Haldol 2 mg/ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung

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1 Was ist es und wie wird es angewendet?

Haldol ist ein Neuroleptikum, ein Arzneimittel zur Behandlung spezieller geistig-seelischer Erkrankungen.

Haldol wird angewendet

  • bei akuter und chronischer Schizophrenie, bei der Sie Dinge sehen, hören oder fühlen können, die nicht da sind, Dinge glauben können, die nicht wahr sind, oder sich ungewöhnlich misstrauisch oder verwirrt fühlen können
  • bei akuter Manie, bei der Sie sich sehr aufgeregt, euphorisch, enthusiastisch oder hyperaktiv fühlen können. Akute Manie tritt im Rahmen einer Erkrankung auf, die als „manisch-depressive Krankheit“ bezeichnet wird
  • bei akuten seelisch-körperlichen (psychomotorischen) Erregungszuständen
  • bei psychischen Erkrankungen aufgrund eines organischen Leidens
  • bei Tourette-Syndrom
  • als Zusatzbehandlung bei krankhaften Muskelzuckungen und therapieresistenten Zwangsstörungen

Nach Ausschöpfen aller anderen Behandlungsmöglichkeiten kann Haldol außerdem angezeigt sein

  • zur Unterstützung einer Schmerzbehandlung
  • zur Vorbeugung und Behandlung von Erbrechen und Übelkeit nach operativen Eingriffen

2 Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Haldol darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie allergisch gegen Haloperidol, andere Butyrophenone oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
  • bei komatösen Zustandsbildern.
  • wenn Sie an Parkinson-Krankheit oder einer Stammhirnerkrankung leiden.
  • wenn aus Ihrer Krankengeschichte bekannt ist, dass bei Ihnen nach der Anwendung von Haloperidol ein malignes Neuroleptika-Syndrom aufgetreten ist.

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Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Haldol einnehmen, insbesondere

  • bei akuten Vergiftungen durch Alkohol, Schmerzmittel (Opioide), Schlafmittel (Hypnotika) oder zentraldämpfende Psychopharmaka
  • wenn bei Ihnen eine Schädigung von Leber oder Nieren vorliegt (Leber- oder Niereninsuffizienz)
  • wenn Ihr Kaliumspiegel im Blut stark erniedrigt ist (Hypokaliämie)
  • wenn Ihr Herzschlag verlangsamt ist (Bradykardie)
  • wenn bei Ihnen Risikofaktoren für ein verlängertes QT-Intervall im EKG, wie angeborenes langes QT-Syndrom oder andere klinisch signifikante Vorschädigungen des Herzens vorliegen (kardiale Störungen, insbesondere Erregungsleitungsstörungen, Arrhythmien), QT- Verlängerung in der Familiengeschichte, gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die ebenfalls das QT-Intervall im EKG verlängern oder eine Hypokaliämie hervorrufen können (siehe auch Abschnitt „Einnahme von Haldol zusammen mit anderen Arzneimitteln“)
  • wenn Sie an speziellen Geschwülsten erkrankt sind (prolaktinabhängigen Tumoren, z.B. Brust- Tumore)
  • wenn Sie an sehr niedrigem Blutdruck (schwere Hypotonie) bzw. Blutdruckabfall beim Wechseln vom Liegen zum Stehen (orthostatische Dysregulation) leiden
  • wenn bei Ihnen eine depressive Erkrankung vorliegt
  • wenn Sie an Erkrankungen der blutbildenden Organe leiden
  • wenn Sie an hirnorganischen Erkrankungen oder Epilepsie leiden
  • wenn bei Ihnen eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) vorliegt
  • wenn Sie oder jemand aus Ihrer Familie in der Vergangenheit Blutgerinnsel hatten, da Antipsychotika mit dem Auftreten von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht werden.

Informieren Sie Ihren behandelnden Arzt, wenn eine der oben aufgelisteten Erkrankungen auf Sie zutrifft. Ihr Arzt wird über die weitere Vorgehensweise entscheiden.

