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Orthopäde verursacht Flutung von OP-Trakt mittels Arthroskopie-Spülung

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Wien – 13.10.2017 Nach einem erneuten Zwischenfall in einem ihrer Operationssäle hat die Leitung eines Wiener Krankenhauses, welches ungenannt bleiben möchte, der Maximalversorgung, ein strengeres Reglement für orthopädische Operationen an ihrem Haus erlassen. Der rezente Zwischenfall ereignete sich Ende letzter Woche, als der orthopädische Oberarzt Dr. F. (Name der Redaktion bekannt) behauptete, die komplexe Labrum-Läsion von Patientin Hedwig A. auch arthroskopisch versorgen zu können.

“Er fragte kontinuierlich nach mehr und mehr Spüllösung und beschwerte sich lauthals, dass der intraartikuläre Druck nicht hoch genug sei.”, berichtet Johannes A., OP-Gehilfe an jenem Tag. “Ich konnte die 3 Liter Beutel-Ringer-Lösung gar nicht schnell genug aufhängen.” “Anästhesie, wie ist der verdammte Blutdruck, ich sehe einen Dreck hier herinnen!” wird Dr. F. weiter zitiert.

Doch die diensthabende Anästhesistin hatte zu diesem Zeitpunkt mit anderen Problemen zu kämpfen. Der Damm aus Bodentüchern, welchen sie um sich herum errichtet hatte, drohte zu brechen, die Absauge-Einheit lief bereits auf Maximum und es waren noch volle 15 Minuten bis zu ihrer Essen-Ablöse. “Das Wasser stieg und stieg. Zuerst stand es uns nur bis zu den Knöcheln, das kenne ich ja, doch schon bald waren auch Knie und Hüften unter Wasser” erzählt Susanne R., die assistierende OP-Schwester, sichtlich aufgelöst. “Ich kann nicht schwimmen, bekam Panik und dachte, das wäre nun das Ende.“

Dr. F. begann damit anzugeben wie er gleichzeitig Wasser treten und die lange Bizeps-Sehne darstellen könne und wollte nichts von einem Abbruch der OP wissen. Erst als die Haustechnik durch die Flut an Wasser, welche zu diesem Zeitpunkt bereits ihren Aufenthaltsraum erreicht hatte, auf den Zwischenfall aufmerksam wurde, war Rettung in Sicht. Der kurz vor seiner Pensionierung stehende Techniker Günther L. (44) kam dem OP-Team mit den gerade erst für Wassergeburten angeschafften Rettungsflossen der Gynäkologie zu Hilfe und verhinderte so eine potenzielle Tragödie.

Rückblickend sieht Dr. F den Fehler bei der Anästhesie: “Ich konnte überhaupt nichts sehen, die Patientin war viel zu schwach relaxiert, die Muskelspannung eindeutig zu hoch.” Die Krankenhausleitung entschuldigt sich bei allen Betroffenen für den Vorfall und beteuert in Zukunft nur noch Personal für Arthroskopien einzusetzen, welches auch schwimmen kann.
Mit 1. November 2017 soll nun das Fahrtenschwimmer-Abzeichen als Voraussetzung für alle Mitarbeiter gelten. Entsprechende Kurse zur Erlangung dieses Abzeichens können rechtzeitig und zu vergünstigten Bedingungen über den Betriebsrat gebucht werden. – lop

frei übersetzt von gomerblog.com

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Über den Author

Dr. Lorenz Pichler
Arzt in Ausbildung mit der Ambition zum Unfallchirurgen und Orthopäden. Besitzt abseits vom Hammern, Schrauben und Sägen ein Faible für Skitouren, Fahrräder, die Berge und Evidence Based Medicine. Bei Diagnosia schreibt er über rezente Forschung, therapeutische Guidelines und spannende Patient-Cases.