Femoston® conti

 

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Femoston conti ist ein Kombinationspräparat, das zwei Hormone enthält, die als Oestradiol und Dydrogesteron bezeichnet werden. Sie werden zur sogenannten Hormonersatzbehandlung in der Menopause verwendet.

Oestradiol ist ein weibliches Geschlechtshormon. Es ist das wichtigste der sogenannten Oestrogene. Es wird aus pflanzlichem Ausgangsmaterial hergestellt und ist mit dem körpereigenen Hormon identisch. Dydrogesteron ist ein sogenanntes Gestagen. Es wird synthetisch hergestellt, und seine Eigenschaften sind denen eines anderen wichtigen weiblichen Geschlechtshormons, das als Progesteron bezeichnet wird, vergleichbar.

Bis zu den Wechseljahren (Menopause, Klimakterium) werden Oestrogene und Gestagene von den Eierstöcken produziert. Sie sind u.a. für den Ablauf des Monatszyklus verantwortlich. Mit Beginn der Wechseljahre nimmt die körpereigene Produktion dieser Hormone ab. Die Monats- oder Regelblutungen (Menstruation) werden unregelmässig und bleiben schliesslich ganz aus. Das geschieht im allgemeinen zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr, in gewissen Fällen jedoch auch bei jüngeren Frauen, z.B. wenn die Eierstöcke durch eine Operation entfernt wurden.

Der Rückgang des Hormonaufbaus in den Eierstöcken kann die für die Wechseljahre typischen Beschwerden auslösen: Hitzewallungen, übermässiges Schwitzen, Vaginaltrockenheit, nervöse Reizbarkeit, Herzklopfen, Schlaflosigkeit und depressive Verstimmungen.

Auf psychische Beschwerden, wie depressive Verstimmungen und nervöse Reizbarkeit, hat Femoston conti jedoch nur dann einen günstigen Einfluss, wenn diese Beschwerden im Zusammenhang mit Hitzewallungen, Schweissausbrüchen und damit einhergehendem Herzklopfen auftreten.

Zusätzlich kann langfristig durch Knochensubstanzverlust (Osteoporose) die Anfälligkeit für Knochenbruch erhöht werden. Femoston kann zur Vorbeugung einer Osteoporose (Knochenschwund) verwendet werden, bei Frauen, bei denen ein hohes Risiko für zukünftige Knochenbrüche besteht und die andere zu diesem Zweck angewendete Arzneimittel nicht vertragen haben oder nicht anwenden dürfen oder bei Frauen, die gleichzeitig an behandlungsbedürftigen Symptomen eines Östrogenmangels leiden.

Die Rolle des in Femoston conti enthaltenen Gestagens (d.h. Dydrogesteron) besteht darin, die Gebärmutterschleimhaut vor einer übermässigen Stimulation, wie sie bei der alleinigen Verabreichung von Oestradiol auftreten kann, zu schützen und eine Erkrankung der Gebärmutter zu verhindern. Femoston conti ist zur Behandlung von Frauen mit einer intakten Gebärmutter bestimmt.

Der Arzt/die Ärztin hat Ihnen Femoston conti verschrieben, um Ihre infolge eines Mangels an Oestrogenen verursachten Beschwerden zu lindern.

Femoston conti darf nur auf ärztliche Verschreibung und von Frauen mit gesunder Gebärmutter eingenommen werden.

Femoston conti hat keine empfängnisverhütende Wirkung.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Körperliche Betätigung und eine natürliche Ernährung sind sinnvolle Massnahmen, um die Therapie mit Femoston conti in der Menopause zu unterstützen.

Melden Sie sich bei Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin zur jährlichen gynäkologischen Kontrolle.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Femoston conti findet bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren keine Anwendung.