Suchen Sie umgehend den behandelnden Arzt auf, wenn unter einer Behandlung mit Haldol

  • hohes Fieber (über 40°C) und Muskelstarre
  • neurotoxische Symptome wie z.B. Bewusstseinsstörungen und Körpertemperaturerhöhung
  • extrapyramidalmotorische Störungen (Störungen des Bewegungsablaufs)
  • Fieber, Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen, Halsschmerzen oder eitrige Angina sowie grippeähnliche Symptome (insbesondere wenn diese Symptome innerhalb der ersten drei Monate nach Beginn der Haloperidol-Behandlung auftreten)

auftreten. Führen Sie keine Selbstmedikation mit Schmerzmitteln o.ä. durch.

Kinder und Jugendliche

Für Kinder unter 3 Jahren kann die Anwendung von Haldol Tabletten aufgrund mangelnder Daten nicht empfohlen werden.

Einnahme von Haldol zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Die Wirkung der folgenden Arzneimittel oder Arzneimittelgruppen kann bei gleichzeitiger Behandlung mit Haldol beeinflusst werden:

  • Arzneimittel, die das zentrale Nervensystem dämpfen wie
    • Schmerzmittel
    • Schlafmittel
    • andere Psychopharmaka
    • Mittel zur Behandlung von Allergien (Antihistaminka)

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  • bestimmte Arzneimittel gegen Infektionen (Polypeptid-Antibiotika, wie z.B. Capreomycin, Colistin, Polymyxin B)
  • Sympathomimetika (Arzneimittel, die u.a. blutdrucksteigernd wirken), wie z.B. Epinephrin
  • bestimmte blutdrucksenkende Arzneimittel wie Methyldopa
  • bestimmte Antiparkinsonmittel wie Levodopa, Dopaminagonisten
  • Gonadorelin (Peptidhormon)
  • Disulfiram (Arzneimittel gegen Alkoholkrankheit) bei gleichzeitigem Alkoholgenuss
  • Dopaminantagonisten (z.B. Metoclopramid, ein Arzneimittel zur Behandlung von Übelkeit und Magen-Darm-Störungen)

Eine gleichzeitige Anwendung der folgenden Arzneimitteln ist zu vermeiden:

  • Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika der Klasse IA oder III)
  • bestimmte Arzneimittel gegen Infektionen (Makrolid-Antibiotika)
  • Mittel zur Behandlung von Allergien (Antihistaminika)
  • Arzneimittel, die den Kaliumspiegel verringern können (z.B. bestimmte Diuretika)
  • Arzneimittel, die den Abbau von Haloperidol in der Leber hemmen können , wie z.B.
    • Cimetidin, ein Arzneimittel zur Behandlung von Erkrankungen des Magens
    • Fluoxetin, ein Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen
  • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung der Tuberkulose (Rifampicin)
  • Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie, wie Carbamazepin, Phenobarbital oder Phenytoin.

Die Wirkung von Haldol kann bei gleichzeitiger Behandlung mit den folgenden Arzneimitteln beeinflusst werden:

  • Itraconazol, Ketoconazol (Antimykotikum)
  • Nefadozon, Buspiron (Psychopharmaka)
  • Venlafaxin, Fluvoxamin, Fluoxetin, Sertralin, Paroxetin (Antidepressiva)
  • Alprazolam (Arzneimittel gegen Angst- und Panikstörungen)
  • Chinidin (Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen)
  • Chlorpromazin (Neuroleptikum)
  • Promethazin (Antihistaminikum)
  • Anticholinergika wie z.B. Arzneimittel u.a. zur Behandlung der Parkinson-Krankheit (z.B. Atropin, Biperiden)
  • Stimulanzien vom Amphetamintyp

Einnahme von Haldol zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Die gleichzeitige Einnahme von Tee oder Kaffee kann zu einer Abschwächung der Haloperidol- Wirkung führen.

Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und Haloperidol kann zu einer Verstärkung der Alkoholwirkung und zu einer Blutdrucksenkung führen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Der Eintritt einer Schwangerschaft während der Behandlung mit Haldol soll nach Möglichkeit vermieden werden. Daher soll vor Beginn der Behandlung ein Schwangerschaftstest vorgenommen werden. Während der Behandlung sind geeignete schwangerschaftsverhütende Maßnahmen durchzuführen.

Während der Schwangerschaft dürfen Sie Haldol nur einnehmen, wenn Ihr behandelnder Arzt dies für zwingend erforderlich hält, da über die Sicherheit von Haloperidol in der Schwangerschaft keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen. Die folgenden Symptome können bei Neugeborenen auftreten, deren Mütter Haldol im letzten Trimester (die letzten drei Monate der Schwangerschaft) eingenommen haben: Zittern, Steifheit und/oder Schwäche der Muskeln, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atemprobleme und Schwierigkeiten beim Füttern. Wenn Ihr Baby eines dieser Symptome entwickelt, könnte es nötig sein, einen Arzt zu kontaktieren.

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Stillzeit

Haloperidol, der Wirkstoff von Haldol, geht in die Muttermilch über. Bei gestillten Kindern, deren Mütter Haloperidol erhalten hatten, wurden unwillkürliche Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome) beobachtet. Daher sollen Sie unter einer Haloperidol-Behandlung nicht stillen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr , zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren.

Beachten Sie besonders, dass das Zusammenwirken von Haldol mit Alkohol Ihre Verkehrstüchtigkeit noch weiter verschlechtert.

Daher sollte das Steuern von Fahrzeugen, das Bedienen von Maschinen oder sonstige gefahrvolle Tätigkeiten – zumindest während der ersten Phase der Behandlung – ganz unterbleiben. Die Entscheidung trifft in jedem Einzelfall der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung der individuellen Reaktion und der jeweiligen Dosierung.

Haldol enthält p-Hydroxybenzoesäuremethylester

Dieses Arzneimittel enthält p-Hydroxybenzoesäuremethylester, der allergische Reaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen kann.

3 Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Der Arzt wird Ihre Haldol-Tagesdosis immer individuell bestimmen und, abgestimmt auf Ihre Beschwerden, langsam erhöhen oder reduzieren. Die Dauer der Anwendung richtet sich nach der Schwere Ihres Krankheitsbildes.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

  • Bei akuter und chronischer Schizophrenie, akuter Manie, akuten seelisch-körperlichen (psychomotorischen) Erregungszuständen und psychischen Erkrankungen aufgrund eines organischen Leidens: Erwachsene Beginn mit 3-9 mg (entsprechend 1,5-4,5 ml Lösung bzw. 30-90 Tropfen) oral pro Tag. Im Allgemeinen ist für Erwachsene ein Dosisrahmen zwischen 5 und 20 mg (entsprechend 2,5 und 10 ml Lösung bzw. 50 und 200 Tropfen) zu empfehlen. Eine maximale Tagesdosis von 40 - 60 mg (entsprechend 20-30 ml Lösung bzw. 400-600 Tropfen) sollte in der Regel nicht überschritten werden.
  • Bei Tourette-Syndrom und als Zusatzbehandlung bei krankhaften Muskelzuckungen und therapieresistenten Zwangsstörungen Erwachsene 2 – 8 mg (entsprechend 1-4 ml Lösung bzw. 20-80 Tropfen) oral pro Tag
  • Zur Unterstützung einer Schmerzbehandlung und zur Vorbeugung und Behandlung von Erbrechen und Übelkeit nach operativen Eingriffen: Erwachsene

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1,5 – 3 mg (entsprechend 0,75-1,5 ml Lösung bzw. 15-30 Tropfen) oral pro Tag

Kinder und Jugendliche

Kinder unter 3 Jahren:

Für Kinder unter drei Jahren kann die Anwendung von Haldol 2 mg/ml Tropfen aufgrund mangelnder Daten nicht empfohlen werden.

