Kampf gegen Antibiotikaresistenz
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Der Kampf gegen Antibiotikaresistenz

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Antibiotika bilden eine der, wenn nicht sogar die wichtigste Gruppe von Arzneimitteln, die der Menschheit zur Verfügung steht. Dabei ist das Thema der Antibiotikaresistenz jedoch leider kein neues mehr. Vielfach ist in den Medien von einer steigenden Zahl an resistenten Keimen und damit verbundenen, dystopischen Zukunftsszenarien zu hören. Antibiotikaresistenzen erhöhen, gleich wie unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAWs), die Kosten von Gesundheitssystemen, verlängern Spitalsaufenthalte und erhöhen die Mortalität.
Die World Health Organization (WHO) sieht die Medizin auf eine post-antibiotische Ära zusteuern, sollte sich der derzeitige Umgang mit Antibiotika, aber auch das Verhalten Keimen und deren Übertragung gegenüber nicht in naher Zukunft ändern.

Aktuelle Entwicklung

Während die Pharma-Forschung in vielen Bereichen der Medizin laufend Fortschritte macht und stetig neue Therapie-Möglichkeiten für eine Vielzahl von Krankheitsbildern entwickelt, hinkt die Antibiotika-Entwicklung hinterher. Die meisten, derzeit in Verwendung befindlichen, antibiotischen Therapien haben ihren Ursprung im letzten Jahrtausend. In den letzten 18 Jahren wurden lediglich 15 neue Therapien entwickelt (1) – keine davon ist effektiv gegen die gefährlichsten Antibiotikaresistenzen. Zu den dafür anfälligsten Krankheitsbildern zählt die WHO vor allem Pneumonie, Tuberkulose, Gonnorhoe und Salmonellose (2).

Folgen von Antibiotikaresistenz

Wenn Infektionen nicht mehr mit gängigen First-Line-Therapien behandelt werden können, muss vermehrt auf teurere Arzneimittel zurückgegriffen werden. Gemeinsam mit einem längeren Spitalsaufenthalt erhöht dies die Kosten für Gesundheitssysteme und deren ökonomische Belastung für unsere Gesellschaft. In Zeiten wirtschaftlicher Krisen, aber auch für ökonomisch schwächere Länder und deren BewohnerInnen, kann dies fatale Folgen haben.
Aus medizinischer Sicht werden Organtransplantationen, Chemotherapien, aber auch Routine-Operationen wie Kaiserschnitte gefährlicher, wenn keine effektive Therapie für Infektionen vorhanden ist.

Prävention als Healthcare Professional (HCP)

Healthcare Professionals, hiermit sind ÄrztInnen, PflegerInnen, der medizinisch-technische Dienst und alle an der Therapie von Menschen beteiligte Berufe gemeint, tragen große Verantwortung in der Prävention von Antibiotikaresistenzen. Es ist wichtig, sich dieser bewusst zu sein. So ist es heutzutage beispielsweise essentieller denn je, eine strenge Indikationsstellung für die Verwendung von Antibiotika an den Tag zu legen. Eine solche ist nur mit Hilfe von aktuellen Informationen zur Entwicklung von Resistenzen und den sich dadurch stetig wandelnden Therapie-Guidelines möglich. Sich über diese regelmäßig zu informieren, gehört zur Pflicht eines jeden HCP.

Prävention auf gesellschaftlicher Ebene

Doch nicht nur auf professioneller Ebene gilt es, Antibiotikaresistenzen den Kampf anzusagen. Eine Vielzahl von rezenten, gesellschaftlichen Faktoren begünstigen die Entwicklung dieser enorm und müssen ebenso dringend adressiert werden. Dabei spielt die hygienische Zubereitung von Essen eines jedes Einzelnen von uns genauso eine Rolle wie die Entwicklung von Programmen zur Überwachung von Antibiotikaresistenzen. Die Fleischindustrie ist aufgerufen, Tiere nur unter veterinärmedizinischer Supervision mit Antibiotika zu behandeln und diese nicht als Prophylaxe zur Krankheitsvermeidung zu verwenden. An der Gesundheitsindustrie liegt es, Forschung an und Entwicklung von neuen antibiotischen Therapien zu fördern.

Gemeinsam gegen Antibiotikaresistenz

Die WHO hat 2015 in ihrer Vollversammlung den ‘Global Action Plan on Microbial Resistance’ ins Leben gerufen. Sein Ziel ist es, das Bewusstsein für und Verständnis von Resistenzen zu verbessern und die Überwachung davon zu stärken. Infektionen sollen reduziert und deren Therapie optimiert werden. Das Investment in solche soll nachhaltig gesichert sein.
Dabei unterstützt die WHO seine Mitgliedsstaaten mit einer Vielzahl an Projekten, so z.B. dem ‘Global Antimicrobial Resistance Surveillance System – GLASS’, (3) ein standardisiertes Verfahren, um Daten zu Antibiotikaresistenzen weltweit zu sammeln, auszuwerten und zu teilen.

Wir bei Diagnosia sind uns unserer Verantwortung im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen bewusst und sehen uns an vorderster Front. In unserer App findet ihr deshalb stets die aktuellste Information zur Anwendung von Antibiotika, um eine evidenzbasierte und möglichst effektive Therapie zu ermöglichen und Antibiotikaresistenzen zu vermeiden.

Diagnosia App

Quellen

 

1. Timeline of antibiotics: Wikipedia; 2018.

2. WHO. Antibiotic resistance 2018.

3. WHO. Global Antimicrobial Resistance Surveillance System (GLASS) 2015.

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