Temesta 1,0 mg - Tabletten

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1 Was ist es und wie wird es angewendet?

Temesta 1,0 mg - Tabletten sind ein beruhigendes und angstlösendes Arzneimittel aus der Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine.

Temesta 1,0 mg - Tabletten werden eingenommen bei Angst- und Spannungszuständen, die sich auch als Übererregbarkeit, nervöse Gespanntheit, Herzbeschwerden oder Schlafstörungen äußern können.

Nicht alle Angst- oder Schlafstörungen bedürfen der Behandlung mit einem Arzneimittel. Oftmals sind sie Ausdruck körperlicher oder seelischer Erkrankungen oder anderer Konflikte und können durch andersartige Maßnahmen oder eine Behandlung der Grunderkrankung beeinflusst werden.

Benzodiazepine beseitigen nicht die Ursache der Störung. Sie vermindern den Leidensdruck und können darüber hinaus eine wichtige Hilfe sein, um z.B. den Zugang für eine weiterführende Behandlung und die entsprechende Problemverarbeitung zu erleichtern.

Temesta Tabletten sind bei den meisten Zustandsbildern mit dem Leitsymptom Angst therapeutisch wirksam:

  • Behandlung der Angst als komplizierender Faktor bei organischen Erkrankungen
  • Behandlung generalisierter Angstzustände
  • kurzzeitige Behandlung vegetativer Störungen infolge von Angstzuständen
  • kurzzeitige Behandlung von Schlaflosigkeit
  • Zusatztherapie bei Angstzuständen mit Depressionen und Schizophrenie

Wie alle anderen benzodiazepinhaltigen Arzneimittel dürfen Temesta Tabletten nur eingenommen werden, wenn die Befindlichkeitsstörung ernsthaft und beeinträchtigend ist oder für den Patienten eine unzumutbare Belastung darstellt.

2 Was müssen Sie vor dem Gebrauch beachten?

Temesta Tabletten dürfen nicht eingenommen werden

  • wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Lorazepam oder einen der sonstigen Bestandteile von Temesta Tabletten sind
  • wenn Sie an schwerer krankhafter Muskelschwäche leiden (Myasthenia gravis)
  • wenn eine akute Vergiftung mit Alkohol oder zentral dämpfenden Arzneimitteln vorliegt
  • von Kindern unter 6 Jahren
  • bei vorübergehenden Atemstillständen während des Schlafes (Schlafapnoe)
  • bei unzureichender Atemleistung (schwerwiegender respiratorischer Insuffizienz)
  • bei schweren Leberfunktionsstörungen

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Temesta Tabletten ist erforderlich

  • bei älteren oder geschwächten Personen (Schwächung durch Operationen oder bei schlechtem Allgemeinzustand). Eine Verminderung der Aufmerksamkeit kann hier längere Zeit anhalten. Ältere oder geschwächte Patienten reagieren möglicherweise empfindlicher auf Temesta Tabletten und die Dosierung ist dementsprechend sorgfältig anzupassen. Der obere Magen-Darmabschnitt sollte regelmäßig auf Störungen untersucht werden.
  • bei Patienten mit Durchblutungsstörungen im Gehirn. Hier muss mit einem verstärkten Ansprechen auf das Präparat gerechnet werden, dem durch eine vorsichtige Dosierung Rechnung zu tragen ist. Obwohl es nur selten zu Blutdrucksenkung kam, sollten Benzodiazepine mit Vorsicht bei Patienten angewendet werden, bei denen ein Blutdruckabfall zu Komplikationen betreffend der Gehirngefäße oder Herzgefäße führen könnte.
  • bei einer Langzeitbehandlung mit Benzodiazepinen. Hier wird vorsorglich eine regelmäßige Kontrolle des Blutbildes und der Leberwerte empfohlen, da es gelegentlich zu einer fehlerhaften Zusammensetzung des Blutes (Blutdyskrasie) oder Erhöhung der Leberenzyme kommen kann.
  • bei Patienten mit beeinträchtigter Atemfunktion.
  • bei Überempfindlichkeit gegenüber Konservierungsmitteln der p-Hydroxybenzoesäure-Gruppe (Paragruppenallergie).
  • bei der Behandlung von Patienten mit Leberfunktionsstörungen; hier müssen die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Bei eingeschränkter Leberfunktion und/oder Gehirnerkrankung aufgrund eines Leberschadens (Leberenzephalopathie) müssen Temesta Tabletten mit Vorsicht angewendet werden, da es hier – wie mit allen Benzodiazepinen – zu einer Verschlechterung der Leberenzephalopathie kommen kann.
  • falls paradoxe Reaktionen (siehe Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“) auftreten. Mit solchen Reaktionen muss insbesondere bei Kindern und älteren Personen gerechnet werden. Beim Auftreten paradoxer Reaktionen sollte die Behandlung mit Temesta Tabletten beendet werden.
  • bei Kindern, die an einer Sonderform von epileptischen Anfällen leiden (Lennox-Gastaut-Syndrom). Temesta Tabletten können vermehrt Krampfzustände auslösen.
  • bei Patienten mit Angstzuständen und gleichzeitig bestehenden Magen-Darmerkrankungen oder Herz- und Blutgefäßerkrankungen.

