Rob Hackett OP-Haube
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Wie eine einfache Maßnahme medizinische Fehler vermeiden lässt

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Medizinische Fehler vermeiden. Kollegen schmunzeln derzeit über einen „seltsamen“ australischen Arzt, weil er seinen Namen auf seine OP-Haube schreibt und realisieren nicht, dass er eigentlich damit Leben rettet. Kleine Seitenhiebe, wie z.B.: „Kannst du dich nicht mehr an deinen eigenen Namen erinnern?“ nimmt er dafür in Kauf.

Obwohl es lediglich eine kleine Geste ist, hilft diese Maßnahme laut Hackett mögliche Verzögerungen durch eine falsche Identifikation unter Kollegen zu verhindern, wenn der Mundschutz während einer Operation nur noch wenig vom Gesicht preisgibt.

„Ich arbeite in fünf Krankenhäusern mit hunderten von Kollegen zusammen – ich kenne dort von 75% der Menschen nicht den Namen. Das ist ziemlich umständlich,“ findet Hackett.

Kritische Sekunden oder sogar Minuten gehen oft verloren, wenn klinisches Personal einander nicht im OP (er)kennt.

Hackett erklärt weiter: „Ich habe Verzögerungen bei Herzdruckmassagen miterlebt, weil diejenigen nicht wussten, wen der leitende Arzt genau gebeten hat, die Massage einzuleiten, nachdem niemand namentlich genannt wurde.“

Andere erzählen ihm, dass sie auch schon Medizinstudenten gesehen hätten, die für Assistenzärzte gehalten und deshalb gebeten wurden einen Eingriff zu beenden.

 

„Letzten Freitag wurde ich zu einem Herzstillstand in einen OP-Saal gerufen. Es befanden sich ca. 20 Personen in dem Raum. Ich zeigte auf eine Person und bat um Handschuhe, doch diese fühlte sich nicht angesprochen. Es ist so viel einfacher einen Vorgang zu koordinieren, wenn man die Namen seines Gegenübers kennt. Sowohl für die Zusammengehörigkeit als auch für Patienten ist das großartig.“

Forscher der John Hopkins Universität fanden heraus, dass der medizinische Fehler die dritthäufigste Todesursache ist.

Hackett meint, dass sich diese Maßnahme unbedingt auszahlt, da sie die Patientensicherheit erhöht –  egal, was manche Kollegen davon halten. Anscheinend stimmen dem bereits medizinische Fachkräfte rund um den Globus zu. Sechs Monate nach Einführung der Maßnahme folgen dem Aufruf Kollegen aus aller Welt.

Sie posten Schnappschüsse mit ihren neu beschilderten OP-Hauben in sozialen Medien unter dem Hashtag #TheatreCapChallenge:

 

Ein weiteres Plus: diese Aktion macht Spaß – bei medizinischem Personal gleichsam wie bei Patienten.

„Alles, was die Sicherheit des Patienten im OP erhöht, ist eine gute Sache,“ sagt Dr. Quinn, Geschäftsführer der Chirurgie am Royal Australian College.

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Sensationell: Orthopäde verursacht Flutung von OP-Trakt mittels Arthroskopie-Spülung.

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