Kinder und Jugendliche (über 3 Jahren):

Für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Haldol gibt es keine Langzeitdaten zur Verträglichkeit, daher sollte der Nutzen und die Risiken der Anwendung von Haldol bei Kindern und Jugendlichen durch den behandelnden Arzt sorgfältig überprüft werden. Sollte er entschieden haben, dass der Nutzen einer Behandlung mit Haldol gegenüber den Risiken überwiegt, wird er die für das Kind oder den Jugendlichen zutreffende Dosis bestimmen. Üblicherweise beträgt die Dosierung 0,025

– 0,05 mg/kg Körpergewicht pro Tag und kann bei Bedarf auf bis zu 0,2 mg/kg Körpergewicht pro Tag erhöht werden. Eine Tagesdosis von 4 mg sollte nicht überschritten werden.

Zum Einnehmen.

Die Tropfen können unverdünnt, oder wenn nötig, mit etwas Flüssigkeit (kein Alkohol) eingenommen werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Haldol eingenommen haben, als Sie sollten

Eine nur geringfügige Überdosierung, z.B. wenn Sie eine Einzelgabe versehentlich doppelt eingenommen haben, hat normalerweise keine Auswirkungen auf die weitere Einnahme, d.h. Sie nehmen Haldol danach ein, wie sonst auch.

Folgende Symptome können Anzeichen einer Überdosierung sein:

  • unwillkürliche Bewegungsstörungen (extrapyramidale Störungen) wie Muskelkrämpfe im Bereich von Mund, Gesicht, Rachen, Augen, Hals, Kehlkopf
  • Bewusstseinstrübungen , Verwirrtheit- und Erregungszustände
  • Krampfanfälle
  • Störungen der Körperwärmeregulation (Hyperthermie oder Hypothermie)
  • Zu hoher oder zu niedriger Blutdruck, zu schneller oder zu langsamer Herzschlag, Veränderungen des EKG, Herz- und Kreislaufversagen
  • Verschwommenes Sehen, Erhöhung des Augeninnendrucks, Verringerung der Darmmotilität, Harnverhalt
  • Atemdepression, Atemstillstand, Aspiration, blau-rote Färbung von Haut- und Schleimhäuten, Lungenentzündung

Verständigen sie bei Überdosierung sofort den nächsten erreichbaren Arzt, damit er eine intensivmedizinische Behandlung einleiten kann!

Hinweis für das medizinische Fachpersonal:

Informationen zur Überdosierung finden Sie am Ende der Gebrauchsinformation.

Wenn Sie die Einnahme von Haldol vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Bitte nehmen Sie Ihr Arzneimittel weiter so ein, wie es vom Arzt verordnet wurde.

Wenn Sie die Einnahme von Haldol abbrechen

Sollten Sie die Behandlung abbrechen wollen, so besprechen Sie dieses bitte vorher mit Ihrem Arzt. Beenden Sie nicht eigenmächtig die medikamentöse Behandlung, weil der Erfolg der Therapie dadurch gefährdet werden könnte.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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4 Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Sehr häufige Nebenwirkungen (betrifft mehr als 1 Behandelten von 10):

  • motorische Unruhe als gesteigerter Bewegungsdrang, Schlaflosigkeit
  • unwillkürliche Bewegungsstörungen (extrapyramidale Störungen) wie Muskelkrämpfe im Bereich von Mund, Gesicht, Rachen, Augen, Hals, Kehlkopf , gesteigerte Motorik, v.a. der Skelettmuskulatur (Hyperkinesie), Kopfschmerz

Häufige Nebenwirkungen (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100):