Warnhinweise:

Temesta Tabletten dienen nicht zur Behandlung ohne erkennbare Ursache auftretender Depressionen oder psychotischer Störungen (Wahnvorstellung, Halluzinationen, Wahrnehmungsstörungen, schwere Verhaltensstörungen), außer vorübergehend als Zusatzmedikation bei Patienten mit begleitenden Angstzuständen oder Schlaflosigkeit, wenn diese durch die Grundbehandlung mit Antidepressiva bzw. Neuroleptika (Medikamente mit beruhigender Wirkung) nicht ausreichend beherrscht werden.

Bei Patienten mit depressiver Verstimmung ist Vorsicht geboten, da depressive Erscheinungen in Einzelfällen verstärkt auftreten können. Eine Behandlung mit Benzodiazepinen kann bei diesen Patienten die Gefahr eines Selbstmordes erhöhen; sie sollte nicht ohne zusätzliche Therapie erfolgen. Lorazepam ist für die Behandlung von Angst- und Spannungszuständen infolge von Alltagsstress nicht geeignet.

Sie sollten die Einnahme der Tabletten nicht abrupt beenden, sondern die Dosis schrittweise reduzieren

(siehe Abschnitt „Wenn Sie die Einnahme von Temesta Tabletten abbrechen“).

Temesta Tabletten können ein paar Stunden nach der Einnahme zu einer vorübergehenden Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens führen. Um dieses Risiko zu vermindern, sollten Sie nach der Einnahme einen ungestörten Schlaf von 7 - 8 Stunden sicherstellen.

Bei Anwendung von Benzodiazepinen, einschließlich Lorazepam, kann es zu einer möglicherweise tödlich verlaufenden Atemdämpfung kommen.

Schwere allergische/schockartige Reaktionen sind bei der Anwendung von Benzodiazepinen berichtet worden. Fälle von Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Angioödeme) im Bereich der Zunge, Stimmritze oder des Kehlkopfes wurden bei Patienten nach Einnahme der ersten oder einer Folgedosis von Benzodiazepinen berichtet. Einige Patienten, die Benzodiazepine eingenommen haben, zeigten zusätzliche Symptome wie Atemnot (Dyspnoe), Verschluss der Kehle oder Übelkeit und Erbrechen. Für einige Patienten war eine medizinische Behandlung in der Notaufnahme erforderlich. Falls sich die Flüssigkeitsansammlung im Gewebe auf die Zunge, die Stimmritze oder den Kehlkopf auswirkt, kann ein Atemwegsverschluss auftreten und tödlich sein. Wenn bei Ihnen nach der Behandlung mit einem Benzodiazepin eine Flüssigkeitsansammlung im Gewebe aufgetreten ist, dürfen Sie mit diesem Arzneistoff nicht mehr behandelt werden.

Es wird empfohlen, die Notwendigkeit einer fortdauernden Therapie mit Temesta Tabletten in regelmäßigen Abständen zu überprüfen.

