Suessstoffe toxisch
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Süßstoffe greifen Darmflora an

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Light-Produkte, welche Süßstoffe an Stelle von natürlichem Zucker verwenden, sind am Vormarsch. In der Werbung oft wegen ihres niedrigeren Kalorien-Gehalts angepriesen, finden sich von den gängigsten Limonaden und Snacks mittlerweile flächendeckend Light-Varianten. Dabei wird oft auf ein ganzes Arsenal an Zucker-Alternativen zurückgegriffen, u.a. Aspartam (E 951), Saccharin (E 954) oder Sucralose (E 955).

Süße Gefahr?


Diese Süßstoffe wurden bereits in früheren Studien in Verbindung mit Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Stoffwechselerkrankungen gebracht. Eine neue Studie, welche vor kurzem im Journal ‘Molecules’ publiziert wurde, zeigte jedoch ein weiteres Risiko der Zucker-Alternativen auf. ForscherInnen der Ben-Gurion University in Israel und der Nanyang Technological University in Singapur konnten sechs häufig verwendeten Süßstoffen eine toxisches Wirkung auf die bakterielle Darmflora nachweisen.

Toxisches E. Coli


Indem sie E. Coli Bakterien so modifizierten, dass diese unter dem Mikroskop zu lumineszieren beginnen, wenn sie ein Toxikum detektieren, konnte sie nachweisen, dass bereits eine Konzentration von 1mg/ml Süßstoff ausreicht um diese toxisch werden zu lassen.

Darm mit Charme


Der Darm und seine bakterielle Besiedelung sind in den letzten Jahren zunehmend in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Beweis dafür ist die Vielzahl an rezent dazu veröffentlichten Studien. Verantwortlich für das Interesse am Darm ist die Vermutung, dass die Darmflora erheblichen Einfluss auf das gesamte Immunsystem des Körpers besitzt. Vor diesem Hintergrund hält Professor Ariel Kushmaro die rezenten Ergebnisse für sehr relevant. “Es handelt sich hierbei um weitere Beweise dafür, dass der Konsum von künstlichen Süßstoffen eine negative Auswirkung auf die mikrobiotische Aktivität des Darms hat, was Grund für eine breite Palette an gesundheitlichen Problemen sein kann.”

Süßstoffe resistent gegen Wasseraufbereitung


Ein Aspekt, der von den Autoren als besonders problematisch hervorgehoben wird, ist die Tatsache, dass Süßstoffe durch gängige Wasseraufbereitungsverfahren nicht filtriert werden können. Aus diesem Grund beobachtet man über die letzten Jahre eine stetig steigende Konzentration dieser in der Umwelt. In der von ihnen angewandten Methode mittels Biolumineszenz sehen die Autoren nun auch einen vielversprechenden Weg diese Konzentration in der Umwelt leichter sichtbar zu machen.

Zucker, aber weniger?


Diese Ergebnisse lassen die Frage aufkommen, ob es sich bei Süßstoffen tatsächlich um eine empfehlenswerte Alternative zu herkömmlichen Zucker handelt. Hierzu tragen auch die bereits bekannten Probleme wie erhöhtes Risiko für Übergewicht oder DM2 bei. Während ihre Rolle in zuckerkranken Menschen nicht in Frage zu stellen ist, raten immer mehr Ernährungswissenschaftler gesunden Menschen davon ab Zucker prophylaktisch und immer durch Süßstoffe zu ersetzen.


Quelle
  • Dorin Harpaz, Loo Yeo, Francesca Cecchini, Trish Koon, Ariel Kushmaro, Alfred Tok, Robert Marks, Evgeni Eltzov. Measuring Artificial Sweeteners Toxicity Using a Bioluminescent Bacterial Panel. Molecules, 2018; 23 (10): 2454 DOI: 10.3390/molecules23102454
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