  • Depression, psychotische Störung
  • Spätdyskinesie, Bewegungsstörungen (Dystonie, Dyskinesie, Hypokinesie), Unvermögen ruhig zu sitzen (Akathisie), allgemeine Verlangsamung der Bewegungsabläufe (Bradykinesie), Bluthochdruck, Schläfrigkeit, Maskengesicht, Zittern, Schwindel
  • Störung der Okulomotorik, Sehstörungen
  • Blutdruckabfall beim Wechseln vom Liegen zum Stehen (Orthostatische Hypotonie); sehr niedriger Blutdruck
  • Verstopfung, Trockener Mund, Übermäßiger Speichelfluss, Übelkeit, Erbrechen
  • Anormale Leberfunktionswerte
  • Ausschlag
  • Harnverhalt
  • Erektionsstörung
  • Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme

Gelegentliche Nebenwirkungen (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1.000):

  • Verminderung der Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukopenie)
  • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • Verwirrtheit, verminderter Sexualtrieb, Verlust des Sexualtriebes, Ruhelosigkeit
  • Krämpfe, Parkinsonismus, Bewegungsstarre (Akinese), Zahnradphänomen, Sedierung, unwillkürliche Muskelzuckungen, Schwindel, epileptischer Anfall (Grand-mal-Anfälle)
  • Verschwommenes Sehen
  • Herzrasen (Tachykardie)
  • Kurzatmigkeit oder Atemnot (Dyspnoe)
  • Leberentzündung (Hepatitis), Gelbsucht
  • Lichtempfindlichkeitsreaktionen, Nesselausschlag, Juckreiz, Hyperhidrose
  • Schiefhals, Muskelstarre, Muskelkrämpfe
  • bestimmte Menstruationsstörungen wie z.B. Ausbleiben der Regelblutung , Absonderung von Milch aus der Brust bei der Frau, Brustbeschwerden, Brustschmerzen
  • Gangstörung, Störung der Körperwärmeregulation (Hyperthermie), Wasseransammlung

Seltene Nebenwirkungen (betrifft 1 bis 10 Behandelte von 10.000):

  • Hyperprolaktinämie
  • Motorische Funktionsstörung, Malignes neuroleptisches Syndrom, Augenzittern (Nystagmus)
  • Bronchospasmus
  • Krampf der Kaumuskulatur, Muskelzucken
  • bestimmte Menstruationsstörung wie z.B. Verlängerung der Regelblutung (Menorrhagie), sexuelle Funktionsstörung
  • QT Verlängerung im EKG

Nebenwirkungen deren Häufigkeit unbekannt ist

  • Verminderung bestimmter Arten weißer Blutkörperchen (Agranulozytose, Neutropenie), starke Verminderung der Blutzellen alle Systeme (Panzytopenie), Verminderung der Zahl der weißen Blutplättchen (Thrombopenie)
  • Anaphylaktische Reaktion (allergische (Überempfindlichkeits-) Reaktion, häufig einhergehend mit Blutdruckabfall, Schwindel, Übelkeit und eventuell Atemnot)

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  • Syndrom der inadequaten ADH-Sekretion, krankhafter Milchfluss, Ausbleiben der Menstruation
  • Hypoglykämie
  • Herzrhythmusstörungen (z.B. Kammerflimmern, Herzrasen, Extraschläge)
  • Laryngospasmus, Larynxödem
  • Akute Leberinsuffizienz, Cholestase
  • Leukozytoklastische Vaskulitis, Exfoliative Dermatitis
  • Anschwellen der Brust beim Mann (Gynäkomastie), schmerzhafte Dauererektion (Priapismus)
  • Plötzlicher Tod, Wasseransammlung im Gesicht (Gesichtsödem), Störung der Körperwärmeregulation (Hypothermie)
  • Blutgerinnsel in den Venen, speziell in den Beinen (die Symptome umfassen Schwellung, Schmerzen und Rötung der Beine), die durch die Blutbahn zur Lunge wandern können und auf diese Weise Brustschmerzen und Atembeschwerden verursachen. Wenn Sie eines dieser Symptome beobachten, suchen Sie sofort einen Arzt auf.
  • Zittern, Steifheit und/oder Schwäche der Muskeln, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atemprobleme und Schwierigkeiten beim Füttern kann bei Neugeborenen auftreten, deren Mütter Haldol im letzten Trimester (die letzten drei Monate der Schwangerschaft) eingenommen haben.