Gewöhnungseffekte:

Die Einnahme von Temesta Tabletten kann – wie bei allen benzodiazepinhaltigen Präparaten – zu einer körperlichen und seelischen Abhängigkeit führen. Diese kann vor allem bei einer ununterbrochenen Einnahme über längere Zeit auftreten und hat insbesondere nach abruptem Aufhören mit der Medikamenteneinnahme Entzugssymptome zur Folge. Diese können bereits nach einwöchiger Einnahme der empfohlenen Dosis bei Abbruch der Einnahme auftreten. Es wurden folgende Symptome beschrieben:

Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Angstgefühle, Anspannung, Ruhelosigkeit, Verwirrtheit und Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Benommenheit, Schweißausbrüche.

In schweren Fällen können zusätzlich folgende Symptome auftreten: Realitätsverlust, Gefühl der eigenen Person fremd gegenüberzustehen, verschärfter Hörsinn, Ohrgeräusche, Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Gliedern, gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und körperlichem Kontakt, Depressionen, unwillkürliche Bewegungen, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Panikattacken, Zittern, Bauchkrämpfe, Muskelschmerzen, Erregungszustände, Herzklopfen, Herzrasen, Überwärmung, Wahrnehmungsveränderungen, Verstimmungen, übersteigerte Reflexe, Schwindelgefühl, schlechtes Kurzzeitgedächtnis, Halluzinationen/Delirium, Krampfanfälle.

Um das Risiko der Entwicklung einer Abhängigkeit möglichst klein zu halten, sollten Sie folgende Hinweise beachten: Benzodiazepine dürfen nur auf Verordnung des Arztes eingenommen werden. Die vom Arzt verordnete Dosis darf auf keinen Fall erhöht werden, auch dann nicht, wenn die Wirkung nachlässt. Dies kann ein Zeichen einer Abhängigkeitsentwicklung sein. Durch eigenmächtige Dosissteigerung wird die gezielte Behandlung erschwert. Ebenso sollen Sie mit der Einnahme von Temesta Tabletten nicht von einem Tag auf den anderen aufhören, sondern die Therapie ausschleichend beenden.

Bei Einnahme von Temesta Tabletten mit anderen Arzneimitteln

Andere Medikamente sind nur einzunehmen, wenn sie vom Arzt verordnet werden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Wenn Sie zwei oder mehrere Arzneimittel einnehmen, ist es möglich, dass sich die Wirkstoffe dieser Arzneimittel gegenseitig beeinflussen oder mit Nahrungs- und Genussmitteln in Wechselwirkung treten. Es kann der Fall eintreten, dass die Wirkung jedes einzelnen Arzneimittels verstärkt oder auch abgeschwächt wird, selbst dann, wenn Sie diese Arzneimittel zu unterschiedlichen Zeiten einnehmen. Teilen Sie daher Ihrem Arzt mit, welche Medikamente (auch rezeptfrei erworbene oder von anderen Ärzten früher verschriebene) Sie einnehmen.

Werden Temesta Tabletten mit anderen Arzneimitteln wie Antiepileptika (Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie), Beruhigungsmitteln, Betablockern (Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzerkrankungen), Arzneimitteln zur Behandlung von Gemüts- oder Geisteskrankheiten, angstlösenden Arzneimitteln, Betäubungsmitteln, Antihistaminika (Arzneimittel zur Behandlung von Allergien), Schlaf-,

Schmerz- oder Kreislaufmitteln oder mit Alkohol angewendet, ist eine wechselseitige Wirkungsverstärkung möglich.

Die Verträglichkeit von anderen Beruhigungsmitteln ist herabgesetzt und diese sollten entweder abgesetzt oder niedriger dosiert werden.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Temesta Tabletten und Arzneimitteln, die zur Behandlung von Schizophrenie (Clozapin) angewendet werden, kann es sein, dass Sie eine ausgeprägte Dämpfung, überschießenden Speichelfluss und Störung der Bewegungskoordination verspüren.

Bei gleichzeitiger Gabe von Temesta Tabletten und Arzneimitteln, die zur Behandlung von epileptischen Anfällen (Valproat) eingenommen werden, kann es sein, dass die Ausscheidung von Lorazepam verringert ist und es zu erhöhten Konzentrationen im Blut kommt. Daher sollten Sie die Dosierung von Ihrem Arzt anpassen lassen.

Die gleichzeitige Gabe von Temesta Tabletten und Arzneimitteln zur Behandlung von Gicht (Probenecid) kann einen schnelleren Wirkungseintritt oder eine verlängerte Wirkungsdauer hervorrufen. Daher sollten Sie die Dosierung von Ihrem Arzt anpassen lassen.

