Lyrica®

 

Was ist es und wofür wird es verwendet?

Lyrica gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln die alpha-2-delta-Liganden genannt werden. Diese Arzneimittel werden zur Behandlung von Epilepsie und neuropathischen Schmerzen bei Erwachsenen verwendet.

Periphere und zentrale neuropathische Schmerzen: Lyrica wird bei Erwachsenen verwendet zur Behandlung von langanhaltenden Schmerzen, welche durch Nervenschädigung verursacht wurden. Der Schmerz kann als heiss, brennend, pochend, einschiessend oder stechend beschrieben werden. Auch ein Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Ameisenlaufen kann auftreten. Neuropathische Schmerzen können auch mit Gemütsveränderungen, Schlafstörungen und Müdigkeit verbunden sein.

Epilepsie: Lyrica wird bei Erwachsenen zur Behandlung einer bestimmten Form der Epilepsie (partielle Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung) verwendet. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Ihnen Lyrica verschreiben, wenn Ihre gegenwärtige Behandlung nicht zur vollkommenen Kontrolle Ihrer Krankheit ausreicht. Lyrica muss zusätzlich zu Ihrer gegenwärtigen Medikation eingenommen werden.

Generalisierte Angststörungen: Lyrica wird bei Erwachsenen angewendet zur Behandlung von generalisierten Angststörungen. Die Symptome von generalisierten Angststörungen sind langanhaltende, schwer behandelbare Angst- und Besorgniszustände. Generalisierte Angststörungen können auch Unruhe, Spannungszustände, leichte Erschöpfbarkeit, Konzentrationsstörungen und Gedankenleere, Reizbarkeit, Muskelverspannungen oder Schlafstörungen hervorrufen.

Lyrica darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet werden.

Die Anwendung von Lyrica wurde bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht untersucht und kann deshalb nicht empfohlen werden.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Lyrica darf nicht angewendet werden, wenn Sie allergisch auf den Wirkstoff Pregabalin, ein anderes Arzneimittel des gleichen Typs (z.B. Neurontin) oder einen Hilfsstoff sind. Wenn Ihre Nierenfunktion stark eingeschränkt ist, dürfen Sie Lyrica nicht einnehmen.


Lyrica kann Benommenheit, Schläfrigkeit oder Müdigkeit verursachen. Es gab auch Berichte über Bewusstseinsverlust, Verwirrtheit und Beeinträchtigung des Geisteszustandes. Deshalb kann dieses Arzneimittel die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Zudem kann die Häufigkeit von Unfällen (Sturzgefahr) erhöht sein. Deshalb sollten Sie solange vorsichtig sein, bis Sie sich an alle Auswirkungen, die das Arzneimittel haben könnte, gewöhnt haben.

Teilen Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mit wenn Sie an einer Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche, ungenügende Herzleistung) leiden.

Einige Patienten, die Lyrica einnahmen, haben über Beschwerden berichtet, die eine allergische Reaktion vermuten lassen. Diese Beschwerden waren z.B. Schwellungen im Gesicht, der Lippen, der Zunge oder der Luftwege, oder auch eine grossflächige Hautrötung. Beim Auftreten dieser Beschwerden müssen sie umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen.

Bei Einnahme von Lyrica kann es zu verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen kommen. Informieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie bei sich irgendwelche Veränderungen der Sehkraft feststellen.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Lyrica behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Patienten und Patientinnen mit der seltenen, vererbten Galactose-Unverträglichkeit, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Lyrica nicht einnehmen.

Bei Lebererkrankungen darf Lyrica nur mit Vorsicht eingenommen werden.

Lyrica und bestimmte andere Arzneimittel können sich gegenseitig beeinflussen. Insbesondere Oxycodon (Schmerzmittel) und Lorazepam (zur Behandlung von Angstzuständen) können das Ausmass von Benommenheit, Schläfrigkeit und verminderter Konzentrationsfähigkeit verstärken. Die verstopfende Wirkung anderer Arzneimittel, z.B. Opioide (Schmerzmittel) kann bei gleichzeitiger Anwendung mit Lyrica verstärkt werden.

Lyrica kann zusammen mit der «Pille» genommen werden.

Der Effekt von Alkoholkonsum kann verstärkt werden, wenn Sie Lyrica einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!


Lyrica darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, ausser wenn dies von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin verordnet wird. Frauen im gebärfähigen Alter müssen eine wirksame Empfängnisverhütung betreiben. Verständigen Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie während der Behandlung mit Lyrica schwanger werden.

Während der Behandlung mit Lyrica sollten Sie Ihr Kind nicht stillen, da nicht bekannt ist, ob Lyrica in die Muttermilch übergeht. Fragen Sie vor der Einnahme aller Arzneimittel während der Stillzeit Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin um Rat.

Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Lyrica immer genau nach Anweisung des Arztes oder der Ärztin ein.

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird die für Sie geeignete Dosierung festlegen. Die Ihnen und Ihrer Krankheit angepasste Dosis beträgt üblicherweise 150 mg bis 600 mg pro Tag.

Lyrica muss zweimal oder dreimal täglich eingenommen werden. Für eine tägliche Dosis von 150 mg nehmen Sie beispielsweise morgens und abends je 1 Kapsel zu 75 mg oder morgens, mittags und abends je 1 Kapsel zu 50 mg ein. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann die Dosis schrittweise erhöhen. Dies hängt davon ab, wie Sie auf das Arzneimittel reagieren.

Schlucken Sie die Kapseln unzerkaut mit genügend Wasser. Lyrica Kapseln können zu oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden.

