei hoher Dosierung über längere Zeit: Teilnahmslosigkeit, sedierende Wirkung, Wahrnehmungs- und Bewusstseinsstörungen.
Das Geschmacksempfinden kann sich verändern.

Augen: Dosisabhängig kann es zu Doppeltsehen und Augenzittern kommen. Bei hoher Dosierung über längere Zeit: starrer Blick.

Magen-Darm-Trakt:Dosisabhängig Magenbeschwerden bzw. Verstopfung.
Bei hoher Dosierung über längere Zeit: Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit.

Haut: Hautausschläge (manchmal von Fieber begleitet), verstärkte Körperbehaarung, Pigmentverschiebungen in der Haut. Falls schwerere Hautausschläge (evtl. mit Blasenbildung) auftreten, ist sofort ein Arzt zu benachrichtigen.

Muskulatur, Bindegewebe und Knochen: Vergröberung der Gesichtszüge, Lippenvergrößerung, Zahnfleischwucherungen, Verhärtung bzw. Schrumpfung der Fingersehnen,
Bindegewebszunahme am Penis.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: Bei hoher Dosierung über längere Zeit: Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. In seltenen Fällen kann es zu einer Störung des Knochenaufbaus kommen.

Erkrankungen des Immunsystems: Allergische Reaktionen, z.B. unter Beteiligung von Haut, Gelenken, Blut oder Blutgefäßen, Leber und Lymphknoten.

Leber: Leberentzündung, Gelbsucht.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 25°C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Name

Epilan-D-Gerot - Tabletten

Zusammensetzung

1 Tablette enthält 100 mg Phenytoin

Sonstiger Bestandteil: 53,2 mg Lactose-Monohydrat.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

Darreichungsform

Tablette.
Weiße, runde, gewölbte Tabletten mit Bruchkerbe auf einer Seite und der Prägung Gerot auf der anderen Seite. Die Tablette kann in gleiche Hälften geteilt werden.

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