Die zusätzliche Gabe von Arzneimitteln gegen Asthma (Theophyllin oder Aminophyllin) kann die sedierende Wirkung von Temesta Tabletten verringern.

Bei Einnahme von Temesta Tabletten mit anderen Nahrungsmitteln und Getränken

Gleichzeitiger Alkoholgenuss soll vermieden werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Über eine Schwangerschaft oder das Auftreten von Nebenwirkungen ist der Arzt zu informieren. Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Wie auch andere benzodiazepinhaltige Arzneimittel sollen Sie Temesta Tabletten nicht während der Schwangerschaft einnehmen.

Lorazepam wurde in der Muttermilch nachgewiesen. Daher sollen Sie Temesta Tabletten nicht während der Stillzeit einnehmen.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Temesta Tabletten können auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden kann. Dies gilt im verstärkten Maß im Zusammenwirken mit Alkohol. Daher sollen das Führen von Fahrzeugen, die Bedienung von Maschinen oder sonstige gefahrvolle Tätigkeiten ganz, zumindest jedoch während der ersten Tage der Behandlung, unterbleiben. Die Entscheidung in jedem Einzelfall trifft der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung der individuellen Reaktion und der jeweiligen Dosierung.

Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile von Temesta Tabletten

Dieses Arzneimittel enthält Laktose. Bitte nehmen Sie Temesta Tabletten daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter Zuckerunverträglichkeit leiden.

3 Wie wird es angewendet?

Nehmen Sie Temesta Tabletten immer genau nach den Anweisungen Ihres Arztes ein.

Die Dosierung und Dauer der Anwendung müssen an die individuelle Reaktionslage, das Anwendungsgebiet und die Schwere der Krankheit angepasst werden. Hierbei gilt der Grundsatz, die Dosis so klein und die Dauer der Behandlung so kurz wie möglich zu halten.

Nach spätestens zweiwöchiger Einnahme sollte der Arzt aufgesucht werden, damit dieser über eine Weiterbehandlung entscheiden kann. Bei einer Einnahme ohne ärztliche Anweisung verringert sich die Chance, Ihnen durch ärztliche Verordnung mit diesen Arzneimitteln zu helfen.

Dosierung

Die übliche Dosis zur Behandlung von Angstzuständen beträgt 1 - 3 Tabletten Temesta 1,0 mg pro Tag, verteilt auf mehrere Einzelgaben. Bei schweren Angstzuständen, insbesonders bei stationärer Behandlung, kann eine Erhöhung der Dosis auf 5 - 7,5 Tabletten Temesta 1,0 mg pro Tag, verteilt auf mehrere Einzelgaben, erforderlich sein.

Bei Schlafstörungen sollte 1 Tablette Temesta 1,0 mg eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen eingenommen werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern unter 6 Jahren dürfen Temesta Tabletten nicht angewendet werden.

Bei Kindern und Jugendlichen (6 - 18 Jahre) sollen Temesta Tabletten nicht angewendet werden.

Bei älteren und geschwächten Patienten soll die anfängliche Tagesgesamtdosis um ca. die Hälfte reduziert werden und dann entsprechend der erforderlichen Wirkung und der individuellen Verträglichkeit angepasst werden. Eine Anfangsdosis von 1 - 2 Tabletten Temesta 1,0 mg pro Tag, verteilt auf mehrere Einzeldosen, wird empfohlen.

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen muss die Dosierung sorgfältig angepasst werden. Niedrigere Dosen oder eine geringere Verabreichungsfrequenz können bei diesen Patienten ausreichend sein. Sollten Sie unter schwerer Leberfunktionsstörung leiden, dann dürfen Sie mit diesem Arzneimittel nicht behandelt werden.

Art und Dauer der Anwendung

Die Tabletten sind unzerkaut mit Wasser einzunehmen.

Bei Absetzen von Temesta sollen Sie die Einnahme der Tabletten nicht abrupt beenden, sondern die Dosis schrittweise reduzieren (siehe Abschnitt „Wenn Sie die Einnahme von Temesta Tabletten abbrechen“). Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie unsicher sind. Insgesamt soll die Therapie mit Temesta Tabletten (inklusive der ausschleichenden Dosierung) nicht länger als 4 Wochen bei Schlafstörungen und nicht länger als 8 - 12 Wochen bei Angstzuständen andauern.

