Was ist es und wofür wird es verwendet?
Repaglinid Specifar ist ein orales Antidiabetikum, das Repaglinid enthält und das Ihrer Bauchspeicheldrüse
hilft, mehr Insulin zu produzieren und damit Ihren Blutzucker (Glucose) zu senken.
Typ 2 Diabetes ist eine Krankheit, bei der Ihre Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Insulin produziert, um den Zucker in Ihrem Blut zu regulieren oder bei der Ihr Körper nicht normal auf das Insulin reagiert (früher auch bekannt als nicht insulinabhängiger Diabetes mellitusoder als Altersdiabetes).
Repaglinid Specifar wird zur Behandlung des Typ 2 Diabetes angewendet, zusätzlich zu Diät und ausreichend
Bewegung. Die Behandlung beginnt gewöhnlich, wenn die Einhaltung einer Diät, ausreichend Bewegung und Gewichtsreduktion alleine den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren (bzw. senken) konnten. Repaglinid Specifar kann auch in Kombination mit Metformin, einem anderen Arzneimittel
zur Behandlung des Diabetes mellitus, gegeben werden.
Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?
Repaglinid Specifar darf nicht eingenommen werden
- wenn Sie überempfindlich(allergisch) gegen Repaglinid oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind (Siehe Abschnitt 6 für die Liste der Bestandteile)
- wenn Sie Typ 1 Diabetes (insulinabhängiger Diabetes mellitus) haben
- wenn der Säurespiegel in Ihrem Körper erhöht ist (diabetische Ketoazidose)
- wenn Sie eine schwere Lebererkrankung haben
- wenn Sie Gemfibrozil (ein Arzneimittel zur Behandlung erhöhter Blutfettwerte) einnehmen.
Falls einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, sagen Sie dies Ihrem Arzt und nehmen Sie Repaglinid Specifar nicht ein.
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Repaglinid Specifar ist erforderlich,
- wenn Sie eine Lebererkrankung haben. Repaglinid Specifar wird für Patienten mit mittelschweren Lebererkrankungen nicht empfohlen. Repaglinid Specifar darf bei schweren Lebererkrankungen nicht eingenommen werden (siehe Repaglinid Specifar darf nicht eingenommen werden).
- wenn Sie eine Nierenerkrankung haben. Repaglinid Specifar muss mit Vorsicht eingenommen werden.
- wenn größere chirurgische Eingriffe bei Ihnen geplant sind oder Sie kürzlich schwere Krankheiten bzw. Infektionen hatten. Die diabetische Kontrolle kann dann verlorengehen.
- wenn Sie unter 18 oder über 75 Jahre alt sind, wird Repaglinid Specifar nicht empfohlen. Es wurde in diesen Altersgruppen nicht in Studien untersucht.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn einer oder mehrer der oben genannten Punkte auf Sie zutrifft, dann ist Repaglinid Specifar möglicherweise nicht für Sie geeignet. Ihr Arzt wird Sie hierzu beraten.
Wenn Sie eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) bekommen
Sie können eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) bekommen, wenn Ihr Blutzucker zu niedrig wird. Dies kann passieren:
- Wenn Sie zu viel Repaglinid Specifar einnehmen
- Wenn Sie sich mehr als sonst körperlich anstrengen
- Wenn Sie weitere Arzneimittel einnehmen oder anwenden oder an Leber- oderNierenerkrankungen leiden (siehe weitere Abschnitte in 2. Was müssen Sie vor der Einnahme von Repaglinid Specifar beachten?)
Die Warnzeichen einer Unterzuckerung können plötzlich auftreten und sich äußern als kalter Schweiß, kalte blasse Haut, Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, großer Hunger, vorübergehende Sehstörungen, Benommenheit, ungewöhnliche Müdigkeit und Schwäche, Nervosität oder Zittern, Angstgefühle, Verwirrung, Konzentrationsschwierigkeiten.
Wenn Ihr Blutzucker zu niedrig ist oder Sie erste Anzeichen einer Unterzuckerung spüren: Nehmen Sie Traubenzuckertabletten oder eine stark zuckerhaltige Zwischenmahlzeit oder ein stark zuckerhaltiges Getränk zu sich und ruhen Sie sich anschließend aus.
Wenn die Symptome der Unterzuckerung verschwunden sind oder sich die Blutzuckerwerte normalisiert haben, führen Sie Ihre Therapie mit Repaglinid Specifar fort.
Sagen Sie anderen, dass Sie an Diabetes leiden und dass sie Sie, wenn Sie durch eine Unterzuckerung bewusstlos werden in die stabile Seitenlage bringen und sofort einen Arzt verständigen müssen. Sie dürfen Ihnen nichts zu essen oder zu trinken geben. Sie könnten daran ersticken.