Femoston conti darf nicht eingenommen werden bei:

bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem Hilfsstoff;

bekanntem bestehenden oder früher aufgetretenem Brustkrebs bzw. einem entsprechenden Verdacht;

bekannten anderen Tumoren, deren Wachstum durch Zufuhr bestimmter weiblicher Geschlechtshormone (Östrogene) angeregt wird (v.a. Krebs der Gebärmutterschleimhaut) oder einem entsprechenden Verdacht;

Tumoren, deren Wachstum durch Zufuhr bestimmter Geschlechtshormone (Gestagene) angeregt wird (z.B. Meningiom, ein gutartiger Hirntumor);

Blutungen aus der Scheide, deren Ursache vom Arzt/von der Ärztin nicht geklärt ist;

unbehandelter übermässiger Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie);

bestehenden oder früher aufgetretenen venösen thromboembolischen Erkrankungen (Blutgerinnselbildung in den tiefen Venen, Lungenembolie);

bestehenden oder erst kurze Zeit zurückliegenden arteriellen thromboembolischen Erkrankungen (Blutgerinnselbildung in den Arterien), v.a. anfallsartig auftretende Brustschmerzen mit Brustenge (Angina pectoris), Herzinfarkt;

akuter Lebererkrankung oder zurückliegenden Lebererkrankungen, solange sich wichtige Leberwerte nicht normalisiert haben;

bekannter oder vermuteter Schwangerschaft, Stillzeit;

Porphyrie (Stoffwechselerkrankung mit Störung der Bildung des roten Blutfarbstoffes).

Ihr Arzt/Ihre Ärztin weiss, was in solchen Fällen zu tun ist.


Die Einnahme von Femoston conti sollte nur zur Behandlung solcher Beschwerden begonnen werden, welche die Lebensqualität beeinträchtigen.

In jedem Fall sollte Ihr Arzt/Ihre Ärztin mindestens einmal jährlich eine sorgfältige Abschätzung von Nutzen und Risiken der Behandlung vornehmen. Die Behandlung sollte nur so lange fortgeführt werden, wie der Nutzen die Risiken überwiegt.

Medizinische Untersuchung/Kontrolluntersuchungen

Vor Beginn bzw. Wiederaufnahme einer Hormonersatztherapie sollte eine vollständige Erfassung aller wichtigen Krankheiten in Ihrer Vorgeschichte sowie bei nahen Verwandten durchgeführt werden. Die ärztliche Untersuchung (einschliesslich Unterleib und Brust) sollte sich an dieser Erfassung der Krankengeschichten sowie den Gegenanzeigen und Warnhinweisen für dieses Arzneimittel orientieren. Während der Behandlung sollten regelmässige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, die sich in Häufigkeit und Art nach Ihrer persönlichen Gesundheitssituation richten. Ihr Arzt/Ihre Ärztin sollte Ihnen erläutern, welche Veränderungen Ihrer Brüste Sie ihm mitteilen müssen. Die Untersuchungen, u.a. Röntgenaufnahmen der Brüste (Mammographie), sollten entsprechend der gegenwärtig üblichen Vorsorgepraxis und vor dem Hintergrund Ihrer persönlichen Gesundheitssituation durchgeführt werden.

Situationen, die eine besondere ärztliche Überwachung erfordern

Eine engmaschige Überwachung Ihres Gesundheitszustandes ist erforderlich, wenn bei Ihnen eine der folgenden Situationen oder Erkrankungen vorliegt oder früher vorlag bzw. sich während einer Schwangerschaft oder einer zurückliegenden Hormonbehandlung verschlechtert hat. Dies gilt auch für den Fall, dass eine der nachfolgend genannten Erkrankungen im Laufe der aktuellen Hormonersatztherapie mit Femoston conti auftritt bzw. sich verschlechtert.

