PNEUMOVAX 23 Durchstechflasche

 

Was ist es und wofür wird es verwendet?

PNEUMOVAX 23 ist ein Pneumokokken-Impfstoff. Impfstoffe schützen Sie bzw. Ihr Kind gegen Infektionserkrankungen. Ihr Arzt empfiehlt Ihnen bzw. Ihrem Kind (ab dem vollendeten 2 Lebensjahr) PNEUMOVAX 23 zum Schutz vor schweren Infektionen, welche durch Pneumokokken (Bakterien) verursacht werden.

Pneumokokken können Lungeneninfektionen (besonders Pneumonien) und Infektionen der Gehirn- und Rückenmarkshäute (Meningitis) verursachen und ins Blut (Bakteriämie oder Septikämie) gelangen. PNEUMOVAX 23 schützt Sie vor Pneumokokken-Infektionen jener Pneumokokken-Serotypen, welche im Impfstoff enthalten sind. Die 23 Pneumokokken-Serotypen, die im Impfstoff enthalten sind, beinhalten diejenigen, die fast alle (etwa 9 von 10) Pneumokokken-Infektionen verursachen.

Wenn die Impfung Ihnen bzw. Ihrem Kind verabreicht wurde, löst die köpereigene Abwehr die Bildung schützender Antikörper gegen Pneumokokken-Infektionen aus.

Pneumokokken-Infektionen kommen weltweit vor und treten unabhängig vom Alter auf, sind jedoch in folgenden Personengruppen wahrscheinlicher:

Pneumokokken-Infektionen der Gehirn- und Rückenmarkshäute (Meningitis), treten manchmal nach Schädelbrüchen, Schädelverletzungen und sehr selten nach bestimmten medizinischen Operationen auf. PNEUMOVAX 23 kann möglicherweise nicht vor all diesen Infektionen schützen.

Pneumokokken-Infektionen können als akute Mittelohrentzündung, Nebenhöhlenentzündung und in anderen Teilen des Körpers auftreten. PNEUMOVAX 23 kann möglicherweise nicht vor diesen eher leichten Infektionen schützen.

Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

PNEUMOVAX 23 darf nur an Personen verabreicht werden, die mindestens zwei Jahre alt sind. Bei jüngeren Kindern kommt es zu keiner zuverlässigen Immunantwort auf die Impfung.

Um sicher gehen zu können, dass PNEUMOVAX 23 für Sie bzw. Ihr Kind geeignet ist, ist es wichtig Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt zu sagen, falls einer der unten aufgelisteten Punkte auf Sie bzw. Ihr Kind zutrifft. Falls Sie Fragen haben oder wenn Sie sich nicht sicher sind, wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin/Ihren Arzt. Wie alle Impfstoffe schützt PNEUMOVAX 23 möglicherweise nicht alle Geimpften vollständig.

PNEUMOVAX 23 darf nicht verabreicht werden, wenn Sie bzw. Ihr Kind auf einen in Abschnitt 6 gelisteten Bestandteil überempfindlich (allergisch) reagieren.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von PNEUMOVAX 23 ist erforderlich

Sie sollten Ihrem Arzt vor der Impfung mitteilen:

  • Ob Sie bzw. Ihr Kind eine fieberhafte Erkrankung mit hoher Temperatur haben, da die Impfung verschoben werden soll bis Sie bzw. Ihr Kind sich wieder erholt haben.

Sie sollten weiters Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt vor der Impfung mitteilen:

  • Ob Sie bzw. Ihr Kind eine Immunschwäche infolge einer Therapie haben (wie einer Chemotherapie oder eine Bestrahlungstherapie gegen Krebs).
  • Ob Sie bzw. Ihr Kind an einer Grunderkrankung oder Infektion leiden, welche zu einer Immunschwäche gegen Pneumokokken-Infektionen führen könnte. In beiden Fällen sollte eine Impfung verschoben werden, und selbst dann kann die Impfung Sie möglicherweise nicht genauso wie gesunde Personen schützen.

Personen über 65 Jahre vertragen Medikamente möglicherweise nicht so gut wie jüngere Personen. Deshalb sind häufigere und/oder schwerere Reaktionen bei manchen älteren Personen nicht auszuschließen.

Bei Anwendung von PNEUMOVAX 23 mit anderen Arzneimitteln

PNEUMOVAX 23 kann gleichzeitig mit Influenza-Impfstoffen verabreicht werden, sofern die Impfstoffe an unterschiedlichen Körperstellen verabreicht werden. Der Großteil der geimpften Personen zeigt eine Immunantwort auf beide Impfungen und daher können diese gegen beide Infektionen geschützt werden.