- Wenn eine schwere Unterzuckerung nicht behandelt wird, kann das zu (vorübergehenden oder dauerhaften) Hirnschäden oder sogar zum Tode führen.
- Wenn Sie eine Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit oder sehr viele Unterzuckerungen haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Möglicherweise müssen Ihre Repaglinid Specifar, Ihre Ernährung oder Ihre körperliche Bewegung angepasst werden.
Wenn Ihr Blutzucker zu hoch wird
Ihr Blutzucker kann zu hoch ansteigen (Hyperglykämie). Dies kann passieren:
- wenn Sie zu wenig Repaglinid Specifar einnehmen
- wenn Sie eine Infektion oder Fieber haben
- wenn Sie mehr essen als gewöhnlich
- wenn Sie sich weniger körperlich bewegen als üblich.
Die Warnzeichen treten allmählich auf. Zu ihnen gehören: verstärkter Harndrang, Durst, trockene Haut und ein trockener Mund. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Möglicherweise müssen Ihre Repaglinid Specifar , Ihre Ernährung oder Ihre körperliche Bewegung angepasst werden.
Bei Einnahme von Repaglinid Specifar mit anderen Arzneimitteln
Sie können Repaglinid Specifar zusammen mit Metformin, einem anderen Arzneimittel zur Behandlung des
Diabetes mellitus, einnehmen, wenn Ihr Arzt es Ihnen verschreibt.
Wenn Sie Gemfibrozil (zur Behandlung erhöhter Blutfettwerte) einnehmen, dürfen Sie Repaglinid Specifar
nicht einnehmen.
Die Reaktion Ihres Körpers auf Repaglinid Specifar kann sich verändern, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, speziell diese:
- Monoaminoxidasehemmer (zur Behandlung von Depressionen)
- Betablocker (zur Behandlung von Bluthochdruck oder bestimmten Herzerkrankungen)
- ACE-Hemmer (zur Behandlung bestimmter Herzerkrankungen)
- Salicylate (z. B. Acetylsalicylsäure)
- Octreotid (zur Behandlung von Krebs)
- Nicht-steroidale antiinflammatorisch wirkende Medikamente (NSAIM) (bestimmte Schmerzmittel)
- Steroide (anabole Steroide und Corticosteroide – bei Anämie oder zur Behandlung von Entzündungen)
- Orale Kontrazeptiva (Empfängnisverhütungsmittel)
- Thiazide (Arzneimittel zur Behandlung bei Wassereinlagerung, „Wassertabletten“)
- Danazol (zur Behandlung von Zysten in der Brust und Endometriose)
- Schilddrüsenhormone (zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion)
- Sympathomimetika (zur Behandlung von Asthma)
- Clarithromycin, Trimethoprim, Rifampicin (Antibiotika)
- Itraconazol, Ketoconazol (zur Behandlung von Pilzerkrankungen)
- Gemfibrozil (zur Behandlung erhöhter Blutfettwerte)
- Ciclosporin (Immunsuppressivum zur Unterdrückung von Reaktionen des Immunsystems)
- Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital (Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie)
- Johanniskraut (pflanzliches Arzneimittel).
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie kürzlich eines oder mehrere dieser Arzneimittel eingenommen haben bzw. beabsichtigen, diese einzunehmen, oder irgendwelche Arzneimittel, die Sie ohne ärztliche Verschreibung erhalten haben.
Bei Einnahme von Repaglinid Specifar zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
Nehmen Sie Repaglinid Specifar vor den Hauptmahlzeiten ein. Alkohol kann die Blutzucker senkende Wirkung von Repaglinid Specifar beeinflussen. Achten Sie auf Anzeichen einer Unterzuckerung.
Schwangerschaft und Stillzeit
Sie dürfen Repaglinid Specifar nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen.
Gehen Sie so schnell wie möglich zum Arzt, wenn Sie schwanger werden oder während der Behandlung mit Repaglinid Specifar eine Schwangerschaft planen.
Sie dürfen Repaglinid Specifar während der Stillzeit nicht einnehmen.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Achtung: dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.
Ihre Fähigkeit, Fahrzeuge zu führen und Maschinen zu bedienen, kann beeinträchtigt sein, wenn Ihr Blutzucker zu niedrig oder zu hoch ist. Denken Sie daran, dass Sie sich und Andere gefährden könnten. Bitte Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie Auto fahren können, wenn bei Ihnen
- häufig Unterzuckerungen auftreten
- die Warnzeichen einer Unterzuckerung vermindert sind oder fehlen.
Wie wird es angewendet?
Ihr Arzt legt Ihre Dosis fest.