Folgende Erkrankungen bzw. Risikofaktoren sind zu beachten:

gutartige Geschwulst in der Muskelschicht der Gebärmutter (Uterusmyom) oder Ansiedlung von Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutter (Endometriose);

Risikofaktoren für estrogenabhängige Krebserkrankungen, z.B. Auftreten von Brustkrebs bei nahen Blutsverwandten (z.B. Mutter, Grossmutter, Schwestern);

Bluthochdruck;

Lebererkrankungen (z.B. gutartige Lebergeschwulst – Leberadenom);

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit oder ohne Beteiligung der Gefässe;

Gallensteinerkrankungen;

Migräne oder (schwere) Kopfschmerzen;

Schmetterlingsflechte (Systemischer Lupus erythematodes, eine bestimmte Autoimmunerkrankung);

übermässige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) in der Vorgeschichte;

Krampfanfälle (Epilepsie);

Asthma;

Versteifung der Verbindungen zwischen den Gehörknöchelchen (Otosklerose).

Gründe für einen sofortigen Therapieabbruch

Die Therapie muss bei Auftreten von Gegenanzeigen sowie in den folgenden Situationen abgebrochen werden:

Gelbsucht oder Verschlechterung der Leberfunktion;

deutliche Erhöhung des Blutdrucks;

neues Auftreten migräneartiger Kopfschmerzen;

Schwangerschaft.

Erkrankung der Herzkranzgefässe

Aus grossen klinischen Studien gibt es keine Hinweise auf einen Nutzen in Bezug auf Erkrankungen der Herzkranzgefässe durch Anwendung von Arzneimitteln zur Hormonersatztherapie mit einer bestimmten Wirkstoffkombination (konjugierte Östrogene, fortlaufend kombiniert mit Medroxyprogesteronacetat). Zwei grosse klinische Studien zeigten ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefässe im ersten Jahr der Anwendung und insgesamt keinen Nutzen. In der einen Studie (WHI Studie) hatten die Mehrheit der Frauen ein Durchschnittsalter von 63 Jahren und 2/3 davon waren mittel bis stark übergewichtig. Für andere Arzneimittel zur Hormonersatztherapie mit anderen Wirkstoffen als Femoston conti gibt es derzeit keine grossen klinischen Studien, in denen die Wirkungen auf Erkrankungen der Herzkranzgefässe untersucht wurden.

Daher ist es unklar, ob diese Ergebnisse auch für andere Arzneimittel zur Hormonersatztherapie gelten.

Schlaganfall

In einer grossen klinischen Studie (WHI-Studie) wurde ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle bei gesunden Frauen während einer Behandlung mit einer bestimmten Wirk­stoffkombination (konjugierte Östrogene alleine, oder fortlaufend kombiniert mit Medroxyprogesteronacetat) gefunden.

Es ist nicht bekannt, ob dieses erhöhte Risiko auch auf andere Arzneimittel zur Hormonersatztherapie zutrifft.

Venöse Thromboembolie

Die Anwendung von Arzneimitteln zum Hormonersatz ist im Vergleich zur Nichtanwendung mit einem zwei- bis dreifach erhöhten Risiko für Verschlüsse der tiefen Venen durch Blutgerinnsel (Thrombosen) verbunden, die sich unter Umständen lösen und in die Lunge gelangen können (Lungenembolie). Thrombosen und Lungenembolie werden als venöse thromboembolische Erkrankungen bezeichnet.

Das Risiko für das Auftreten venöser thromboembolischer Erkrankungen ist insbesondere im ersten Jahr der Hormonersatzbehandlung erhöht.

Alle Frauen haben auch ein altersabhängiges Grundrisiko, eine venöse thromboembolische Erkrankung zu erleiden.

Allgemein anerkannte Risikofaktoren für die Entwicklung venöser thromboembolischer Erkrankungen sind:

venöse thromboembolische Erkrankungen in der eigenen Krankheitsgeschichte bzw. eine entsprechende familiäre Belastung;

erhebliches Übergewicht (so genannter «Body Mass Index» [BMI] über 30 kg/m²;

Schmetterlingsflechte (systemischer Lupus erythematodes, eine bestimmte Autoimmunerkrankung).