Bei älteren Menschen mit Demenz wurde bei Patienten, die Antipsychotika einnehmen, eine geringfügig erhöhte Zahl von Todesfällen gemeldet im Vergleich zu jenen, die keine Antipsychotika einnahmen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Inst. Pharmakovigilanz

Traisengasse 5

AT-1200 WIEN

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5 Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 30°C lagern, nicht einfrieren.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett nach Verwendbar bis angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nach dem ersten Öffnen der Flasche 3 Monate haltbar.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6 Weitere Informationen

Was Haldol enthält

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  • Der Wirkstoff ist: Haloperidol 1 ml Tropfen zum Einnehmen, Lösung (entsprechend 20 Tropfen) enthält 2 mg Haloperidol.
  • Die sonstigen Bestandteile sind: p-Hydroxybenzoesäuremethylester, Milchsäure, gereinigtes Wasser

Wie Haldol aussieht und Inhalt der Packung

Klare, farblose Lösung in einer 30 ml LDPE Tropfflasche.

Hinweise zum Öffnen der Tropfflasche:

Die Tropfflasche ist mit einem kindersicheren Verschluss versehen, der sich durch gleichzeitiges Drücken und Drehen gegen den Uhrzeigersinn öffnen lässt. Nach Abnahme der Schraubkappe können Sie die benötigte Tropfenanzahl mit Hilfe des an der Flasche befindlichen Tropfenzählers herausdrücken.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer:

Janssen-Cilag Pharma GmbH, 1020 Wien

Hersteller:

Janssen Pharmaceutica N.V., Beerse, Belgien

Z.Nr.: 11.814

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2013.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Maßnahmen bei Überdosierung:

So rasch wie möglich ist eine intensivmedizinische Behandlung einzuleiten:

Eine Magenspülung kann aussichtsreich sein, wenn sie frühzeitig (am besten innerhalb 1 Stunde) durchgeführt wird, gefolgt von der wiederholten Gabe von Aktivkohle. Die Provokation von Erbrechen erscheint in Anbetracht der antiemetischen Wirkung von Haloperidol und der geringen Effizienz dieser Maßnahme nicht mehr sinnvoll.

Die weitere Therapie erfolgt symptomatisch:

Zum Einsatz können Volumensubstitution, Antikonvulsiva, gefäßverengende Medikamente (kein Adrenalin!) und ggf. Antiarrhythmika, bei kardialen Komplikationen u.U. Natriumhydrogencarbonat bzw. –lactat kommen.

EKG und Vitalfunktionen sind zu überwachen, bis das EKG normalisiert ist. Analeptika sind kontraindiziert, da infolge der Senkung der Krampfschwelle durch Haloperidol eine Neigung zu zerebralen Krampfanfällen besteht. Auch Betablocker sollten vermieden werden, weil sie die Vasodilatation erhöhen.

Bei schweren extrapyramidalen Symptomen Antiparkinsonmittel, z. B. Biperiden i.v.; u. U. kann es erforderlich sein, die Antiparkinsonmedikation über mehrere Wochen zu verabreichen.

Hohes Fieber sollte mit Antipyretika, ggf. mit Eisbädern, eine Hypothermie durch langsame Erwärmung behandelt werden.

Bei Auftreten eines anticholinergen Syndroms steht zur Anwendung unter intensivmedizinischen Bedingungen (EKG-Kontrolle!) als Antidot Physostigminsalicylat zur Verfügung.

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Auf Grund des großen Verteilungsvolumens und der starken Plasma-Eiweiß-Bindung sind forcierte Diurese oder Hämodialyse bei reinen Haloperidol-Vergiftungen wenig hilfreich.

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