- Die übliche Dosis zu Beginn der Behandlung ist 0,5 mg vor jeder Hauptmahlzeit. Nehmen Sie die Tabletten unmittelbar vor oder bis zu 30 Minuten vor jeder Hauptmahlzeit mit einem Glas Wasser ein.
- Die Dosis kann durch Ihren Arzt auf bis zu 4 mg, einzunehmen unmittelbar vor oder bis zu 30 Minuten vor jeder Hauptmahlzeit, erhöht werden. Die empfohlene Tageshöchstdosis ist 16 mg.
Sie dürfen nicht mehr Repaglinid Specifar einnehmen, als Ihnen Ihr Arzt verordnet hat. Nehmen Sie Repaglinid Specifar immer genau so ein, wie es Ihr Arzt Ihnen gesagt hat. Falls Sie sich nicht ganz sicher sind,
fragen Sie nochmals Ihren Arzt.
Wenn Sie eine größere Menge von Repaglinid Specifar eingenommen haben, als Sie sollten
Wenn Sie zu viele Tabletten einnehmen, kann Ihr Blutzucker zu niedrig werden und dies zu einer Unterzuckerung führen. Weitere Informationen darüber, was eine Unterzuckerung ist und wie sie behandelt wird, finden Sie unter Wenn Sie eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) bekommen.
Wenn Sie die Einnahme von Repaglinid Specifar vergessen haben
Wenn Sie die Einnahme einer Tablette vergessen haben, nehmen Sie die nächste Dosis wie gewohnt ein. Verdoppeln Sie die Dosis nicht.
Wenn Sie die Einnahme von Repaglinid Specifar abbrechen
Beachten Sie, dass die gewünschte Wirkung nicht erzielt wird, wenn Sie die Einnahme von Repaglinid Specifar abbrechen. Ihr Diabetes kann sich verschlimmern. Falls es nötig sein sollte, Ihre Behandlung zu verändern, sprechen Sie zuerst Ihren Arzt.
Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Was sind mögliche Nebenwirkungen?
Wie alle Arzneimittel kann Repaglinid Specifar Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig(betreffen 1 bis 10 Behandelte von 100):
- Unterzuckerung (siehe Wenn Sie eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) bekommen) . Das Risiko, eine Unterzuckerung zu bekommen, kann sich erhöhen, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden
- Bauchschmerzen
- Durchfall.
Selten(betreffen 1 bis 10 Behandelte von 10 000):
- Akutes Koronarsyndrom( muss aber nicht durch das Arzneimittel verursacht sein).
Sehr selten(betreffen weniger als 1 Behandelten von 10 000):
- Allergische Reaktionen (z.B. Schwellungen, Atemnot, Herzklopfen, Schwindel, Schweißausbrüche; dies könnten Anzeichen einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion (anaphylaktische Reaktion) sein). Informieren Sie sofort Ihren Arzt.
- Erbrechen
- Verstopfung
- Sehstörungen
- schwere Lebererkrankungen, Leberfunktionsstörungen, erhöhte Leberenzymwerte im Blut.
Nicht bekannt(Häufigkeit aufgrund der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
- Koma oder Bewusstlosigkeit (bedingt durch schwere Unterzuckerung – siehe Wenn Sie eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) bekommen). Informieren Sie sofort Ihren Arzt.• Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Ausschlag, juckende Haut, Hautrötung, Schwellung derHaut).
- Unwohlsein (Übelkeit).
Informieren Sie bitte Ihren Arzt, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.
Wie soll es aufbewahrt werden?
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und der Blisterpackung angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats. Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft die Umwelt zu schützen.
Name
Repaglinid Specifar 0,5 mg Tabletten
Repaglinid Specifar 1 mg Tabletten Repaglinid Specifar 2 mg Tabletten
Zusammensetzung
Eine Tablette enthält 0,5 mg Repaglinid.
Eine Tablette enthält 1 mg Repaglinid. Eine Tablette enthält 2 mg Repaglinid. Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
Darreichungsform
Tabletten.
Repaglinid Specifar 0,5 mg Tabletten sind weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit einem Durchmesser von etwa 6 mm. Repaglinid Specifar 1 mg Tabletten sind gelbe, runde, bikonvexe Tabletten mit einem Durchmesser von etwa 6 mm und mit einer Bruchrille auf einer Seite. Die Tabletten können in gleiche Hälften geteilt werden. Repaglinid Specifar 2 mg Tabletten sind pfirsichfarbene, runde, bikonvexe Tabletten mit einem Durchmesser von etwa 6 mm und mit einer Bruchrille auf einer Seite Die Tabletten können in gleiche Hälften geteilt werden.