Patientinnen mit venösen thromboembolischen Erkrankungen in der Vorgeschichte oder bekannter Neigung zur Bildung von inneren Blutgerinnseln (Thrombosen) haben ein erhöhtes Risiko, eine solche Erkrankung erneut zu erleiden. Eine Hormonersatztherapie kann dieses Risiko erhöhen (siehe auch «Wann darf Femoston nicht angewendet werden?»).

Sollten Sie bereits mit Gerinnungshemmern behandelt werden, sollte Ihr Arzt/Ihre Ärztin Nutzen und Risiko einer Hormonersatztherapie sorgfältig gegeneinander abwägen.

Das Risiko für venöse thromboembolische Erkrankungen kann bei längerer Ruhigstellung (z.B. Bettlägerigkeit, Bein im Gipsverband) sowie schwereren Verletzungen oder grösseren Operationen vorübergehend erhöht sein. Bei Patientinnen, die eine Hormonersatztherapie durchführen, sollten wie bei allen Patienten nach erfolgten Operationen, die Vorsorgemassnahmen zur Verhinderung einer venösen thromboembolischen Erkrankung äusserst genau eingehalten werden.

Falls bei Ihnen nach Beginn der Hormonersatztherapie Anzeichen einer venösen thromboembolischen Erkrankung auftreten bzw. ein Verdacht darauf besteht, muss die Behandlung mit Femoston conti sofort abgebrochen werden. Wenn Sie bei sich mögliche Anzeichen für eine venöse thromboembolische Erkrankung bemerken (schmerzhafte Schwellung eines Beins, plötzlicher Schmerz im Brustkorb, Atemnot), müssen Sie umgehend Kontakt mit einem Arzt/einer Ärztin aufnehmen.

Brustkrebs

In verschiedenen Studien wurde bei Frauen, die im Rahmen einer Hormonersatztherapie über mehrere Jahre Östrogene, Östrogen-Gestagen-Kombinationen oder andere ähnliche Präparate angewendet hatten, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko festgestellt. Dieses erhöhte Risiko zeigte sich für alle Formen einer Hormonersatztherapie nach einigen Anwendungsjahren. Es steigt mit zunehmender Behandlungsdauer an, kehrt jedoch einige (spätestens fünf) Jahre nach Beendigung der Behandlung auf das altersentsprechende Grundrisiko zurück.

Die Hormonersatztherapie, insbesondere die Kombination aus Östrogenen und Gestagenen, verringert die Durchlässigkeit des Brustgewebes für Röntgenstrahlen. Dadurch kann der Nachweis eines Brustkrebses bei Untersuchung der Brust mit Röntgenstrahlen (Mammographie) erschwert werden.

Übermässige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie)

Bei Frauen mit Gebärmutter wurde festgestellt, dass das Risiko einer Endometriumhyperplasie (übermässige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut) und eines Endometriumkarzinoms (Krebs der Gebärmutterschleimhaut) erhöht ist, wenn Östrogene alleine (Östrogen-Monotherapie), d.h. ohne zusätzliche Gabe eines Gelbkörperhormons (Gestagen), angewendet werden. Mit zunehmender Dauer einer solchen Östrogen-Monotherapie erhöht sich dieses Risiko.

Bei Frauen mit Gebärmutter wird dieses Risiko durch die zusätzliche Einnahme eines Gestagens zu dem Östrogen weitgehend vermindert. Femoston conti enthält ein Gestagen.

In den ersten Monaten einer Hormonersatztherapie können Durchbruchs- und Schmierblutungen auftreten. Wenn solche Blutungen über die ersten Behandlungsmonate hinausgehen, erst nach einer längeren Behandlungszeit einsetzen oder diese nach Beendigung der Hormonersatztherapie anhalten, sollten Sie so schnell wie möglich Ihren Arzt/Ihre Ärztin aufsuchen, um die Ursache der Blutungen feststellen zu lassen. Ggf. muss durch Beurteilung einer Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut eine bösartige Geschwulst ausgeschlossen werden.