PNEUMOVAX 23 darf nicht gleichzeitig mit ZOSTAVAX verabreicht werden. Für weitere Informationen zu diesen Impfstoffen wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Falls Sie bzw. Ihr Kind bereits Antibiotika einnehmen um eine Pneumokokken-Infektion zu verhindern, sollte dies nicht nach der Impfung gestoppt werden. Auch nach der Impfung ist es wichtig einen Arzt aufzusuchen und sich Antibiotika verschreiben zu lassen, wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie bzw. Ihr Kind an einem anderen Typ von Infektion erkrankt sein könnten oder, wenn Ihnen gesagt wurde, dass Sie bzw. Ihr Kind zu einer Risikogruppe für Pneumokokken-Infektionen gehören (z.B. wenn Sie keine Milz oder eine Störung der Milz haben).

Bitte teilen Sie Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt mit, ob Sie bzw. Ihr Kind irgendwelche andere Arzneimittel einnehmen oder eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Informieren Sie bitte Ihre Ärztin/Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind, glauben schwanger zu sein oder versuchen schwanger zu werden. Es ist nicht bekannt, ob PNEUMOVAX 23 die Gesundheit des Ungeborenen bei Verabreichung während der Schwangerschaft gefährdet. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird entscheiden, ob für Sie die Verabreichung von PNEUMOVAX 23 erforderlich ist.

Informieren Sie bitte Ihre Ärztin/Ihren Arzt, ob sie Ihr Kind stillen bzw. beabsichtigen zu stillen. Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird entscheiden, ob Sie mit PNEUMOVAX 23 geimpft werden können.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Es gibt keine Informationen die darauf hindeuten, dass PNEUMOVAX 23 die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinflussen.

Wichtige Information über einige der Bestandteile

PNEUMOVAX® 23 enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) je Dosis und ist damit praktisch ‚natriumfrei’.

Wie wird es angewendet?

Die Impfung soll von einer erfahrenen Impfärztin/einem erfahrenen Impfarzt verabreicht werden. Die Impfung soll in einer Ordination oder Klinik verabreicht werden, da dort Behandlungsmöglichkeiten für den Fall von seltenen allergischen Reaktionen nach der Verabreichung des Impfstoffes bereitstehen.

PNEUMOVAX 23 wird von der Ärztin/dem Arzt in den Muskel (intramuskulär), oder unter die Haut (subkutan), vorzugsweise den Oberarm verabreicht. Ihre Ärztin/Ihr Arzt soll eine Injektion sowohl in die Haut oder in ein Blutgefäß vermeiden.

Der Impfstoff wird manchmal (für gewöhnlich mindestens 2 Wochen) vor der geplanten Durchführung einer operativen Entfernung der Milz oder dem Beginn einer Krebstherapie verabreicht. Falls Sie oder Ihr Kind gerade eine spezielle Therapie begonnen oder beendet haben/hat, sollte die Impfung für ungefähr 3 Monate verschoben werden.

Personen mit HIV-Infektion sollten baldmöglichst nach Bestätigung der Diagnose geimpft werden.

Dosierung Sie bzw. Ihr Kind erhalten/erhält eine Dosis des Impfstoffes. Eine zweite Dosis PNEUMOVAX 23 wird normalerweise frühestens 3 Jahre nach der Erstimpfung gegeben. Gesunde Personen benötigen für gewöhnlich keine zweite Dosis. Personen, mit einem erhöhtem Risiko für schwere Pneumokokken-Infektionen (z.B. Personen ohne Milz (Asplenie) oder einer Funktionsstörung der Milz), werden jedoch weitere Dosen möglicherweise empfohlen, normalerweise 3 bis 5 Jahre nach der ersten Dosis. Eine Wiederimpfung innerhalb von 3 Jahren ist normalerweise nach der ersten Dosis nicht empfohlen , da ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen besteht.

Ihre Ärztin/Ihr Arzt wird entscheiden, ob Sie bzw. Ihr Kind eine weitere Dosis PNEUMOVAX 23 erhalten werden.

Die Impfung soll vom Impfarzt mittels beigefügter Klebeetikette in der Krankengeschichte oder im Impfpass vermerkt werden.

Wenn eine größere Menge von PNEUMOVAX 23 angewendet wurde, als vorgesehen Zur Behandlung einer Überdosierung von PNEUMOVAX 23 liegen bisher keine Informationen vor. Überdosierungen sind unwahrscheinlich, da der Impfstoff in Einzeldosen vorliegt und vom Arzt/ von der Ärztin verabreicht wird.

Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann PNEUMOVAX 23 Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Allergische Reaktionen

Sie müssen sofortige medizinischen Hilfe anstreben, wenn Sie glauben eines der in Folge gelisteten Symptome oder ein anderes ernsthaftes Symptom nach der Impfung zu haben,

  • Erschwertes Atmen, Blauverfärbung der Zunge oder Lippen,
  • Niedriger Blutdruck (verursacht Schwindel) und Kollaps,
  • Fieber, allgemeines Unwohlsein mit Schmerzen oder sogar Entzündung und Schwellung in den Gelenken und Muskelschmerzen,
  • Schwellung des Gesichts, der Lippen, der Zunge und/oder des Halses und Nackens,
  • Schwellung der Hände, der Füße oder der Knöchel,
  • Nesselausschlag (entzündete Quaddeln) und Ausschläge.

Ernsthafte allergische Reaktionen treten häufig unmittelbar nach der Injektion noch innerhalb der Ordination / Klinik auf.

Unerwünschte Nebenwirkungen

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie bzw. Ihr Kind erheblich beeinträchtigt oder Sie bzw. Ihr Kind Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

Die häufigsten berichteten unerwünschten Nebenwirkungen sind Schmerzhaftigkeit, Rötung, Wärmegefühl, Schwellung und Verhärtung an der Injektionsstelle und Fieber. Diese Reaktionen treten eher nach der zweiten als nach der ersten Impfdosis auf.

Andere unerwünschte Nebenwirkungen schließen ein:

  • Schmerz am Verabreichungsort,
  • Schwellung an der geimpften Gliedmaße,
  • Einschränkung der Beweglichkeit an der geimpften Gliedmaße,
  • Müdigkeitsgefühl,
  • Allgemeines Unwohlsein,
  • Unkontrollierbarer Schüttelfrost,
  • Krankheitsgefühl oder beginnendes Krankheitsgefühl,
  • Vergrößerte und/oder entzündete Drüsen,
  • Schmerz, Entzündung und Schwellung der Gelenke und Muskelschmerzen,
  • Abfall der Anzahl von bestimmten Blutpartikel (sog. Blutplättchen) bei Personen, welche bereits eine geringe Anzahl der Blutplättchen infolge einer Erkrankung (sog. Idiopathische Thrombozytopenische Purpura, ITP) aufweisen, welche ein erhöhtes Blutungs- und Bluterguss-Risiko verursacht,
  • Kopfschmerzen, veränderte Hautsensibilität, Ameisenlaufen, Abnahme der Beweglichkeit der Extremitäten, Gefühllosigkeit und Schwäche der Beine und Arme (einschließlich sog. Guillain-Barré-Syndrom (aufsteigende Lähmungen),
  • Ein Anstieg des Wertes eines Bluttests, welcher ein Maß für die Entzündung im Körper (C-reaktives Protein (CRP) ist,
  • Patienten, die bereits früher Erkrankungen des Blutes hatten, können eine Zerstörung der roten Blutkörperchen entwickeln, welche zu einer unzureichenden Anzahl roter Blutkörperchen führt (hämolytische Anämie),
  • Zunahme der Anzahl bestimmter Formen weißer Blutkörperchen.
  • Fieberkrämpfe

Wie soll es aufbewahrt werden?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel PNEUMOVAX 23 nach dem auf dem Etikett der Durchstechflasche und der Faltschachtel angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C).
Nicht einfrieren.

Ihr Arzt, bzw. diplomiertes Pflegepersonal wird überprüfen, ob die Flüssigkeit klar und farblos und ohne große Partikel ist, bevor Sie Ihnen bzw. Ihrem Kind den Impfstoff verabreicht.

Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.

Name

PNEUMOVAX 23 Durchstechflasche
Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoff

Zusammensetzung

1 Dosis zu 0,5 ml Impfstoff enthält jeweils 25 µg Kapselpolysaccharide der folgenden 23 Pneumokokken-Serotypen: 1, 2, 3, 4, 5, 6B, 7F, 8, 9N, 9V, 10A, 11A, 12F, 14, 15B, 17F, 18C, 19F, 19A, 20, 22F, 23F, 33F.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe unter Abschnitt 6.1.

Darreichungsform

Injektionslösung in einer Durchstechflasche.

Der Impfstoff ist eine klare, farblose Lösung.

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