Nehmen Sie Lyrica regelmässig ein, bis Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Therapie beendet. Nach Beenden der Behandlung mit Pregabalin können als Entzugserscheinungen bestimmte Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Grippesymptome, Nervosität, Depression, Angstgefühl, Schmerzen, Schwitzen und Benommenheit.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Lyrica bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist bisher nicht geprüft worden. Die Anwendung kann deshalb in dieser Altersgruppe nicht empfohlen werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.

Wenn Sie zuviel Lyrica eingenommen haben

Informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin oder gehen Sie zur nächsten Notfallstation. Nehmen Sie die Schachtel mit Lyrica Kapseln mit.

Wenn Sie vergessen haben, Lyrica einzunehmen

Es ist wichtig, dass Sie Lyrica regelmässig und täglich zur ungefähr gleichen Zeit einnehmen. Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben, nehmen Sie die Dosis ein, sobald Sie es bemerken, ausser es ist bereits Zeit für die nächste Dosis. In diesem Fall nehmen Sie wie gewohnt nur die nächste Dosis ein. Nehmen Sie nicht 2 Dosen gleichzeitig ein um eine vergessene nachzuholen.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme oder Anwendung von Lyrica auftreten:

Sehr häufig: Benommenheit und Schläfrigkeit.

Häufig: gesteigerter Appetit, Euphorie, Verwirrung, verminderter Geschlechtstrieb, Reizbarkeit, Störungen der Bewegungsabläufe, Aufmerksamkeits-, Koordinations-, Gedächtnis- und Sprechstörungen, Zittern, Missempfindungen wie Kribbeln, Sehstörungen (z.B. verschwommenes Sehen, Doppeltsehen etc.), Schwindel, Mundtrockenheit, Verstopfung, Erbrechen, Blähungen, Erektionsstörungen, Müdigkeit, Anschwellen der Extremitäten, Trunkenheitsgefühl, abnormaler Gang, Gewichtszunahme.

Gelegentlich: Appetitlosigkeit, verändertes Persönlichkeitsgefühl, Depression, zunehmende Schlaflosigkeit, Niedergeschlagenheit, Wortfindungsprobleme, Ruhelosigkeit, Stimmungsschwankungen, Halluzinationen, abnormale Träume, gesteigerter Geschlechtstrieb, Panikattacken, Teilnahmslosigkeit, Taubheitsgefühl, ungewöhnliche Augenbewegungen, Sprachstörungen, Muskelzuckungen, verringerte Reflexe, Hyperaktivität, Schwindel beim Aufstehen, erhöhte Empfindlichkeit auf Berührungsreize, Geschmacksverlust, brennendes Gefühl, plötzliche Ohnmacht, geschwollene, trockene, schmerzende oder tränende Augen, erhöhte Pulsfrequenz, Gesichts- oder Hautrötung, Atemprobleme, trockene Nase, aufgeblähter Bauch, vermehrter Speichelfluss, saures Aufstossen, Schwitzen, Hautausschlag, Gelenkschwellung, Muskelkrämpfe, Muskel-, Gelenk-, Glieder- und Rückenschmerzen, Steifigkeit der Muskulatur, Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen, unwillkürlicher Harnabgang (Inkontinenz), Störungen der Sexualfunktion, Schwächegefühl, sturzbedingte Verletzungen, Engegefühl in der Brust, Durst.

Selten: Verminderung der Zahl der weissen Blutkörperchen, zu hoher oder zu tiefer Blutzucker, gehobene Stimmungslage, Enthemmung, Geruchstäuschung, Schreibstörungen, Schielen, Lichtempfindlichkeit, erhöhte Lärmempfindlichkeit, niedriger oder erhöhter Blutdruck, kalte Hände und Füsse, Herzrhythmusstörungen, Husten, verstopfte oder laufende Nase, Nasenbluten, Schnarchen, Engegefühl im Hals, Schluckprobleme, Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Bauchwassersucht, kalter Schweiss, Nesselausschlag, Nackenschmerzen, Muskelversagen, Nierenversagen, verminderte Harnausscheidung, Ausbleiben der Regelblutung, schmerzhafte Regelblutung, Schmerzen in den Brüsten, Absonderungen aus der Brust, Brustvergrösserung, Fieber, Gewichtsabnahme.

Seit der Markteinführung wurden zusätzlich folgende Nebenwirkungen beobachtet: Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, allergische Reaktionen (einschliesslich Schwellungen im Gesicht, geschwollene Zunge oder Atembeschwerden sowie einer schweren Hautreaktion gekennzeichnet durch Ausschlag, Blasenbildung, Hautabschälung und Schmerzen), Lungenödem (Flüssigkeitsansammlung in der Lunge), Bewusstseinsverlust, Beeinträchtigung des psychischen Zustandes, Harnverhalt, Herzmuskelschwäche, Juckreiz, Augenentzündung, Unwohlsein.

Falls sie Schwellungen im Gesicht oder an der Zunge bemerken, oder falls Ihre Haut rot wird und beginnt, Blasen zu bilden oder sich abzuschälen, informieren Sie bitte sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Falls eine dieser Nebenwirkungen störend ist oder während der Behandlung nicht nachlässt, sollten Sie dies Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mitteilen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Wie soll es aufbewahrt werden?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Bewahren Sie Lyrica bei Raumtemperatur (15–25 °C) ausserhalb der Reichweite von Kindern auf.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Zusätzliche Informationen

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Lyrica 25 mg: 14 Kapseln.

Lyrica 50 mg: 84 Kapseln.

Lyrica 75 mg: 14 und 56 Kapseln.

Lyrica 100 mg: 84 Kapseln.

Lyrica 150 mg: 56 und 168 Kapseln.

Lyrica 200 mg: 84 Kapseln.

Lyrica 300 mg: 56 und 168 Kapseln.