Eierstockkrebs

Es liegen Hinweise aus einigen epidemiologischen Studien vor, dass eine Langzeitbehandlung über mindestens 5 bis 10 Jahre mit Östrogen allein (d.h. ohne Zusatz von Gestagen) bei Frauen mit entfernter Gebärmutter mit einem erhöhten Risiko für einen Eierstockkrebs verbunden ist. Ob dieses Risiko auch besteht, wenn zusätzlich zu dem Östrogen ein Gestagen angewendet wird, ist nicht geklärt.

Hirnleistungsstörung

Es ist nicht schlüssig nachgewiesen, dass sich durch eine Hormonersatztherapie die geistigen Fähigkeiten (Gedächtnis, Wahrnehmung, Denken, Lernen, Urteilungsvermögen, Erinnerung usw.) verbessern. Aus einer grossen Studie gibt es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für eine Hirnleistungsstörung bei Frauen, die nach dem 65. Lebensjahr eine Hormonersatztherapie mit einer bestimmten Wirkstoffkombination (konjugierte equine Östrogene, fortlaufend kombiniert mit Medroxyprogesteronacetat) begonnen haben. Es ist nicht bekannt, ob diese Erkenntnisse auch für jüngere Frauen nach der letzten Regelblutung bzw. andere Hormonersatztherapie-Präparate gelten.

Sonstige Erkrankungszustände

Patientinnen mit eingeschränkter Funktion der Niere oder des Herzens:

Östrogene können eine Flüssigkeitsansammlung im Körper bewirken; daher sollten Sie, wenn bei Ihnen Herz- oder Nierenfunktionsstörungen vorliegen, sorgfältig beobachtet werden. Wenn Sie an einer schweren Nierenfunktionsstörung leiden, sollten Sie engmaschig überwacht werden, weil ein Anstieg der im Blut zirkulierenden Östrogene zu erwarten ist.

Patientinnen mit einer bestimmten Fettstoffwechselstörung (Hypertriglyceridämie):

Wenn bei Ihnen bestimmte Blutfettwerte (Triglyceride) erhöht sind, sollten Ihre Blutfettwerte während der Behandlung mit Femoston conti engmaschig überwacht werden, weil im Zusammenhang mit einer Östrogentherapie in seltenen Fällen von einem starken Triglyzeridanstieg im Blut mit einer nachfolgenden Entzündung der Bauchspeicheldrüse berichtet wurde.

Einfluss von Femoston conti auf die Laborparameter der Schilddrüse, der Geschlechtshormone und von Kortikosteroiden:

Östrogene können die Ergebnisse bestimmter Labortests beeinflussen (z.B. Schilddrüsentests; Spiegel von Geschlechtshormon-bindendem Protein und Kortikoid-bindendem Protein). Wenn bei Ihnen ein solcher Test durchgeführt werden soll, informieren Sie den verantwortlichen Arzt/Ärztin darüber, dass Sie eine Hormonersatztherapie anwenden. Die Konzentrationen der Hormone, die in den o.g. Tests untersucht werden und die für die Hormonwirkung verantwortlich sind, bleiben dabei unverändert. D.h., Sie müssen nicht mit Symptomen wie z.B. bei einer Schilddrüsenunterfunktion rechnen.

Die Konzentration bestimmter Eiweissstoffe im Blut (Angiotensinogen/Renin-Substrat, α1-Antitrypsin und Coeruloplasmin) kann verändert sein.

Patientinnen mit den folgenden seltenen erblichen Krankheiten des Stoffwechsels wie «hereditäre Galactose-Intoleranz», «Lactase-Mangel» oder «Glucose-Galactose-Malabsorption» sollten Femoston conti nicht einnehmen, da dieses Präparat Laktose (Milchzucker) enthält.