Suchen Sie in regelmäßigen Abständen Ihren Arzt auf. Dieser wird Sie über die Notwendigkeit und das Fortsetzen der Therapie beraten.

Wenn Sie eine größere Menge von Temesta Tabletten eingenommen haben als Sie sollten

Überdosierung von Benzodiazepinen äußert sich gewöhnlich durch zentralnervöse Dämpfung unterschiedlicher Schweregrade von Benommenheit bis zu komatösen Zuständen.

Symptome leichter Überdosierung können z.B. Benommenheit, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Teilnahmslosigkeit, Störung der Koordination von Bewegungsabläufen, Sprechstörungen, paradoxe Reaktionen, Muskelschmerzen und Blutdruckabfall sein. In Fällen hochgradiger Vergiftung können zentrale Atem- und Kreislaufdepression sowie Bewusstlosigkeit auftreten, was eine Überwachung in der Intensivstation erforderlich macht. Bei Kombination mit anderen zentral-dämpfenden Medikamenten oder Alkohol erhöht sich das Risiko durch Mehrfachvergiftung und die Gefahr eines tödlichen Ausgangs muss in Betracht gezogen werden.

In der Abklingphase der Vergiftung wurden hochgradige Erregungszustände beobachtet.

Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt oder suchen Sie die Notfallambulanz im nächst gelegenen Krankenhaus auf. Nehmen Sie die Tabletten, die Sie noch nicht eingenommen haben, zusammen mit dem Behältnis und der Packungsbeilage mit, so dass das Krankenhaus leicht erkennen kann, welches Arzneimittel Sie eingenommen haben.

Spezielle Hinweise für den Arzt befinden sich am Ende dieser Gebrauchsinformation.

Wenn Sie die Einnahme von Temesta Tabletten vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Setzen Sie stattdessen die Behandlung mit der nächsten Dosis wie gewohnt fort.

Wenn Sie die Einnahme von Temesta Tabletten abbrechen

Das Risiko von Entzugserscheinungen ist größer bei einem abrupten Abbruch der Therapie; deshalb sollte die Behandlung ausschleichend beendet werden.

Bei Absetzen der Behandlung kann es zu einer überschießenden, der Medikamentenwirkung entgegengesetzten Reaktion (Rebound Phänomen) kommen, welche von anderen Reaktionen wie Stimmungsschwankungen, Angst oder Schlafstörungen und Ruhelosigkeit begleitet wird. Da das Risiko dieser Symptome höher nach abruptem Absetzen ist, soll die Dosierung stufenweise reduziert werden.

4 Was sind mögliche Nebenwirkungen?

Wie alle Arzneimittel können Temesta Tabletten Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Die zur Kennzeichnung der Nebenwirkungshäufigkeit verwendeten Begriffe sind wie folgt definiert:

Sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10 Häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100 Gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000 Selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Sehr häufig:

  • Mattigkeit, Müdigkeit, Schläfrigkeit

Häufig:

  • Störung der Koordination von Bewegungsabläufen, Verwirrtheit, Depression, erneutes Auftreten einer Depression, Benommenheit
  • Muskelschwäche, schnelle Ermüdbarkeit

Gelegentlich:

  • Veränderung des Sexualverhaltens, Impotenz, verminderte Orgasmen
  • Übelkeit

Nicht bekannt:

  • Bestimmte zu niedrige Blutwerte bzw. Bluterkrankungen (Thrombozytopenie, Agranulozytose, Panzytopenie)
  • Die Wirkungen von Benzodiazepinen auf das zentrale Nervensystem sind dosisabhängig, wobei mit höheren Dosen eine schwerere Beeinträchtigung des zentralen Nervensystems (ZNS-Depression) auftreten kann.
  • Bestimmte Nervenerkrankungen (Extrapyramidalsyndrom), Zittern, Schwindel, Sehstörungen, Sprechstörung/undeutliches Sprechen, Kopfschmerz, Krämpfe/Anfälle, Erinnerungsbeeinträchtigung, Enthemmung, gesteigertes Lebens- und Glücksgefühl, Bewusstlosigkeit, Selbstmordgedanken/- versuch, Aufmerksamkeits-/Konzentrationsstörung, Gleichgewichtsstörung
  • Paradoxe Reaktionen (bestimmte Reaktionen wie Ängstlichkeit, Unruhe, Erregbarkeit, Feindseligkeit, Aggression, Wut, Schlafstörungen/Schlaflosigkeit, sexuelle Erregtheit, Wahnvorstellungen)
  • Zu niedriger Blutdruck, Senkung des Blutdrucks
  • Atemdämpfung (Ausmaß dosisabhängig), Verschlechterung einer Schlafapnoe (zeitweiser Atemstillstand während des Schlafes), kurzer Atemstillstand, Verschlechterung einer Lungenerkrankung, die mit einer Verengung der Atemwege einhergeht
  • Verstopfung, Gelbsucht, Erhöhung der Leberwerte (Bilirubin, Lebertransaminasen, alkalische Phosphatase)
  • Allergische Hautreaktionen, Haarausfall
  • Überempfindlichkeitsreaktionen, allergische/schockartige Reaktionen, Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (Angioödem), bestimmte Stoffwechselerkrankung (SIADH), zu geringe Konzentration an Natrium im Blut, Absenkung der Körpertemperatur

Die erwähnten Nebenwirkungen sind typisch für die Klasse der benzodiazepinhaltigen Arzneimittel und treten meist zu Beginn der Therapie auf. Gewöhnlich schwächen sich die Nebenwirkungen bei andauernder Einnahme oder verminderter Dosis ab oder verschwinden ganz.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker über alle unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die Sie an sich beobachtet haben.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.

5 Wie soll es aufbewahrt werden?

Nicht über 25°C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren. Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr anwenden.

6 Weitere Informationen

Was Temesta Tabletten enthalten

Der Wirkstoff ist Lorazepam.

Eine Tablette enthält 1,0 mg Lorazepam.

Die sonstigen Bestandteile sind: Laktose Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Polacrilin-Kalium, Magnesiumstearat

Wie Temesta Tabletten aussehen und Inhalt der Packung

Weiße, runde Tabletten in Blisterpackungen zu je 20, 50 und 250 Stück erhältlich. Die Tablette kann in gleiche Hälften geteilt werden.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer: Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., 1210 Wien

Hersteller:

Pfizer Ireland Pharmaceuticals

Little Connell

Newbridge,

County Kildare

Irland

Z. Nr.: 14.794

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt genehmigt im:

August 2012

Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Grundsätzlich sollte immer an die Möglichkeit einer Mehrfachintoxikation, beispielsweise bei Einnahme mehrerer Medikamente in suizidaler Absicht, gedacht werden.

Empfohlen werden die allgemein üblichen unterstützenden und symptomatischen Maßnahmen; Vitalparameter sind zu überwachen. Induziertes Erbrechen wird bei Gefahr einer Aspiration nicht empfohlen. Eine Magenspülung kann angezeigt sein, wenn sie frühzeitig erfolgt oder bei Patienten mit Intoxikationserscheinungen. Auch durch die Verabreichung von Aktivkohle kann die Resorption begrenzt werden. Bei Ateminsuffizienz assistierte Beatmung. Hypotonie kann mit Plasmaersatzflüssigkeit behandelt werden. Für die Aufhebung der zentral dämpfenden Wirkung von Benzodiazepinen steht der spezifische Benzodiazepin-Antagonist Flumazenil zur Verfügung und kann in Ergänzung zu entsprechenden Maßnahmen - nicht als Ersatz - bei Krankenhauspatienten verwendet werden. Ärzte sollten die Möglichkeit des Auftretens von Krampfanfällen in Zusammenhang mit einer Flumazenil-Behandlung beachten, vor allem bei Langzeit-Lorazepamanwendern und trizyklischen Antidepressiva- Überdosierungen.

Der Wert der Hämodialyse bei Intoxikationen mit Lorazepam ist gering, sie kann aber, wenn Mischintoxikationen nicht auszuschließen sind, sinnvoll sein. Lorazepam ist schwer dialysierbar. Lorazepamglukuronid (das inaktive Abbauprodukt) kann in hohem Grad dialysierbar sein.