Die Wirkungen von Femoston können bei gleichzeitiger Einnahme von anderen Arzneimitteln abgeschwächt werden. Dazu zählen z.B. Arzneimittel, die eingesetzt werden bei:

Epilepsie (z.B. Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin),

Infektionskrankheiten (z.B. die Tuberkulosemittel Rifampicin und Rifabutin),

HIV-Infektionen (z.B. Nevirapin, Efavirenz, Ritonavir, Nelfinavir).

Auch pflanzliche Zubereitungen, die Johanniskraut enthalten, können die Wirkungen von Femoston conti abschwächen.

Aufgrund einer abgeschwächten Wirkung von Femoston conti kann sich auch das Blutungsmuster ändern.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!


Femoston conti darf während der Schwangerschaft und Stillzeit auf keinen Fall eingenommen werden, und für dieses Präparat gibt es während der Schwangerschaft und in der Stillzeit auch keine medizinisch begründete Anwendung.

Sollten Sie während der Behandlung mit Femoston conti schwanger werden oder dieses Präparat unbeabsichtigt während der Schwangerschaft eingenommen haben, müssen Sie so rasch wie möglich den Arzt/die Ärztin benachrichtigen.

Wie wird es angewendet?

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Femoston conti findet bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren keine Anwendung.

Erwachsene

Zu Beginn und bei der Fortführung der Behandlung von Östrogenmangelbeschwerden wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihnen die niedrigste wirksame Dosis verordnen und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich halten.

Besprechen Sie den für Sie individuell richtigen Beginn der Einnahme von Femoston conti mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin. Normalerweise gilt:

falls Sie in den letzten 12 Monaten keine Blutungen hatten, können Sie jederzeit mit der Femoston conti Einnahme beginnen.

Sie müssen regelmässig 1 Tablette täglich, vorzugsweise immer zur gleichen Tageszeit, einnehmen. Die Medikation ist nach Aufbrauchen einer Packung ohne Unterbrechung fortzusetzen. Falls Sie vergessen eine Tablette einzunehmen, fahren Sie, wie verschrieben, mit der nächsten Tablette fort. Sollten Sie mehr als 1 Tablette vergessen haben, so besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin.

Obwohl unter Femoston conti normalerweise keine Blutungen vorkommen, können in den ersten 6 Monaten vereinzelt Blutungen auftreten, die aber normalerweise bei Fortsetzung der Behandlung aufhören.

Informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin über allenfalls auftretende Blutungen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Eine Besserung oder das Verschwinden der Symptome tritt meistens einige Wochen nach Behandlungsbeginn ein.

Femoston conti kann über lange Zeit eingenommen werden. Über die Behandlungsdauer entscheidet jedoch in jedem Fall Ihr Arzt/Ihre Ärztin. Während der Behandlung mit Femoston conti sollten regelmässige gynäkologische Untersuchungen stattfinden.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Neben den unter «Wann ist bei der Einnahme von Femoston conti Vorsicht geboten?» beschriebenen Nebenwirkungen, bei deren Auftreten die Einnahme des Präparates sofort abgebrochen werden muss, können noch folgende unerwünschte Wirkungen auftreten:

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich: Beschwerden, ähnlich wie bei einer Harnblasenentzündung, Hefepilzinfektion in der Scheide.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten: Gesteigerter Abbau der roten Blutkörperchen.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen, welche einer allergischen Reaktion ähnlich sind (wie anaphylaktischer Schock (ein plötzlicher schwerer Blutdruckabfall), Atemnot, Nasenhöhlenentzündung).

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich: Depression, Veränderung der sexuellen Lust (Libido), Nervosität.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Migräne.

Gelegentlich: Schwindel.

Sehr selten: Veitstanz.

Vergrösserung von Tumoren, welche durch bestimmte Geschlechtshormone (Gestagene) angeregt werden, z.B. Meningiom, ein gutartiger Hirntumor (siehe Kapitel «Wann darf Femoston conti nicht angewendet werden?»). Mögliche Hirnleistungsstörungen (siehe Kapitel «Wann ist bei der Einnahme von Femoston conti Vorsicht geboten?»).

Augenerkrankungen

Selten: Kontaktlinsenunverträglichkeit, Steilstellung der Hornhautkrümmung.

Herzerkrankungen

Sehr selten: Herzinfarkt.

Gefässerkrankungen

Gelegentlich: Bluthochdruck, Verschluss von im äusseren Körperbereich liegenden Arterien, Bildung von Krampfadern, Venenverschluss durch Blutgerinnselbildung.

Sehr selten: Schlaganfall.

Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes

Häufig: Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen.

Gelegentlich: Verdauungsstörung.

Sehr selten: Erbrechen.

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: Erkrankung der Gallenblase.

Selten: Veränderungen der Leberfunktion, manchmal verbunden mit Kraftlosigkeit oder Unwohlsein, Gelbsucht und Bauchschmerzen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebe

Gelegentlich: Allergische Hautreaktionen, Hautausschlag, Nesselsucht, Juckreiz.

Sehr selten: gelblich-braune Hautflecken (Chloasma oder Melasma), die nach Ende der Arzneimitteleinnahme fortbestehen können, verschiedene Hauterkrankungen (Erythema multiforme, Erythema nodosum), Hautrötung aufgrund kleinster Hauteinblutungen (vaskuläre Purpura), Hautschwellung v.a. im Gesichtsbereich.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Beinkrämpfe.

Gelegentlich: Rückenschmerzen.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Häufig: Schmerzen bzw. Empfindlichkeit der Brüste, Durchbruchblutungen und Schmierblutungen, Unterleibsschmerzen.

Gelegentlich: Veränderungen am Gebärmutterhals (scheinbare oberflächliche Gewebedefekte durch Schleimhautausstülpung) und des Ausflusses am Gebärmutterhals, schmerzhafte Regelblutung, verlängerte und verstärkte Regelblutung, manchmal lang andauernde ausserhalb der Regel auftretende Gebärmutterblutung.

Selten: Vergrösserung der Brüste, Beschwerden, ähnlich wie sie ein paar Tage vor einer normalen Monatsblutung auftreten können (prämenstruelles Syndrom).

Tumore, deren Wachstum durch bestimmte Geschlechtshormone (Oestrogene) angeregt werden, z.B. Krebs der Gebärmutterschleimhaut, Eierstockkrebs (siehe Kapitel «Wann darf Femoston conti nicht angewendet werden?»).

Angeborene, familiäre und erblich bedingte Erkrankungen

Sehr selten: Verschlechterung einer Porphyrie (Stoffwechselerkrankung mit Störung der Bildung des roten Blutfarbstoffes). Bei vorliegender Porphyrie ist die Einnahme von Femoston conti kontraindiziert (siehe «Wann darf Femoston conti nicht angewendet werden?»).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Kraftlosigkeit.

Gelegentlich: Flüssigkeitsansammlung im Gewebe des äusseren Körperbereichs.

Untersuchungen

Häufig: Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme.

Die meisten der oben aufgeführten Nebenwirkungen sind vorübergehend und verschwinden wieder, ohne dass Sie die Behandlung abbrechen müssen. Falls eine dieser Nebenwirkungen jedoch andauert und sehr unangenehm ist, sollten Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin wenden.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Hinweis

Da Femoston conti nicht empfängnisverhütend ist, wird Frauen im gebärfähigen Alter empfohlen, nicht-hormonelle Verhütungsmittel wie beispielsweise Kondome, Diaphragma oder Spirale zu benutzen.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP.:» bezeichneten Datum verwendet werden.

Aufbewahrung bei Raumtemperatur (15–25 °C).

Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren!

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Zusätzliche Informationen

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packung zu 28 Tabletten.